MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 23.5.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Neue Vereinbarung bringt Europaeer ins All 2. Mit schwarzem Tee gegen Karies 3. Lava-See im Indischen Ozean 4. Fehlerkatastrophe im Virus-Erbgut ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Neue Vereinbarung bringt Europaeer ins All Astronauten der europaeischen Raumfahrtagentur ESA werden kuenftig auch mit russischen Raumfahrzeugen ins All starten. Eine entsprechende Rahmenvereinbarung unterzeichneten jetzt der Generaldirektor der ESA, Antonio Rodot�, und sein Kollege Yuri Koptev von der russischen Rosaviakosmos. Gemaess dieser Vereinbarung werden ESA-Astronauten in den Jahren 2001 bis 2006 an Bord von Soyuz-Kapseln zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Die ESA-Astronauten sollen sowohl bei "Taxi-Fluegen" als auch bei "Verstaerkungsfluegen" als Flugingenieure mit von der Partie sein. Taxi-Fluege dauern etwa eine Woche. Sie dienen dem routinemaessigen Austausch der permanent als Rettungsboot an die ISS angekoppelten Soyuz-Kapsel. Verstaerkungsfluege bringen dagegen neue Besatzungs- mitglieder fuer die ISS ins All. Die Astronauten bleiben dann drei bis vier Monate an Bord der Raumstation. Die jetzt getroffene Rahmenvereinbarung legt nur die allgemeinen Bedingungen der Zusammenarbeit fest. Ueber den Missionstyp, das experimentelle Programm und natuerlich auch ueber die Kosten wird fuer jeden Flug separat verhandelt. Auch die Haeufigkeit der gemeinsamen Fluege steht noch nicht fest. Laut ESA soll es pro Jahr ungefaehr eine Gemeinschaftsmission geben. Fuer die ESA-Astronauten bringt die Vereinbarung dringend benoetigte Gelegenheiten, Erfahrung im All zu sammeln. Erst im Jahr 2004 soll naemlich mit dem Columbus-Modul ein europaeischer Stuetzpunkt auf der ISS entstehen. Im Gegenzug "unterstuetzt das Abkommen die russischen Bemuehungen in der Weltraum-Arena", so Rodot�. Der erste ESA-Astronaut, der von der neuen Vereinbarung profitieren wird, steht bereits fest. Roberto Vittori von der italienischen Weltraumagentur ASI soll im Oktober diesen Jahres mit einem Taxi- Flug zur ISS abheben. ------------------------------------------------------------------- Mit schwarzem Tee gegen Karies Wer regelmaessig schwarzen Tee trinkt, senkt sein Risiko, Karies zu bekommen. Die Inhaltsstoffe des schwarzen Tees koennen naemlich das Wachstum von Saeure-Bakterien im Zahnbelag bremsen. Diese Entdeckung machte Dr. Christina Wu an der University of Illinois. Ihrer Aussage zufolge hemmt der Tee ein bakterielles Enzym namens Glycosyltransferase, das an der Verarbeitung von Zucker beteiligt ist. Vergleichbare Effekte hatten japanische Forscher bereits bei gruenem Tee nachgewiesen. Doch obwohl schwarzer Tee in den westlichen Industriestaaten mit rund 80 Prozent wesentlich hoehere Markanteile hat, wurde er bisher kaum vergleichbaren Studien unterzogen, kritisiert Wu. In einer Versuchsreihe konnte sie die Wirkung des Tees nachweisen: Die Teilnehmer spuelten ihren Mund wiederholt 30 Sekunden lang mit schwarzem Tee aus. Nach fuenf Spuelungen in Abstaenden von je drei Minuten sei das Bakterien-Wachstum und die damit verbundene Saeure- produktion zum Stillstand gekommen, berichtete die Forscherin jetzt auf einem Fachkongress der Amerikanischen Gesellschaft fuer Mikrobiologie. Wu empfiehlt, zwischen den Mahlzeiten und ergaenzend zur regulaeren Zahnpflege regelmaessig mehrmals taeglich kleine Mengen schwarzen Tees zu trinken. ------------------------------------------------------------------- Lava-See