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MorgenWelt HEUTE vom 10.7.2001
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1. Blinde Passagiere im Gluecksbambus
2. Die Aerodynamik der Duschkabine
3. Schizophrenie als Wurzel des Jazz?
4. Europa und China: Doppelstern im All

TV-Tipp: Die Planeten
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Blinde Passagiere im Gluecksbambus

Im Hafen von Los Angeles ist erstmals der Asiatische Tiger-Moskito
(Aedes albopictus) gefunden worden. Das Insekt verdankt seinen Namen
den weissen Streifen auf dem Koerper. Wer von dem winzigen "Tiger"
gestochen wird, der kann sich schnell gefaehrliche Infektionen
einhandeln.

Gefunden wurde der Moskito in fuenf oertlichen Baumschulen, die den
so genannten Gluecksbambus verkaufen. Bei der Pflanze handelt es sich
um eine Variante des Drachenbaums, die in Asien beheimatet ist.

Seit drei Jahren wird die Pflanze, die auch in Deutschland
erhaeltlich ist, schon in die USA importiert - bis vor kurzem
allerdings nur in Form trockener Wurzelstoecke. Neuerdings werden die
Pflanzen in kleine Wassertoepfe gesteckt, um sie laenger frisch zu
halten. In diesem Wasser habe der Moskito als blinder Passagier
einreisen koennen, sagen jetzt die amerikanischen
Gesundheitsbehoerden. Das �US Center for Disease Control and
Prevention� hat die Einfuhr des Drachenbaums deshalb vorerst verboten.

Infektionsspezialisten warnen seit laengerem, dass sich durch
internationale Handelswege fuer Bakterien und Insekten neue
Lebensraeume erschliessen. Aus diesen Gruenden werden beispielsweise
Wassertanks von Frachtschiffen regelmaessig kontrolliert. "Wir
muessen in unserer ueberwachung noch viel sorgfaeltiger werden,"
raeumte jetzt Frank Hall ein, Leiter einer Spezialturppe, die in Los
Angeles County fremde Insekten an der Einreise hindern soll.

Die Fachleute befuerchten, dass die jetzt entdeckten Tiger-Moskitos
nicht die ersten Exemplare waren, die ueber den Gluecksbambus in die
USA gekommen sind. "Wenn der Asiatische Tiger-Moskito bei uns Fuss
fassen kann, wird das Insekt praechtig gedeihen," sagt der Biologe
Robert Novak vom Illinois Natural History Survey voraus. Das Insekt
koenne andere Stechmuecken verdraengen und Virus-Erkrankungen den Weg
ebnen.

Erfahrungen mit einer ersten Moskito-Welle machte der Suedosten der
USA bereits Mitte der 80er Jahre. Damals wurde das Insekt ueber Japan
oder Taiwan importiert. Weil sie auch tagsueber Blut saugen und der
Nachwuchs extrem schnell heranwaechst, haben sich die Plagegeister an
einigen Standorten etablieren koennen.

In Kalifornien dagegen geben die Experten vorerst Entwarnung: Weder
habe sich das Insekt ansiedeln koennen, noch habe man verdaechtige
Infektionen registriert. Manche US-Biologen meinen sogar, der
Tiger-Moskito koenne nur in Treibhaeusern ueberleben. Das Land bleibe
dagegen dank des trockenen kalifornischen Klimas verschont.
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Die Aerodynamik der Duschkabine

Neue Erkenntnisse zu den Widrigkeiten der Koerperhygiene liefert ein
amerikanischer Ingenieur jetzt. Er fand heraus, warum sich ein
Duschvorhang ohne ersichtlichen Grund in die Dusche hinein woelbt und
am Koerper des Duschenden festhaftet. Schuld ist demnach der
Wasserstrahl.

Mit einem Computermodell zerlegte David Schmidt von der University of
Massachusetts das Innenere einer Duschkabine in 50.000 Raumelemente.
Dann berechnete er die Luft- und Wasserstroeme zwischen den
Elementen. Das Ergebnis: Nahe des Duschkopfes reisst das austretende
Wasser die Luft mit und setzt sie in Bewegung. Das gleiche bewirken
die fallenden Wassertropfen. Auf diese Weise entsteht in der
Duschkabine ein Luftwirbel, der den Duschvorhang in die Kabine hinein
saugt.

