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MorgenWelt HEUTE vom 25.7.2001
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1. "Oetzi" wurde durch einen Pfeil getoetet
2. Marihuana-Alternative entdeckt
3. Auch wenig Passivrauch ist schon gefaehrlich
4. Reisepass fuer Schildkroeten
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"Oetzi" wurde durch einen Pfeil getoetet

Der in den Oetztaler Alpen gefundene Gletschermann "Oetzi" ist durch
einen Pfeil in der rechten Schulter ums Leben gekommen. Das ergaben
wissenschaftliche Untersuchungen, die nach Angaben des ORF heute, am
Mittwoch, im Suedtiroler Archaeologiemuseum in Bozen praesentiert
wurden.

Auf computertomographischen Aufnahmen sei die Form einer Pfeilspitze
deutlich erkennbar gewesen, so Paul Gostner, Leiter des Krankenhauses
in Bozen (Tirol). Im linken Schulterblatt sei ausserdem ein "ovales,
etwa zwei Zentimeter grosses Loch" zu sehen. Aufgrund der Form,
Groesse, Materialdichte und seiner Oberflaechenbeschaffenheit koenne
der Fremdkoerper eindeutig als "Silex-Pfeilspitze" identifiziert
werden.

"Die Waffe ist schaetzungsweise fuenf bis sieben Zentimeter tief von
hinten in den Koerper eingedrungen", erklaerte Egarter Vigl, einer
der Forscher. Lebenswichtige Organe duerften dabei aber keine
getroffen worden sein, da der Pfeil in einer Entfernung von etwa zwei
Zentimetern von der Lunge im Weichgewebe stecken geblieben war.
Moeglicherweise habe die Verletzung eine Laehmung des linken Armes
bewirkt, da sich nahe der Pfeilspitze ein Gefaess-Nervenbuendel
befinde.

Der "Mann aus dem Eis" war vor rund zehn Jahren, am 19. September
1991, am Hauslabjoch gefunden worden. Ueber sechs Jahre lang war der
5.300 Jahre alte Fund im Anatomischen Institut Innsbruck unter
gletscheraehnlichen Bedingungen in speziell konstruierten Kuehlzellen
untergebracht worden. Im Januar 1998 war Oetzi ins Archaeologiemuseum
nach Bozen ueberstellt worden.
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Marihuana-Alternative entdeckt

Marihuana ist nicht nur eine Rauschdroge, sondern auch ein Mittel
gegen Schmerzzustaende, Schlafstoerungen und Appetitlosigkeit. Das
wird von Medizinern heute kaum noch bestritten. In Deutschland ist
Cannabis als Medikament aber verboten. In Zukunft koennte eine
Alternative zu dem umstrittenen Rauschmittel zur Verfuegung stehen:
Amerikanische Wissenschaftler konnten bei Maeusen durch Verabreichung
der Substanz Anandamid in Kombination mit der Hemmung eines Enzyms
Koerperreaktionen erzeugen, die der Wirkung von Marihuana sehr
aehnlich sind.

Die aktive Komponente von Marihuana ist Tetrahydrocannabinol (THC).
Verantwortlich fuer die Wirkung von Cannabis sind Hirnrezeptoren, an
die sich das THC bindet. Das koerpereigene Cannabinoid Anandamid
dockt im Reagenzglas an die selben Rezeptoren an. Verabreichte man
aber Labormaeusen die Substanz, zeigte sie kaum Wirkung.

Forscher vom Scripps Research Institute in Kalifornien und von der
Virginia Commonwealth University haben jetzt die Ursache dafuer
entdeckt: Anandamid wird im Gehirn lebender Tiere sehr schnell von
dem Enzym Fettsaeure-Amid-Hydrolase (FHHC) abgebaut.

Zum Nachweis ihrer These zuechteten die Wissenschaftler Maeuse ohne
funktionales FHHC-Enzym und gaben ihnen Anandamid. Schon nach wenigen
Minuten traten bei den Tieren Symptome auf, die sonst nur durch
Marihuana-Konsum verursacht werden. Die Maeuse empfanden weniger
Schmerz und die Koerpertemperatur sank. Bei Versuchstieren mit
aktivem FHHC-Enzym bewirkte Anandamid hingegen nichts.

