MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 29.5.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Adlernachwuchs durch kuenstliche Befruchtung 2. Bakterien tauschen Resistenzgene 3. Bypass-Operation ohne Aufschneiden 4. Staublawinen auf dem Mars ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Adlernachwuchs durch kuenstliche Befruchtung In Schottland ist erstmals ein Adler-Kueken durch die kuenstliche Befruchtung seiner Mutter auf die Welt gekommen. Dies berichteten zwei schottische Vogelzuechter gegenueber der BBC. Die Besamung wurde demnach mit eingefrorenem Sperma vollzogen. Der Vater ist ein fuenfjaehriger Steinadler, die Mutter ein achtjaehriges Steppenadlerweibchen. Ihr Kueken schluepfte am 20. Mai auf einer Vogelfarm in Elvanfoot, South Lanarkshire. Die Befruchtung nahmen der Biologe Graham Wishart von der University of Abertay und der Falkner Andrew Knowles-Brown vor. Sie tauften "ihren" Adler-Nachwuchs auf den Namen "Thor". Die beiden Vogel-Fans arbeiteten fast vier Jahre an ihrem Projekt. Ein wichtiger Faktor ist das richtige Einfrieren des Spermas auf minus 20 Grad Celsius und die Lagerung in fluessigem Stickstoff. Unter den richtigen Bedingunge sei das Sperma unbegrenzt haltbar, sagen die Forscher. Kuenstliche Besamungen konnten ihren Angaben zufolge bei Raubvoegeln erst zweimal erfolgreich durchgefuehrt werden. Bei diesen zwei Versuchen von us-amerikanischen Forschern kamen ein Turmfalke und ein Wanderfalke zur Welt. Die schottischen Forscher wollen mit der Befruchtungstechnik gefaehrdete Raubvoegel vor dem Aussterben retten. ----Anzeige-------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Die GESCHENKIDEE fuer jeden Anlass: Original-Zeitung vom Tag der Geburt ----------------------------------- Sie erhalten aus unserem Zeitungsantiquariat eine echte, alte Zeitung genau vom Geburtstag des Beschenkten. Das persoenliche und originelle Geschenk fuer Freunde, Bekannte, Kollegen/innen, mit Geschenkmappe und einer persoenlichen Geschenkurkunde. papyrus Zeitungsantiquariat http://www.geschenkzeitung.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Bakterien tauschen Resistenzgene Bakterien koennen Antibiotikaresistenzen erwerben, indem sie die entsprechenden Resistenzgene von anderen Bakterienarten uebernehmen. Belege dafuer, dass dieser Prozess im menschlichen Koerper ablaufen kann, fanden niederlaendische Mikrobiologen jetzt. Sie beobachteten, dass das Resistenzgen einer Bakterienart ploetzlich bei Bakterien einer anderen Art auftauchte. In der aktuellen Ausgabe der "Lancet" beschreiben die Forscher von der Universitaet Utrecht den Fall eines fruehgeborenen Kindes, das eine Atemwegsinfektion entwickelte. Blutproben offenbarten Bakterien der Art Staphylococcus aureus, die aber keine der gefuerchteten Resistenzen gegen Meticillin-Antibiotika aufwiesen. Zunaechst schlug die Behandlung mit einem solchen Antibiotikum auch gut an, doch nach einem Monat keimte die Infektion von neuem auf. Erneute Proben zeigten nun Meticillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) mit einer neuartigen Genkombination. Ein Vergleich des Bakterien-Erbguts zeigte, dass dieser resistente Staphylokokken-Stamm identisch mit dem zu Beginn der Behandlung isolierten, empfindlichen Stamm war. Lediglich das Resistenzgen war hinzu gekommen. Weitere Nachforschungen zeigten, dass dieses Resistenzgen identisch mit dem entsprechenden Gen einer nah verwandten Staphylokokken-Art (Staphylococcus epidermidis) war. Diese Bakterien hatten die Forscher ebenfalls aus Proben des Saeuglings isoliert. Daher glauben sie, dass die zwei Bakterienarten im Koerper des Kindes Gene - und damit auch die Antibiotikaresistenz - ausgetauscht hatten. Anders als durch einen solchen horizontalen