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MorgenWelt HEUTE vom 25.5.2001
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1. Waelder keine Treibhaus-Bremse 
2. Konkurrenz fuer Pluto 
3. Intensivstation: Lieber laenger liegen 
4. Kleiner Saeuger-Urahn gefunden
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Waelder keine Treibhaus-Bremse 
 
Wenn der Kohlendioxid-Gehalt der Luft ansteigt, reagieren Baeume 
mit einer hoeheren Wachstumsrate. Wie Ram Oren von der Duke 
University in North Carolina und seine Kollegen beobachteten, ist 
dieser Kohlendioxid-Duengeeffekt aber zumindest in einigen Waeldern 
nur von voruebergehender Natur. Damit widersprechen sie den 
Hoffnungen einiger Politiker und Wissenschaftler.

Die Forscher liessen einen Kiefern-Bestand in Luft mit einem 
erhoehten Kohlendioxid-Gehalt von etwa 0.06 Prozent wachsen. 
Gegenwaertig enthaelt die Erdatmosphaere rund 0.04 Prozent 
Kohlendioxid. Tatsaechlich steigerten die Baeume zunaechst ihre 
Wachstumsrate. Nach drei Jahren kehrten jedoch sie zu ihrem alten 
Wachstum zurueck. Wie die Forscher herausfanden, wirkten sich hier 
Naehrstoff- und Wassergehalt des Bodens aus. Trotz eines Ueber-
angebotes an Kohlendioxid limitierten sie die Wachstums-
geschwindigkeit des Kiefern-Bestandes.

"Einschaetzungen, dass eine verstaerkte Kohlenstoff-Fixierung 
durch Waelder den Kohlendioxid-Anstieg in der Atmosphaere 
kompensieren koennte, sind ueber Gebuehr optimistisch", schreiben 
die Forscher in der aktuellen Ausgabe von "Nature".

Waehrend der Phase verstaerkten Wachstums produzierten die Baeume 
auch vermehrt Laub, so dass sich am Boden des Bestandes eine dicke 
Streuschicht abgeworfener Blaetter bildete. Doch auch das in diesem 
Laub fixierte Kohlendioxid gelangte vollstaendig wieder in die 
Atmosphaere, schreiben William Schlesinger, ebenfalls von der Duke 
University, und John Lichter vom Bowdoin College in Brunswick in 
der gleichen "Nature"-Ausgabe. Demnach wurde das Blattmaterial 
binnen drei Jahren zersetzt, so dass kein Kohlenstoff in tieferen 
Bodenschichten gespeichert werden konnte.

"Eine nennenswerte und langfristige Bindung von Kohlenstoff in 
Waldboeden halten wir daher fuer unwahrscheinlich", so Schlesinger 
und Lichter.
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Konkurrenz fuer Pluto 
 
Das bislang groesste Objekt des so genannten Kuiper-Guertels haben 
amerikanische Astronomen aufgespuert. Wie Infrarot-Messungen mit 
dem 16 Meter grossen "James Clerk Maxwell Teleskop" auf Hawaii zeigen, 
hat der Asteroid Varuna einen Durchmesser von etwa 900 Kilometern. 
Nach Auffassung der Forscher beweist die Entdeckung, dass es noch 
viele unentdeckte, grosse Himmelskoerper im Kuiper-Guertel geben 
koennte - die vielleicht sogar groesser als der Planet Pluto sind.

Der Kuiper-Guertel erstreckt sich jenseits der Bahn des Planeten 
Neptun weit ueber die Plutobahn hinaus ins All. In ihm kreisen 
Asteroiden und Kometen, Ueberreste aus der Entstehungszeit unseres 
Sonnensystems. Ueber 400 Himmelskoerper haben die Astronomen dort 
in den letzten Jahren aufgespuert - mehrere Hunderttausend mit Groessen 
von ueber 100 Kilometern werden im Kuiper-Guertel jedoch vermutet.

Seit langem sehen viele Planetenforscher Pluto (Durchmesser 2200 
Kilometer) und seinen Mond Charon (1200 Kilometer) nurmehr als besonders 
grosse Objekte des Kuiper-Guertels an und nicht laenger als "echten" 
Planeten. Mit Varuna hat der neunte Planet nun tatsaechlich ernst-
zunehmende Konkurrenz bekommen.
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Intensivstation: Lieber laenger liegen

Wer im Krankenhaus auf die Intensivstation muss, sollte nicht allzu 
schnell wieder von dort weg wollen. Statistisch ist naemlich belegt, 
dass das Sterblichkeitsrisiko mit dem fruehen Verlassen der Intensiv-
station steigt. Nach einer britischen Studie liesse sich die 
Sterblichkeit der Patienten um 39 Prozent verringern, wenn sie 48 
Stunden laenger auf der Intensivstation betreut wuerden. Diese 
Rechnung veroeffentlichen Aerzte zweier Londoner Krankenhaeuser in 
der morgigen Ausgabe des "British Medical Journal".

