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MorgenWelt HEUTE vom 18.6.2001
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1. Wuestenbildung ungebremst
2. Erste Phase der Sternentstehung beobachtet
3. Bakterien aus dem Feuchtgebiet
4. Bald Viren-Diagnostik per Chip
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Wuestenbildung ungebremst

Weltweit sind rund eine Milliarde Menschen durch Wuesten bedroht.
Darauf hat das UN-Umweltprogramm anlaesslich des gestrigen
Weltwuestentages hingewiesen. Verantwortlich sei die zu starke
landwirtschaftliche Nutzung frueherer Waldgebiete als Aecker und
Weideflaechen. Betroffen sind nach UN-Angaben 110 Laender weltweit.

Vor sieben Jahren haben die Vereinten Nationen begonnen, der
Wuestenbildung entgegen zu arbeiten. Damals wurde die "Konvention der
Vereinten Nationen zur Bekaempfung der Wuestenbildung" (UNCCD)
eingerichtet. Bisher ist diese Anstrengung aber nur wenig erfolgreich.

Allein im suedlichen Afrika mussten mehrere tausend Menschen im
letzten Jahr ihre landwirtschaftlichen Flaechen aufgeben. Auf dem
gesamten afrikanischen Kontinent wird nach UNCCD-Angaben das
verfuegbare Ackerland bis zum Jahr 2025 um zwei Drittel zurueckgehen.

Ein vergleichbarer Trend zeichnet sich auch im Nordwesten Chinas ab:
Wie UNCCD-Exekutivsekretaer Hama Arba Diallo nach einer Reise in die
Region berichtete, sind im Westen Chinas 400 Millionen Menschen von
der Wuestenbildung bedroht. Auch dort sei die Ueberbevoelkerung und
in ihrer Folge die Rodung von Waeldern zugunsten der
landwirtschaftlichen Nutzung fuer die Entwicklung verantwortlich.

Insgesamt gehen auf allen Kontinenten jaehrlich 24 Milliarden Tonnen
fruchtbarer Boden verloren. Der Boden faellt Besiedlung, Erosion,
Wind und Ueberschwemmungen zum Opfer
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Erste Phase der Sternentstehung beobachtet

Amerikanische Astronomen haben erstmalig die erste Phase der
Entstehung neuer Sterne beobachtet. Felix Lockman und Anthony Minter
vom National Radio Astronomy Observatory in Green Bank im
US-Bundestaat West Virginia haben eine Gaswolke aufgespuert, die
gerade im Uebergang zwischen dem atomaren und dem molekulare Zustand
ist.

Sterne entstehen, wenn grosse Gaswolken sich durch ihre eigene
Schwerkraft zusammenziehen und verdichten. Urspruenglich sind diese
Gaswolken jedoch kalt und bestehen ueberwiegend aus atomarem
Wasserstoff. Die Kombination von jeweils zwei Wasserstoff-Atomen zu
einem Molekuel ist der erste Schritt zur Verdichtung der Wolke. "Dies
ist vermutlich die erste Beobachtung einer Wolke, die sich gerade in
diesem Uebergang befindet", erlaeutert Felix Lockman.

Die Gaswolke hat einen Durchmesser von 500 Lichtjahren und enthaelt
die 100.000-fache Masse der Sonne. Wenn sie sich weiter
zusammenzieht, werden aus ihr nicht nur ein, sondern viele Sterne
entstehen, so die Forscher. Die Gaswolke ist 16.300 Lichtjahre von
uns entfernt und befindet sich nahe einem der Spiralarme unserer
Milchstrasse.

Lockman und Minter vermuten, dass die Wolke mit Materie in dem
Spiralarm zusammengestossen ist. Dadurch sei eine Schockwelle in der
Wolke erzeugt worden, die den Uebergang vom atomaren zum molekularen
Zustand ausgeloest habe
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Bakterien aus dem Feuchtgebiet

Flussnahe Sumpfgebiete gelten allgemein als natuerliche Wasserfilter.
Die kuenstliche Anlage solcher Feuchtgebiete ist aber nicht immer
sinnvoll, berichten jetzt amerikanische Forscher. Stanley Grant und
seine Kollegen von der Universitaet von Kalifornien identifizierten
einen Sumpf nahe der kalifornischen Kueste als Brutstaette von
Faekalbakterien. Entsprechende Bakterien waren erstmals im Jahr 1999
in besorgniserregend grosser Zahl am Badestrand von Huntington Beach
gefunden worden.

