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MorgenWelt HEUTE vom 9.7.2001
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1. Riesiges H�hlensystem in China entdeckt
2. Schnee versetzt Berge
3. Federbett + Sauerkraut = Deutschland
4. Guten Appetit, Andromeda!
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Riesiges H�hlensystem in China entdeckt

Ein ausgedehntes H�hlensystem hat ein internationales Forscherteam in
China entdeckt. Dies meldet die staatliche chinesische
Nachrichtenagentur Xinhua. Das System liegt in einem Karstgebiet nahe
der s�dchinesischen Stadt Lihu. Es besteht aus mehreren Hundert
Kammern sowie unterirdischen Fl�ssen. Experten sprechen von einem der
gr��ten H�hlensysteme der Welt.

Die bislang untersuchten H�hlen sind bis zu drei Kilometer lang und
besitzen mehrere Hundert Quadratmeter gro�e Hallen. "Die gr��te der
H�hlen ist fast so hoch wie der Berg, in dem sie liegt", sagte Zhu
Xuewen, einer der beteiligten Wissenschaftler. Auch die
unterirdischen Fl�sse besitzen imposante Dimensionen. Auf mehreren
Kilometern L�nge winden sie sich durch das Kalkgestein und sind bis
zu 50 Meter breit und 60 Meter tief.

In den H�hlenkammern finden sich zahlreiche Kalkstein-Perlen mit
Durchmessern von einem Millimeter bis zu f�nfzehn Zentimetern. Solche
Perlen wachsen �hnlich wie ihre Gegenst�cke im Meer, indem nach und
nach Kalkschichten um einen Kern herum abgelagert werden.

Nach Ansicht von Zhu ist die Entdeckung nicht nur von
wissenschaftlichem Interesse. Sie k�nne auch die touristische
Erschlie�ung des Gebietes in der Autonomen Region Guangxi Zhuang
f�rdern.
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Schnee versetzt Berge

Unter seiner Schneelast sinkt das nordjapanische Gebirge allj�hrlich
um mehrere Zentimeter ab. Diese Ansicht vertritt ein japanischer
Geowissenschaftler jetzt. Auch seitliche Verschiebungen der Erdkruste
w�rden durch die meterhohe Schneedecke ausgel�st. Mit einsetzendem
Tauwetter federe das Gebirge jedoch wieder zur�ck.

Das erdbebengeplagte Japan ist mit einem dichten Netz von
Messstationen des Globalen Positionierungssystems (GPS) �berzogen, um
die Bewegungen der Erdkruste zu verfolgen. R�tselhafterweise zeigen
diese Daten j�hrliche Oszillationen: Der Norden Japans sinkt im
Winter vor�bergehend um bis zu zwei Zentimeter ab. Dabei verschiebt
es sich auch in horizontaler Richtung um mehrere Millimeter.

Als Ursache vermutete Kosuke Heki vom Nationalen Astronomischen
Observatorium in Mizusawa die gewaltigen Schneemassen, die sich
allj�hrlich im Gebirge Nordjapans anh�ufen. Besonders an den
westlichen H�ngen werden dort regelm��ig Schneeh�hen von bis zu drei
Metern erreicht, da kalte und trockene Westwinde aus Sibirien �ber
dem Japanischen Meer viel Feuchtigkeit aufnehmen.

Um seine Vermutung zu �berpr�fen, berechnete Heki, welches Gewicht
notwendig ist, um die Erdkruste entsprechend zu verbiegen. Diese
Werte rechnete er dann in Schneeh�hen um. Das Resultat deckte sich
mit den tats�chlich beobachteten Schneemengen, berichtet er in
"Science".

Noch ist unklar, ob die Schneelast auch f�r die h�ufigen
Fr�hjahrs-Erdbeben in Japan verantwortlich ist. Zwar bestehe eine
gute zeitliche �bereinstimmung, so Heki. Das Ursprungsgebiet der
Erdbeben, der Westrand der japanischen Erdplatte, liege jedoch weitab
der Berge im Japanischen Meer. Daher h�lt er einen Zusammenhang f�r
wenig plausibel.
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Federbett + Sauerkraut = Deutschland

Deutsche ern�hren sich von Sauerkraut und schlafen in Federbetten.
Dieses Bild zeichneten die britischen Karikaturisten im 18.
Jahrhundert von Deutschland. Damit kommen wir im Vergleich zu anderen
europ�ischen L�ndern aber noch gut weg, findet Silke Meyer,
Volkskundlerin an der Universit�t M�nster. Sie geht derzeit als erste
Forscherin der Frage nach, wie die britische Gebrauchsgrafik die
Nachbarn auf dem Festland wahrnahm.