Die Forscher hoffen, dass ihre Entdeckung in Zukunft zur Therapie von
Krankheiten eingesetzt werden kann. Vor allem einige Symptome der
Immunschwaechekrankheit AIDS koennten mit der Marihuana-Alternative
behandelt werden. Bis ein Medikament auf den Markt kommt, werden aber
noch viele Jahre vergehen. AIDS-Kranken bleibt nur die Hoffnung, dass
deutsche Politiker bald einer Legalisierung von Cannabis fuer
medizinische Zwecke zustimmen. Als Vorbild koennte Kalifornien
dienen: Dort votierte die Bevoelkerung 1996 in einem Volksbegehren
fuer die kontrollierte Vergabe von Marihuana an Kranke.
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Auch wenig Passivrauch ist schon gefaehrlich

Schon eine halbe Stunde Aufenthalt in einem Raucherraum ist
schaedlich. Wie japanische Forscher entdeckten, werden auch bei
Nichtrauchern infolge des Passivrauchens die Herzkranzgefaesse nicht
mehr richtig durchblutet.

Die japanischen Aerzte untersuchten 15 Raucher und 15 Nichtraucher.
Mittels Ultraschall wurde die Herzgefaessdurchblutung der Probanden
gemessen, nachdem sie sich eine halbe Stunde im Raucherraum eines
Krankenhauses aufgehalten hatten. Bei den Rauchern war die
Durchblutung schon vor dem Aufenthalt im Raucherzimmer gestoert. Bei
den Nichtrauchern nahm sie erst durch das Passivrauchen deutlich ab.

"Die Funktion der Gefaesswandzellen wird gestoert", erlaeutert Ryo
Otsuka von der Osaka City Universitaet in Osaka. Dies sei der Beginn
einer Arteriosklerose, der gefaehrlichen Verkalkung der Arterien.

Auch die Herzen der Passivraucher werden also in Mitleidenschaft
gezogen, folgern die Aerzte. "Raucher und Nichtraucher haben fuer
kurze Zeit gleiche Verhaeltnisse in ihren Herzkranzgefaessen",
erklaert Otsuka. Diese Ergebnisse seien ein weiterer guter Grund, die
Bevoelkerung vor dem Passivrauch zu schuetzen, sagen die Aerzte.
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Reisepass fuer Schildkroeten

Drei wertvolle afrikanische Schildkroeten-Arten duerfen wieder durch
die USA reisen. Sie muessen allerdings einen Reisepass mit sich
fuehren, in dem ein Tierarzt der Schildkroete bescheinigt, frei von
Zecken zu sein. Der Hintergrund: Das US Department of Agriculture
(USDA) hatte im Maerz letzten Jahres nicht nur den Import in, sondern
auch den Transport durch die USA verboten. Damit sollte der Parasit
Cowdria ruminantium aus Nordamerika ferngehalten werden, der durch
afrikanische Zecken uebertragen wird.

Cowdria ist ein aktuelles Beispiel fuer die Gefahr, durch
internationale Tiertransporte Erreger um die Welt zu befoerdern.
Cowdria kann Rinder, Schafe, Ziegen und Rotwild befallen. Der Erreger
nistet sich ins Herzgewebe ein, laesst es mit Fluessigkeit
anschwellen und fuehrt so den Tod des Tieres herbei. Die
afrikanischen Wildbestaende besitzen meist natuerliche Resistenzen.
Die amerikanische Landwirtschaft aber koennte 80 Prozent ihrer
Bestaende durch den Erreger verlieren, schaetzt das USDA.

Zwar ist der tropische Parasit noch nie in den USA aufgetaucht, doch
befuerchten die Fachleute, dass die suedlichen Bundesstaaten warm
genug fuer die uebertragenden Zecken sein koennten. Der globale
Temperaturanstieg traegt dazu bei, das Risiko zukuenftig zu
vergroessern. "Unsere groesste Sorge ist, dass sich die Zecken in
Regionen wie etwa Florida etablieren koennten", erklaert der
Entomologe David Wilson von der USDA.

Im Fruehjahr 2000 schienen sich die Befuerchtungen zu bestaetigen:
Die erste Zecke wurde an einer importierten, afrikanischen
Schildkroete entdeckt. Seitdem duerfen Pantherschildkroete
(Geochelone pardalis), Spornschildkroete (Geochelone sulcata) und
Glattrand-Gelenkschildkroete (Kinixys belliana) in den USA weder
importiert noch gehandelt werden.

Zumindest der Handel der seltenen und unter Sammlern begehrten Tiere
ist jetzt wieder freigegeben. Die noetigen Reisepapiere werden die
Schildkroeten um 25 bis 50 Dollar pro Tier verteuern. Eigentlich ein
unnoetiger Aufwand, denn die Bestaende professioneller Haendler, die
die Tiere in den USA nachzuechten, gelten heute als zeckenfrei.

Weiterhin verboten bleibt der Import afrikanischer Schildkroeten. Die
profitieren jetzt von der Zecken-Gefahr: Seit der Handel mit den USA
unterbrochen wurde, haben sich die gefaehrdeten Wildbestaende
deutlich erholt.
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