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MorgenWelt HEUTE vom 24.7.2001
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1. Japanische Fische verweiblichen
2. Artenvielfalt in der Arktis bedroht
3. Kunst-Download aufs Handy
4. Sushi  ist gesuender als frischer Fisch
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Japanische Fische verweiblichen

Oestrogene in japanischen Kuestengewaessern loesen bei maennlichen
Fischen die Ausbildung weiblicher Attribute aus. Dadurch seien ganze
Fischpopulationen ernsthaft bedroht, warnen japanische
Wissenschaftler. Besonders gefaehrdet sind demnach Gebiete in der
Naehe von grossen Staedten. Dort werden Abwaesser mit sehr hohen
oestrogen-Konzentrationen ins Meer geleitet. Bis vor kurzem gingen
Wissenschaftler davon aus, dass weibliche Hormone im Salzwasser die
Fischwelt nicht beeinflussen. Das wird durch neue Studien widerlegt.

Shinya Hashimoto von der University of  Shizuoka fand in den
Gewaessern vor Tokio maennliche Heringsfische mit weiblichen
Eizellen.  In einer anderen Untersuchung entdeckten Forscher vor
Osaka Grundel-Maennchen mit einer sechzigfach hoeheren Konzentration
eines weiblichen Proteins als Artgenossen in unbelasteten Gebieten
aufweisen. Einige maennliche Meeraeschen hatten in ihrem Blut sogar
einen tausendfach hoeheren Wert.

Dies seien extrem hohe Konzentrationen, die "normalerweise nur
auftauchen, wenn man die weibliche Hormone direkt in den Koerper der
Fische injiziert", warnt Kioyshi Soyana von der Nagasaki University.

Die Verweiblichung der Fische koennte deren Fortpflanzungsfaehigkeit
nachhaltig vermindern. Eine geringere Fruchtbarkeit von wichtigen
kommerziellen Fischarten gefaehrdet vor allem die Fischerei. Die
Forscher koennen nicht ausschliessen, dass der Konsum von
Oestrogen-belastetem Fisch auch fuer den Menschen schaedlich ist.
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Artenvielfalt in der Arktis bedroht

Selbst kleine Stoerungen richten in arktischen Oekosystemen dauerhaft
Schaeden an. Schon einmalige Durchfahrten von Kettenfahrzeugen
koennen Wiesen austrocknen. Das berichten Forscher in der neuesten
Ausgabe von "Conservation Biology". Demnach wird die Artenvielfalt im
Norden jenseits der Baumgrenze nachhaltig durch menschliche
Aktivitaeten bedroht.

Die Studie beschreibt, dass nicht nur grossflaechige Eingiffe in die
sensiblen Oekosysteme zu langfristigen Schaeden fuehren. Auch die
Summe der vielen kleinen Stoerungen hat fatale Folgen. Trampelpfade
durch Oekotourismus gefaehrden etwa die Pflanzenvielfalt in der
Tundra, weil sie das Wachstum von Weiden und wuchernden Grasarten
beguenstigen.

Noch gefaehrlicher fuer das Oekosystem sind Fahrzeuge. Schwere
Gefaehrte hinterlassen oft eine Spur der Verwuestung: Zwergstraeucher
sterben, Wiesen trocknen aus und der Permafrostboden schmilzt. In
extremen Faellen, so der Oekologe Bruce Forbes, werde die
Pflanzendecke dauerhaft zerstoert. Aber selbst kleine, ausgetrocknete
Areale brauchen 20 bis 75 Jahre, um sich wieder zu erholen.
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Kunst-Download aufs Handy

Kunstfreunde koennen sich die Werke britischer Kuenstler nicht nur an
die Wand haengen, sondern kuenftig auch auf das Mobiltelefon laden.
Die Kunstgalerie Britart und der Mobilfunkbetreiber Vodafone haben
ein entsprechendes Abkommen geschlossen. Ab morgen werden demnach
acht Arbeiten aktueller britischer Kuenstler wie George Barber und
Tracey Newman zum Download bereitstehen. Die winzigen Pixelwerke
sollen die herkoemmlichen Displays der Handys ersetzen.

Die minimalistische Telefon-Kunst gibt es fuer jeweils 36 Pence, also
etwa eine Mark. Die Galerie Britart eroeffnet damit einen
Vertriebsweg, den bereits Anbieter alternativer Logos und
Klingeltoene beschritten haben. Moderne Kunst werde so fuer jedermann
erschwinglich, meinte eine Sprecherin von Vodafone gegenueber der BBC.

"Fuer das Display zu arbeiten, ist eine echte Herausforderung" sagte
Tracey Newman dem "Guardian". Doch die Handy-Kunst findet nicht nur
Anerkennung: David Lee, Kunstkritiker und Herausgeber des Magazins
Jackdaw zeigte sich skeptisch ueber den Wert der Kunst fuer 36 Pence.
"Meiner Meinung nach sind das noch 35,9 Pence zu viel", kritisiert
Lee in der BBC und bezeichnete die Idee als "einfaeltig und
infantil".

"Wir leben in einer Zeit, in der Kuenstler alles, was sie tun, fuer
Kunst halten", so Lee weiter, "aber Kunst entsteht durch Leistung,
nicht bloss durch einen Namen. Wenn es die Absicht war, auf diese
Weise mehr Menschen zur Kunst zu fuehren, dann ist es jedenfalls der
falsche Weg."
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Sushi  ist gesuender als frischer Fisch

Sushi ist deutlich keimaermer als Fischfilets oder ganze Fische. Das
haben jetzt Wissenschafter der Universitaet Wien herausgefunden. Sie
untersuchten bei 177 Proben von Frischfisch und Sushi aus Wiener
Geschaeften und Restaurants den Hygienestatus und die Keimbelastung.

Auf den frischen Fischen fanden die Forscher erstaunlich grosse
Mengen an Keimen. Bei der Haelfte der Proben fanden sie ueber 500.000
pro Gramm. Bei einem Viertel sogar 2 Millionen. Am haeufigsten
vertreten waren sogenannte Pseudomonaden, das sind kaelteangepasste,
eiweissspaltende Bakterien. Sie sind zwar nicht schaedlich, sorgen
aber dafuer, dass der Fisch verdirbt. Krankmachende Bakterien wie
Listerien und Yersinien waren in knapp einem Fuenftel der Proben
nachweisbar, meist jedoch in sehr niedrigen Konzentrationen.

Besonders erstaunt waren die Forscher jedoch, als sie Sushi aus
japanischen Restaurants untersuchten. Sushi besteht meist ebenfalls
aus rohem Fisch. Trotzdem betrug die Keimbelastung nur etwa ein
Zehntel der frischer Fischfilets oder ganzer Fische. Noch raetseln
die Wiener Wissenschaftler ueber die Ursache des erstaunlichen
Ergebnisses. Vermutlich, so spekulieren sie, liegt das einer
besonders sorgfaeltige Auswahl des Rohmaterials sowie einem hohen
Hygienestandard in japanischen Restaurants.
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