Daf�r wertet die Wissenschaftlerin unter anderem die mehr als 10.000
Bl�tter aus, die allein im British Museum lagern. "Zum einen gab es
in England bereits damals keine Zensur und damit auch ein
ausgesprochenes Vergn�gen an der Karikatur, zum anderen war die
englische Druckgrafik technisch sehr weit entwickelt", sagt Meyer.
Die Bilder hatten nach Auskunft der Forscherin einen sehr viel
h�heren Stellenwert als heute. Sie wurden in Alben gesammelt oder
schm�ckten die W�nde in Wohungen.

Im Vergleich zu den europ�ischen Nachbarn zeigt das Deutschlandbild
weniger ausgepr�gte Stereotypen. Sauerkraut und Federbett sind die
einzigen feststehenden Attribute. Das erkl�rt sich nach Meinung der
Forscherin dadurch, dass Deutschland zu dieser Zeit noch nicht zu
einem Staat zusammengewachsen war. Au�erdem war das Bild von den
Deutschen �berwiegend positiv besetzt. Durch die enge Personalunion
zwischen England und Hannover und das B�ndnis mit Preu�en, waren die
Engl�nder den Deutschen gegen�ber sehr viel freundlicher eingestellt
als den Franzosen oder Holl�ndern.

Die Holl�nder, die nach dem drei�igj�hrigen Krieg zu ernsthaften
Wirtschaftskonkurrenten der Briten geworden waren, kommen am Ende des
17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts besonders schlecht in den
Darstellungen weg: In den meisten Karikaturen und Grafiken zeichnet
sich der Holl�nder durch eine feiste st�mmige Figur aus, bodenst�ndig
und phlegmatisch, charakteristisch dargestellt vor allem in seiner
K�rperhaltung mit parallel gestellten Beinen, festem Schritt und den
H�nden in den Hosentaschen, um abwartende Gleichg�ltigkeit zu
signalisieren. Zu seinen st�ndigen Attributen geh�rt die Pfeife eines
Bauern.

Die Darstellung der Franzosen sei besonders interessant unter dem
Gesichtspunkt der Franz�sischen Revolution, sagt die Forscherin. Nach
1798 wird der bis dahin eitle, modes�chtige und geckenhafte Franzose,
portr�tiert in zierlicher K�rpergestalt, spitzer Physiognomie und
ausladendem Gestus ersetzt durch das Bild des Revolution�rs:
Verkniffen, verh�rmt, verwahrlost sind die Gestalten, die f�r das
revolution�re Frankreich stehen. Nach den napoleonischen Kriegen wird
dann wieder auf alte Klischees vom Erzfeind zur�ckgegriffen.
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Guten Appetit, Andromeda!

Unsere Nachbargalaxie Andromeda verspeist eine ganze Reihe kleinerer
Zwerggalaxien. Zu diesem Ergebnis ist jetzt ein internationales Team
von Astronomen unter der Leitung von Rodrigo Ibata von der Sternwarte
Stra�burg gekommen. Auf einer Reihe von Aufnahmen der �u�eren
Regionen der Spiralgalaxie stie�en die Forscher auf Str�me von
Sternen, die Andromeda offenbar ihren kleineren Begleitern M32 und
NGC205 entrissen hat.

Andromeda �hnelt unserer eigenen Milchstra�e und ist mit einer
Entfernung von "nur" 2,5 Millionen Lichtjahren die uns am n�chsten
gelegene gro�e Galaxie. Wie die Milchstra�e enth�lt sie rund 100
Milliarden Sterne.

In den letzten Jahren waren die Astronomen schon in der Milchstra�e
auf Sternstr�me gesto�en, die sie als Indizien f�r "Kannibalismus"
unter den Galaxien werteten. Die Himmelsforscher gehen davon aus,
dass gro�e Galaxien durch die Verschmelzung kleinerer Sternsysteme
entstehen, und dass dieser Prozess noch heute andauert. Die
Entdeckung der Sternstr�me in der Milchstra�e und in Andromeda
unterst�tzen diese Vorstellung.
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