im Indischen Ozean Im Indischen Ozean haben britische Forscher den bisher groessten Lava-See lokalisiert. Das erstarrte Gestein am Meeresgrund verteilt sich ueber eine Flaeche von ueber zehn Kilometern Durchmesser, berichtet Lindsay Parson vom Ozeanografischen Zentrum Southampton. Die Lava stammt von einem Vulkanausbruch, der sich an der Schnittstelle der indischen und afrikanischen Kontinentalplatten ereignete. Die britischen Forscher schaetzen, dass rund zwei Kubikkilometer Lava ausgetreten sind. Die dabei freigewordene Waerme entspreche der Leistung von rund 10.000 Atomkraftwerken, errechnete Parson. Vergleichbare Ausbrueche erstreckten sich bisher nur ueber wenige hundert Meter, weil das 1.000 Grad Celsius heisse fluessige Gestein beim Zusammentreffen mit Wasser in Sekunden erstarrt. Den britischen Forschern waren die Spuren des Ausbruchs bei Routine-Arbeiten aufgefallen. Sie sind mit dem Forschungsschiff RRS Charles Darwin unterwegs, um die Kartografie den Indischen Ozeans zu vervollstaendigen. Dabei wird der Meersboden mit speziellen Sonar-Systemen und Tiefsee-Videokameras erfasst. ------------------------------------------------------------------- Fehlerkatastrophe im Virus-Erbgut Viele Viren verdanken ihre Anpassungsfaehigkeit der hohen Mutations- rate ihres Genoms. Dadurch entstehen immer neue Virus-Varianten, von denen einige besonders gut an neue Umweltbedingungen angepasst sind. Einige Viren haben diesen Prozess bereits auf die Spitze getrieben, fanden Raul Andino von der University of California in San Francisco und seine Kollegen jetzt heraus. Als sie die ohnehin hohe Mutationsrate des Poliovirus weiter steigerten, entstanden nur noch defekte Viren, die keine Infektioesitaet mehr besassen. Andino und sein Team arbeiteten mit der Substanz Ribavirin. Ribavirin ist wirksam gegen Viren, deren Erbgut aus RNA anstatt aus DNA besteht. Zu diesen RNA-Viren zaehlen wichtige Krankheitserreger wie Grippe- und Hepatitis C-Viren, aber auch das Immunschwaechevirus HIV. Die Wissenschaftler vermuteten, dass Ribavirin die Mutationsrate solcher RNA-Viren erhoeht und sie damit in eine "Fehlerkatastrophe" treibt. Um ihre Hypothese zu ueberpruefen, liessen sie Polioviren in Gegenwart von Ribavirin ihren Vermehrungszyklus durchlaufen und analysierten das Erbgut der neu produzierten Viren. Wie sie in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten, erhoehte das Ribavirin die Mutationsrate der Viren auf das Zehnfache. Infolgedessen war das Genom der Viren derart fehlerhaft, dass es weniger als ein Prozent seiner urspruenglichen Infektioesitaet besass. Nach Ansicht der Forscher koennten nach dem gleichen Prinzip neue Medikamente gegen RNA-Viren entwickelt werden. "Zwar sind mehrere Mutagene fuer RNA-Viren bekannt", so die Forscher, "jedoch sind diese gleichzeitig auch starke Zellgifte und fuer die Behandlung von Menschen daher inakzeptabel." Es sollte aber moeglich sein, sehr virusspezifische Mutagene zu entwickeln, glauben Anindo und seine Kollegen. AEhnliches sei auch bei HIV-Medikamenten gelungen, die die Vermehrung des Virus hemmten. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---------------------------------------------------------------------- Sie bekommen viel Werbung, jedoch keine, die Sie interessiert? Bestimmen Sie selbst, zu welchen Themen Sie informiert werden wollen: V@lueMail - Kostenlose Warenproben und Produktinfos gibt's hier: http://www.domeus.de/ad1567370/valuemail.domeus.de Um sich von dieser Gruppe abzumelden, klicken Sie bitte auf: http://www.domeus.de/info/unsubscribe