Gentransfer sei der neue MRSA-Genotyp schwierig zu erklaeren, erlaeutert Wielders die Schlussfolgerung. "Der weniger als zwei Monate alte Saeugling kam weder aus einem anderen Krankenhaus zu uns noch hatte er Kontakt zu Personen, die MRSA trugen." Wielders' Ansicht nach koennten viele Meticillin-resistente Staphylokokken auf diese Weise entstehen. ------------------------------------------------------------------- Bypass-Operation ohne Aufschneiden Bei einem 53jaehrigen Patienten aus Trier haben Aerzte erstmals eine verstopfte Arterie mit einer benachbarten Vene kurgeschlossen. Dies berichtet Stephen Oesterle, Professor an der Harvard Medical School in Boston in der heutigen Ausgabe der Fachzeitschrift "Circulation". Bisher wurden Verstopfungen der Herzkranzgefaesse entweder durch eine Bypass-Operation umgangen oder mit einem Ballonkatheder aufgesprengt. Bei etwa einem Drittel der amerikanischen Patienten kommen laut Oesterle beide Methoden nicht in Betracht, da ihre Arterien zu stark verstopft sind. Dem Patienten in Trier fuehrte das internationale Operationsteam einen Katheter in eine Bein-Arterie ein. Der Katheter wurde mit Hilfe von Ultraschall kontrolliert in die Aorta eingefuehrt und bis zur verstopften Arterie im Herzkranzsystem vorgeschoben. Kurz vor der verstopften Stelle wurde eine Nadel von der Arterie aus in eine benachbarte Vene gestossen und ein flexibler Draht gelegt. Nach Entfernung von Nadel und Katheter weiteten die Aerzte die neue Verbindung entlang des Drahtes mit einem kleinen Ballon aus und fuehrten eine Roehre ein. Schliesslich wurde die Vene knapp oberhalb dieser Roehre verschlossen - mit dem Effekt, dass nun der Blutstrom umkehrt wurde. Das sauerstoffreiche Arterienblut kann durch den Kurzschluss mit der Vene den leidenden Herzmuskel wieder versorgen. Wie Oesterle berichtet, fand der erste Versuch bereits im November 1999 statt. "Diese Technik eroeffnet die realistische Hoffnung auf weniger massive Eingriffe in Zukunft", so Oesterle. Um das Verfahren zu perfektionieren, fuehren die Forscher gerade einen Versuch mit zwanzig Patienten in Deutschland durch und wollen ihn auf die USA ausweiten. "Unser langfristiges Ziel ist es, die traditionellen Bypass-Operationsmethoden durch ein Verfahren zu ersetzen, das keinen chirurgischen Eingriff erfordert." ------------------------------------------------------------------- Staublawinen auf dem Mars Die Spuren frischer Staublawinen haben Planetenforscher der Nasa auf neuen Aufnahmen der Marssonde "Global Surveyor" aufgespuert. Die Wissenschaftler hatten systematisch alte Bilder aus dem Jahr 1999 und aktuelle Aufnahmen vom April dieses Jahres miteinander verglichen. Dabei stiessen sie in der Region Lycus Sulci noerdlich des gigantischen Vulkans Olympus Mons auf acht dunkle Streifen an Abhaengen, die 1999 noch nicht da gewesen waren. Die Marsforscher erklaeren die dunklen Streifen durch den Abgang von Staublawinen an den steilen Abhaengen. Die dadurch zutage tretenden Bodenschichten sind dunkler als ihre Umgebung. Auch die Raeder des legendaeren Marsrovers Sojourner hatten 1997 dunkle Spuren im Marsboden hinterlassen. Aehnliche dunkle Streifen hatten die Wissenschaftler schon in vielen Gegenden auf der Oberflaeche des Roten Planeten entdeckt. Bislang herrschte jedoch Unklarheit darueber, wie alt diese Spuren sind. Die Entdeckung der neuen Spuren zeigt nun, dass auf einen zwei Kilometer langen Abhang etwa eine Staublawine pro Jahr kommt. Demnach sind die dunklen Spuren ueberwiegend juengeren Datums. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---------------------------------------------------------------------- Mittlere Reife oder Abitur, Studium oder Lehre? 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