Sie stuetzen sich auf Daten von fast 14.000 Intensiv-Patienten, die 
zwischen den Jahren 1989 und 1998 in zwanzig britischen Krankenhaeusern 
behandelt worden waren. Fast 2.900 dieser Intensiv-Patienten waren 
verstorben. Jeder Zehnte haette ueberlebt, wenn er laenger auf der 
Intensivstation geblieben waere, sagen die Forscher. Sie stuften etwa 
ein Drittel aller verlegten Intensiv-Patienten als gefaehrdet ein. 
Die Sterblichkeit der Betroffenen lag bei 25 Prozent. Die Sterblichkeit 
der Nichtgefaehrdeten lag nur bei vier Prozent.

Die Autoren der Studie beklagen zudem den Mangel an Betten auf 
britischen Intensivstationen. Ihre geforderte Verlaengerung der 
Liegezeiten wuerde 16 Prozent mehr Betten erfordern.
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Kleiner Saeuger-Urahn gefunden

16 Jahre nach seiner Entdeckung in der chinesischen Provinz Junnan 
ist jetzt ein bisher unbekanntes, fruehes Saeugetier identifiziert 
worden. Chinesische und amerikanische Forscher haben von dem "Hadrocodium 
wui" getauften Tier allerdings nicht mehr als den zwoelf Millimeter 
langen fossilen Schaedel vorzuweisen. An diesem Schaedel konnten 
Merkmale festgestellt werden, die ihn den Saeugetieren zugehoerig 
erscheinen lassen.

Zu diesen wichtigsten Merkmalen gehoert die Trennung zwischen 
Mittelohr-Knochen und Unterkiefer. Bei Reptilien sind diese Knochen 
miteinander verwachsen. Den Saeugern garantierte ihr flexiblerer 
Schaedel dagegen im Verlauf der Evolution eine Reihe von Vorteilen: 
Das Gehirn hatte mehr Platz zum Wachsen und das Gehoer entwickelte 
sich besser. Weil der Unterkiefer der Saeuger im Gegensatz zu den 
Reptilien aus nur einem Stueck besteht, ist zudem ein kraeftigerer 
Biss garantiert.

"Es scheint so, als ob einige Veraenderungen an Kiefer und Ohr der 
Saeugetiere schon vor dem Auftreten von Hadrocodium ausgebildet 
waren", meint Zhe-Xi Luo vom Carnegie Museum of Natural History. 
Seiner These nach fing das Saeuger-Hirn erst an zu wachsen, nachdem 
der Unterkiefer bereits ausgereift war. Roentgenbilder des Schaedels 
legen den Verdacht nahe, dass das Gehirn nicht gleichmaessig sondern 
stufenweise in verschiedene Richtungen wuchs.

Aus der Schaedelgroesse errechneten die Forscher, dass Hadrocodium 
insgesamt etwa zwei Gramm gewogen haben koennte. Die Zaehne lassen 
zudem vermuten, dass es sich um einen Insektenfresser gehandelt hat. 
Viel mehr ist von dem rund 195 Millionen Jahre alten Tier nicht 
gesichert bekannt. Dass es sich um ein kleines Pelztier gehandelt hat, 
ist bereits eine Interpretation der Forscher. AEusserst skeptisch 
muss man die fantasievollen Rekonstruktionen betrachten, die einen 
braunen, Marder-aehnlichen Nager mit weissem Bauch zeigen.

"Hadrocodium koennte ein entfernter Verwandter von uns sein, ein 
frueher Saeuger, der zusammen mit den Urahnen der modernen Saeugetiere 
lebte", spekuliert Luo. Andererseits, so raeumt der Forscher ein, 
koennte diese Linie auch ausgestorben sein, ohne Nachkommen unter den 
heutigen Saeugetieren hinterlassen zu haben. Die Einordnung des Fundes 
faellt schwer, weil erst wenige aehnlich alte Saeuger-Fossilien 
identifiziert wurden.

Die ersten Saeugetiere traten in der oberen Trias auf - vor ueber 
200 Millionen Jahren. Sie lebten "im Schatten" der Dinosaurier, 
ueberstanden aber deren Massensterben vor rund 65 Millionen Jahren. 
Danach begann die grosse Zeit der Saeuger. Sie soll im Miozaen vor 
etwa 15 Millionen Jahren ihren Hoehepunkt erreicht haben. Schlechtere 
klimatische Bedingungen und die dann folgenden Eiszeiten liessen 
viele Saeuger verschwinden.
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