Dieses Modell koenne jedermann daheim ueberpruefen, so Schmidt. Man
muesse nur die Dusche aufdrehen, den Vorhang zu ziehen und dann von
aussen Rauch in die Kabine pusten.
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Schizophrenie als Wurzel des Jazz?

Die Schizophrenie-Erkrankung eines Musikers koennte zur Entstehung
des Jazz gefuehrt haben, glaubt ein englischer Psychiater jetzt.
Seiner Ansicht nach begann der Trompeter Charles "Buddy" Bolden mit
dem Improvisieren, als seine mentalen Faehigkeiten nachliessen. Da er
keine Noten lesen konnte, habe er sich auf diese Weise durch die
Stuecke gerettet und so den Anstoss zur Entwicklung des modernen Jazz
geliefert.

Wie Sean Pence von der Universitaet Sheffield auf dem Jahrestreffen
des "Royal College of Psychiatrists" in London berichtete, ergibt
sich dies aus der Biographie des Musikers.

Buddy Bolden war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Bandleader in New
Orleans und aufgrund seines klaren Trompetentons extrem populaer. Im
Jahr 1906 verschlechterte sich sein gesundheitlicher Zustand jedoch
rapide. Schliesslich wurde bei ihm die Diagnose "Dementia praecox"
gestellt. Dieser veraltete Begriff bezeichnet eine Form der
Schizophrenie. Aufgrund der Krankheit wurde Bolden in eine Anstalt
eingeliefert, wo er 25 Jahre spaeter starb. Er gilt heute als einer
der Vaeter des Jazz.
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Europa und China: Doppelstern im All

Die europaeische Weltraumagentur ESA streckt ihre Fuehler immer
weiter aus: Schon im naechsten Jahr sollen chinesische Satelliten
europaeische Weltraumexperimente an Bord haben. Eine entsprechende
Vereinbarung unterzeichneten die Direktoren der Nationalen
Weltraumagentur Chinas (CNSA) und der ESA gestern in Paris. Bereits
im Mai hatte die ESA ein Kooperationsabkommen mit der russischen
Rosaviakosmos getroffen.

"Dieses uebereinkommen markiert einen wichtigen Fortschritt fuer die
internationale Zusammenarbeit bei der Erschliessung und friedlichen
Nutzung des Weltraums", so Antonio Rodot�, der Generaldirektor der
ESA. Es sei ein Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen der ESA
und China, seit vor ueber 20 Jahren zum ersten Mal der Austausch
wissenschaftlicher Daten beschlossen worden sei.

Das erste chinesisch-europaeische Projekt traegt den Namen "Double
Star". Dabei sollen zwei Satelliten den Sonneneinfluss auf das
Erdmagnetfeld erforschen. Der "Doppelstern" ergaenzt damit das
europaeische "Cluster"-Quartett - eine Miniflotte von Satelliten, mit
der die dreidimensionale Struktur des Sonnenwindes erforscht wird.
Entsprechend sollen die "Double Star"-Satelliten zehn Instrumente
tragen, wie sie auch bei "Cluster" zum Einsatz kommen. Von
chinesischer Seite werden acht weitere Instrumente beigesteuert.

"Wir hoffen, dass mit Cluster und Double Star koordinierte Messungen
moeglich sein werden", sagte Philippe Escoubet, einer der
"Cluster"-Wissenschaftler. "Beispielsweise wuerden wir gerne eine
gemeinsame Erkundung der Magnetosphaere unternehmen. In dieser Region
entstehen Schauer von hochenergetischen Partikeln, die Satelliten
beschaedigen und auf der Erde zu Stromausfaellen und
Kommunikationsstoerungen fuehren koennen."
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TV-Tipp: Die Planeten

Vor drei Jahren produzierte die BBC die achtteilige Fernsehserie "The
Planets". Mit atemberaubenden Computer-Animationen zeigt sie den
Aufbruch der Menschheit in ihr Sonnensystem und erzaehlt, was
Forscher heute darueber wissen. Die deutsche Fassung entstand ein
Jahr spaeter fuer den NDR, der die Reihe jetzt im Sommer 2001 am
Dienstagabend unter dem Titel "Die Planeten" um 22:15 wiederholt.
Mehr dazu unter http://www.morgenwelt.de/service/planeten.htm . Dort
finden Sie auch einen Link zu einem Versand, bei dem Sie sie die
wunderbare Reihe in der Fassung der BBC als DVD guenstig erwerben
koennen.
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Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe:
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Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke
Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser
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