Bei der Suche nach der Quelle der Krankheitserreger stiessen die
Forscher auf den ehemals natuerlichen Talbertsumpf in unmittelbarer
Naehe der suedkalifornischen Kueste. Das zwischenzeitlich trocken
gelegte Feuchtgebiet war vor elf Jahren rekonstruiert worden.
Allerdings gestand man dem Sumpf gerade einmal zehn Hektar Flaeche
zu. Urspruenglich hatte sich das Biotop ueber 1.200 Hektar erstreckt.

"Richtig angelegt koennte das Feuchtgebiet die Wasserqualitaet
verbessern", urteilt Stanley Grant. Der Sumpf sei aber viel zu klein,
um Filterfunktionen zu haben. Grant und seine Mitarbeiter
verspritzten im Feuchtgebiet einen Farbstoff, der kurz darauf an den
Badestraenden auftauchte. Nach Berechnungen der Wissenschaftler
benoetigt das schmutzige Flusswasser nicht einmal eine Stunde, um den
Sumpf zu durchqueren. In solch kurzer Zeit koenne kein natuerlicher
Filter wirken, kritisieren die Forscher. Die naechste Flut treibe das
Schmutzwasser dann vom Ozean an die Kueste zurueck.

In den letzten 200 Jahren sind in den USA die Haelfte aller
Feuchtgebiete verloren gegangen. Viele Bundesstaaten sehen sich jetzt
veranlasst, diese Flaechen zu rekultivieren. An Erfahrungen bestehe
aber noch erheblicher Mangel, gibt Ron Ferrell vom "North Carolina
Wetlands Restoration Program" zu bedenken. Er schaetzt, dass
fruehestens nach zwanzig Jahren gesagt werden koenne, ob eine
Rekonstruktion erfolgreich verlaufen sei.

Eines zeigt der Talbotsumpf immerhin schon heute: Mit bescheidenen
Kleinstprojekten beruhigt man bestenfalls sein Gewissen. Sollen
halbwegs natuerliche Zustaende hergestellt werden, muss dagegen in
grosszuegigem Massstab geplant werden.
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Bald Viren-Diagnostik per Chip

Gesundheitsschaedliche Viren koennen schon bald mit einem kleinen
DNA-Chip aufgespuert werden. Diese Moeglichkeit haben Itamar Willner
und Moshe Kotler von der Universitaet Jerusalem in Aussicht gestellt.
Die israelischen Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der die
Anwesenheit von Viren als elektrisches Signal angezeigt wird. "Unser
neuer Ansatz ist fuer eine breite Anwendung in Biochip-Techniken
geeignet," glaubt Willner.

Herz der Detektionseinheit ist ein elektrischer Signalwandler mit
Goldoberflaeche, auf der kurze Nukleinsaeurestraenge verankert
werden. Die Straenge sind das Gegenstueck zu einer Sequenz, die nur
in der Nukleinsaeure der jeweils gesuchten Virenspezies auftritt.
Sind diese Viren in einer Probe, bleiben ihre Saeuren an den
Straengen kleben wie an einer Leimrute.

Dadurch wird ein Enzym aktiviert, das die kurzen  "Leimruten" entlang
der Virus-Nukleinsaeure wie an einer Blaupause vervollstaendigt. Im
Zuge zweier spezieller Verstaerkungsschritte schlaegt sich die
Information auf dem Detektor nieder. Nun folgt die Signalwandlung,
die nach Aussage der Forscher auf zwei unterschiedliche Arten
ablaufen kann: Basiert der Mini-Detektor auf einer Mikroelektrode,
kann man messen, wie die entstehende Schicht den Elektronentransfer
behindert. Waehlt man dagegen einen Kristall als Traeger, laesst sich
die Massenzunahme der Schicht registrieren. Dicke und Masse der
Schicht geben Hinweise auf die Virenkonzentration der Probe.

Der Virenmelder schlaegt nach Aussage seiner Entwickler schon an,
wenn sich nur 60 Viren in einem Troepfchen von zehn Mikrolitern
befinden. Die Technik koennte sowohl in der Lebensmittelindustrie wie
auch der medizinischen Diagnostik eingesetzt werden.
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Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser
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