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MorgenWelt HEUTE vom 26.6.2001
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1. China kaempft gegen die Wueste
2. Wassersuche mit Satelliten
3. Mit "Spaghetti-Elektroden" gegen Herzrasen
4. Heisse Korona um Spiralgalaxie
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China kaempft gegen die Wueste

Die chinesische Hauptstadt Peking (Beijing) hat sich mit einem
dichten Gruenguertel umgeben. Gestern wurde die Aufforstung von 4.000
Hektar Flaeche offiziell abgeschlossen. Sechs Monate lang hatten die
Chinesen an einem Wald gebaut, der die Hauptstadt vor Sandstuermen
und Wuestenbildung schuetzen soll. "Wir haben die Baeume in den fuenf
wichtigsten Stadtgebieten gepflanzt, die von den Sandstuermen am
staerksten betroffen waren", sagte der Landschaftsplaner Cai Baojun
der Zeitung "China Daily".

Allein in diesem Fruehjahr war die Stadt gleich von mehreren
Sandstuermen heimgesucht worden. Wanderduenen sollen sich bis in das
landwirtschaftlich genutzte Umland und in einzelne Vororte im Norden
Pekings vorgeschoben haben. Sie sind Vorboten der Wueste, die sich
von der Mongolei kommend ueber den Norden Chinas immer weiter nach
Sueden ausdehnt.

Besonders gefaehrdete Stadtbereiche werden jetzt durch einen 200
Meter breiten Waldstreifen abgeschirmt. Ob der Gruenguertel auch
dauerhaft bestehen kann, ist allerdings noch offen. Trockenheit und
Temperaturschwankungen werden von Klimaforschern fuer die Ausbreitung
der Wuesten verantwortlich gemacht. Wie die neuen Waelder mit diesen
Bedingungen zurecht kommen, muss sich langfristig zeigen.

Die Planer hoffen, die Waelder koennten nicht nur Sand, sondern auch
Ueberschwemmungen baendigen. Der jetzt geschlossene Gruenguertel ist
Teil eines langfristigen Aufforstungsprojekts: Bis zum Jahr 2005 soll
die Haelfte des Pekinger Umlandes begruent werden. In die landesweite
Bekaempfung der Wuesten will China in den naechsten zehn Jahren
insgesamt noch 6 Milliarden Yuan investieren - umgerechnet fast 1,6
Milliarden Mark.
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Wassersuche mit Satelliten

Aus dem Weltraum geschossene Radarbilder der Erde koennen als
modernes Gegenstueck zur Wuenschelrute dienen. Dies berichten zwei
amerikanische Geowissenschaftler jetzt. Auf Satellitenaufnahmen
entdeckten sie einen unterirdischen Wasserspeicher, der nach einer
Regenperiode angeschwollen war und das ueber ihm liegende Erdreich
angehoben hatte.

Sichtbar wurde der Effekt durch eine Fernerkundungstechnik namens
InSAR (interferometric synthetic aperture radar), bei der die Erde
von Satelliten aus mit Radarimpulsen abgetastet wird. Aus Form und
Laufzeit der zum Satelliten zurueck reflektierten Impulse kann man
mit grosser Genauigkeit das Hoehenprofil der ueberflogenen Landschaft
bestimmen.

Zhong Lu und Wesley Danskin vom Geologischen Dienst der USA
analysierten solche Hoehenprofile, die zwei europaeische Satelliten
in den Jahren 1992 bis 1995 von Kalifornien angefertigt hatten. Als
sie Profile vor und nach einer Niederschlagsperiode verglichen,
entdeckten sie, dass sich der Grund in einer Region um mehrere
Zentimeter gehoben hatte.

Dort vermuten sie jetzt einen unterirdischen Wasserspeicher, der
durch die Regenguesse wieder aufgefuellt worden war. Ueber ihre
Forschung berichten sie in der Juli-Ausgabe der "Geophysical Research
Letters".

