MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 30.5.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Zahlungsaufforderung per Keilschrift 2. TV ruft PC zur Spielshow 3. Neutronenstern als Filmstar 4. Einspruch gegen Mais-Patent ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Zahlungsaufforderung per Keilschrift Bereits im dritten Jahrtausend vor Christus gab es schriftliche Mahnungen, Zahlungsaufforderungen und Reklamationen. Dies belegen Keilschrifttafeln aus dem Zweistromland Mesopotamien, die ein Muensteraner Altertumskundler entziffert hat. Demnach wurde der Geschaeftsverkehr auch vor viertausend Jahren in schriftlicher Form abgewickelt. Zu den Zeugnissen des antiken Geschaeftslebens gehoert beispielsweise eine Gerichtsurkunde, die den Fall des Prokuristen Lu-Ningirsu dokumentiert. Dieser aergerte sich darueber, dass der Tischler Nigarkidu einen bestellten Sessel aus Buchsbaumholz nicht geliefert hatte. Der Tischler war inzwischen verstorben - sein Sohn Baba fuehrte das Geschaeft des Vaters jedoch fort und verpflichtete sich, binnen drei Tagen zu liefern. Als Baba den Sessel auch nach zwei Jahren noch nicht ausgeliefert hatte, verklagte der Prokurist den Handwerker. Weitere Wirtschafts- und Rechtsurkunden auf Keilschrifttafeln behandeln Ernten, Grundstuecksverkaeufe oder Sklavenhandel. Auch Kreditgeschaefte waren damals an der Tagesordnung, fand der Forscher heraus. Seiner Ansicht nach sind die Dokumente unter sozial- und rechtsgeschichtlichen Aspekten besonders spannend. So zeigen Prozessurkunden, dass Frauen damals schon rechts- und geschaeftsfaehig waren. Sie konnten vor Gericht klagen, aber auch verklagt werden. ----Anzeige-------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- KostNixx - Jede Menge, was es umsonst gibt! Mit ueber 5900 Links zu kostenlosen Angeboten und davon mehr als 700 Warenproben. Da ist fuer jeden etwas dabei! http://www.kostnixx.de/cgi-bin/easystat/easystat?acct=Email ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- TV ruft PC zur Spielshow In den USA koennen Medien-Junkies, die fernsehen und gleichzeitig im Internet surfen, ab Ende dieser Woche beides miteinander verbinden. Der Fernsehapparat sagt dem Computer dann, welche Internet-Seiten er aufrufen soll. Eine entsprechende Technik hat das US-amerikanische Unternehmen Digital Convergence entwickelt. Die Befehle aus dem Fernsehgeraet werden per Audio-Signal an den PC uebermittelt. Das Verbindungskabel und die noetige Software werden kostenlos ueber den Elektronikhandel verteilt. Als erster Fernsehsender wird NBC die neue Technik des so genannten "Cue TV" im Rahmen einer interaktiven Spielshow einsetzen. Gewinne im Gesamtwert von ueber 800.000 DM sollen zwei Monate lang die Zuschauer vor die TV- und PC-Bildschirme locken. Die Mitspieler muessen allerdings darauf gefasst sein, auch Werbespots auf ihre Computer gespielt zu bekommen. Mit den Werbeeinnahmen will das Unternehmen Digital Convergence seine Technik finanzieren. Die Firma hatte bereits im letzten Jahr fuer negative Schlagzeilen gesorgt. Damals hatte sie kostenlos den kleinen Handscanner "CueCat" verteilt. Damit konnten Strichcodes aus Zeitschriften eingelesen werden, um schneller zu entsprechenden Seiten im Internet zu gelangen. Nebenbei wurden allerdings die Daten der Nutzer gesammelt, um ihr Surfverhalten zu ermitteln. ------------------------------------------------------------------- Neutronenstern als Filmstar Einem internationalen Team von Astronomen ist es erstmalig gelungen, den Auswurf von Materie durch einen Neutronenstern in allen Einzelheiten zu beobachten. Die Forscher haben