Der Befund zeigt, dass die Technik nicht nur zur praezisen Kartierung
einer Landschaft, sondern auch zum Aufspueren neuer
Trinkwasserquellen benutzt werden kann. Eine weitere
Anwendungsmoeglichkeit ist die Ueberwachung bereits bekannter
Wasserspeicher. Wenn diese im Laufe einer Trockenperiode zu sehr
austrocknen, kann das Gestein naemlich einbrechen und den Speicher
dauerhaft verschliessen.
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Mit "Spaghetti-Elektroden" gegen Herzrasen

Mit einer neuartigen Spezialelektrode sollen kuenftig Mediziner das
gefuerchtete Herzrasen besser diagnostizieren und behandeln koennen.
Das 80 Zentimeter lange und Spaghetti-duenne Instrument wurde von
Medizintechnikern und Aerzten am Universitaetsklinikum Jena
entwickelt. Sie stellten das Geraet heute erstmals auf einem Kongress
in Kopenhagen der Oeffentlichkeit vor. Die Elektrode wird ueber die
Speiseroehre eingefuehrt und soll praezise den "Kurzschluss" in der
Reizleitung des Herzmuskels aufspueren.

Patienten mit Herzrasen haben meist einen angeborenen Fehler im
bioelektrischen Leitungssystem des Herzens. Sie haben eine
zusaetzliche Nervenleitung,  die den natuerlichen Ausgangsimpuls fuer
den Herzschlag auffaengt und nochmals weitergibt - fast so wie bei
einem elektrischen Kurzschluss. Diesen Fehler mit einem Katheter zu
behandeln ist heute medizinischer Standard. Die stoerende
Leitungsbahn wird einfach unterbrochen. Aeusserst schwierig ist es
dagegen, den Fehler genau zu lokalisieren, da Herzrasen zumeist
spontan und unkontrolliert auftritt.

Die Jenaer Neuentwicklung soll da Abhilfe schaffen. Ueber einen nur
3,3 Millimeter duennen Schlauch wird die Elektrode durch die
Speiseroehre bis ins Herz geschoben. Fuer die Patienten ist das
schmerzfrei und kann ohne Betaeubung geschehen. Ueber die Elektrode
loesen die Aerzte dann zielgerichtet minimale elektrische Impulse
aus. Zugleich misst das Instrument direkt das Frequenzmuster der
elektrischen Reizleitung im Herzen. Die Aerzte koennen bei den
Patienten so ein Herzrasen gezielt ausloesen und zugleich die Ursache
genau lokalisieren.

In Deutschland kommt es zunaechst in kardiologischen Fachkliniken zum
Einsatz; sobald die Krankenkassen diese medizinische Leistung
anerkennen, werden es auch niedergelassene Fachaerzte fuer die
ambulante Diagnostik verwenden.
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Heisse Korona um Spiralgalaxie

Amerikanischen und deutschen Astronomen ist es erstmalig gelungen,
eine heisse Gaskorona um eine normale Spiralgalaxie aehnlich unserer
eigenen Milchstrasse nachzuweisen. Beobachtungen mit dem
amerikanischen Roentgensatelliten Chandra zeigen, dass die Galaxie
NGC 4631 in eine rund fuenf Millionen Lichtjahre grosse, mehrere
Millionen Grad heisse Gaswolke eingebettet ist.

Schon in den fuenfziger Jahren wurde die Existenz einer solchen
Gaskorona fuer unsere eigene Milchstrasse vorhergesagt. Doch ein
direkter Nachweis des heissen Gases war bislang nicht moeglich. Das
Gas sendet zwar Strahlung im Roentgenbereich aus, doch diese laesst
sich nicht von der Strahlung anderer Quellen in der Milchstrasse
trennen. So versuchen die Astronomen seit laengerem, Gaskoronen bei
anderen Spiralgalaxien nachzuweisen. Fuer den Nachweis kommen, so die
Forscher, nur Systeme in Frage, die wir genau von der Seite her
beobachten. So laesst sich, von aussen betrachtet, die Strahlung der
Korona von jener anderer Roentgenquellen in der Galaxie trennen.

Bei der Spiralgalaxie NGC 4631 wurden die Astronomen nun fuendig. Die
Galaxie steht im Sternbild Jagdhunde und ist rund 30 Millionen
Lichtjahre von uns entfernt.
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