ihre Ergebnis nun nicht nur wie ueblich in Tabellen und Diagrammen, sondern auch in Form eines spektakulaeren Films veroeffentlicht. Diese Animation kann auf der Website des amerikanischen National Radio Astronomy Observatory betrachtet werden (http://www.aoc.nrao.edu/pr/scox1/scox1.movie.html). Materiestrahlen, von den Experten "Jets" genannt, tauchen in der Astronomie nahezu ueberall auf - bei jungen Sternen, Neutronensternen, Schwarzen Loechern und Quasaren. Das Prinzip aehnelt sich bei allen diesen Objekten: Einfallende Materie wird an den Polen eines kompakten Himmelskoerpers in einem engen Strahl ins All hinausgeschleudert. Schaut man genau hin, so zeigt sich allerdings, dass ein Jet kein kontinuierlicher Strom von Materie ist - vielmehr besteht er aus einzelnen Knoten, die offenbar separat ausgeworfen werden. Die Astronomen glauben, dass dies immer dann geschieht, wenn sich nahe des Neutronensterns oder Schwarzen Lochs zuviel Gas ansammelt und der Druck dadurch immense Werte erreicht. Diese Idee konnte nun durch die Beobachtung des Neutronensterns Scorpius X-1 eindrucksvoll bestaetigt werden. Um die Entstehung der Knoten genau beobachten zu koennen, mussten die Himmelsforscher dabei mit grossem Aufwand Beobachtungen im Radiobereich, im optischen Bereich und im Bereich der Roentgenstrahlung miteinander kombinieren. Die Beobachtungen zeigen, wie die Knoten jeweils mit einem gewaltigen Roentgenblitz in unmittelbarer Naehe des Neutronenstern entstehen und dann mit nahezu Lichtgeschwindigkeit ins All sausen. ------------------------------------------------------------------- Einspruch gegen Mais-Patent Einen Tag vor Fristende haben gestern die Umweltschutzorganisation Greenpeace und das katholische Hilfswerk Misereor Einspruch gegen ein Mais-Patent erhoben. Das Patent EP 744 888 hatte der Biotech-Konzern DuPont am 30. August vergangenen Jahres beim Europaeischen Patentamt in Muenchen eingereicht. DuPont fordert darin unabhaengig vom Herstellungsverfahren einen Patentschutz auf alle Maissorten ab einem bestimmten Oel- und Oelsaeuregehalt. DuPont will damit seine Entdeckung einer genetisch mutierten, stark oelhaltigen Maissorte schuetzen. "Sollte das Patent in dieser Form aufrecht erhalten werden, ist dies ein Fall von Bio-Piraterie", sagt Dr. Martin Broeckelmann-Simon, Misereor-Geschaeftsfuehrer. "Bauern weltweit koennen dies durch Lizenzgebuehren und den Verlust von Vermarktungsrechten zu spueren bekommen. Ein solches Patent missachtet auch die kulturelle Bedeutung von Mais in den Traditionen der lateinamerikanischen Voelker." "Bisher war das Kulturgut und Lebensmittel Mais allgemein verfuegbar. Jetzt geraet es durch ein Patent unter die Verfuegungsgewalt eines Konzerns", befuerchtet Brigitte Behrens, Geschaeftsfuehrerin von Greenpeace Deutschland. "Genauso kann jemand behaupten, das Rad neu erfunden zu haben, und Rechte beanspruchen an allen Fortbewegungsmitteln, vom Rollschuh bis zum Auto." Nach Angaben von Greenpeace und Miseor sei eindeutig nachweisbar, dass vergleichbare natuerliche Maissorten schon seit langem angebaut werden. Damit sei dem Patent die rechtliche Grundlage entzogen; die Rechte der Herkunftslaender der Pflanze sowie der lokalen Produzenten wuerden verletzt. Das Patent sei ausserdem ein typisches Beispiel fuer die zu lockere Vergabepraxis des Europaeischen Patentamtes auf genetische Entdeckungen. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---------------------------------------------------------------------- B�RSENGEWINNSPIEL: Werden Sie Wochen-, Monats- oder Gesamtsieger. 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