MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 30.7.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Leben auf dem Mars uebersehen? 2. Roboter-Korsett hilft beim Heben 3. In Mexiko heilen die Schamanen 4. Dino-Fund: Iguanodon ausgegraben ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Leben auf dem Mars uebersehen? Auf dem Mars gibt es Leben und man hat es 25 Jahre lang uebersehen. Mit dieser provokanten Hypothese sorgt der amerikanische Zellbiologe Joseph Miller fuer Aufsehen. Seine Ansicht stuetzt er auf Messdaten, die zwei Marssonden Mitte der 70er Jahre gesammelt hatten. Darin zeige sich ein chemisches Aktivitaetsmuster, das nur von lebenden Organismen stammen koenne, so Miller. Der Forscher von der University of Southern California, San Diego, untersuchte Daten, die die amerikanischen Viking-Sonden im Jahr 1976 auf dem Mars gesammelt hatten. Damals hatte man zwar Reaktionen im Marsboden nachweisen koennen. Diese haetten jedoch auch rein chemischer Natur sein koennen, weswegen die Frage ungeklaert blieb. Miller konzentrierte sich nun auf periodische Schwankungen in den Viking-Daten. Seiner Ansicht nach koennen diese nur durch Aktivitaetsrhythmen erklaert werden, wie sie auch viele irdische Organismen aufweisen. "Das Signal hat einen sehr praezisen circadianen Rhythmus von 24,66 Stunden", so Miller. "Dies ist besonders bemerkenswert, da es genau der Laenge eines Marstages entspricht." Zudem sei die Stoffwechselaktivitaet von leichten Temperaturfluktuationen im Inneren der Instrumentenkapseln abhaengig gewesen. Auch waeren rein chemische Reaktionen in den Bodenproben sehr schnell zum Erliegen gekommen. Dennoch haetten die periodischen Aktivitaetsschwankungen in den Proben ueber neun Wochen angehalten. Miller ist sich daher "zu 90 Prozent" sicher, dass es tatsaechlich Leben auf dem Mars gibt. (Kurzfassung, in MorgenWelt online finden Sie eine lange Version der Geschichte: http://www.morgenwelt.de/news/99649399466637.shtml ) ------------------------------------------------------------------- Roboter-Korsett hilft beim Heben Ein Roboter-Korsett soll Krankenschwestern beim Heben von Patienten helfen. Keijiro Yamamoto und sein Team vom Kanagavo Institut of Technology in Japan stellten jetzt einen Prototypen vor, der das Tragen von schweren Gewichten erheblich erleichtern soll. Dies berichtet der "New Scientist" in seiner Online-Ausgabe. Das Korsett wird an der Huefte des Pflegepersonals befestigt und erstreckt sich vom Ruecken bis zu den Fuessen. So bleibt die Bewegungsfreiheit nach vorne vollstaendig erhalten. Sensoren werden an den wichtigen Muskelgruppen befestigt und senden beim Heben Daten an einen Mikrocomputer. Dieser berechnet die Kraft, die zur Unterstuetzung der einzelnen Muskeln noetig ist. Fuenf mit Druckluft betriebene Metallstuetzen an den Ellenbogen, den Knien und an der Taille helfen dann je nach Bedarf beim Heben. In einem Test konnte eine 64 Kilogramm schwere Krankenschwester problemlos einen 70 Kilogramm schweren Patienten anheben und sogar tragen. Der Prototyp des Korsetts wiegt 18 Kilogramm und zieht noch ein unueberschaubares Wirrwarr von Kabeln und Druckluftschlaeuchen hinter sich her. Yamamoto glaubt, das Gewicht schon bald um die Haelfte reduzieren zu koennen. Auch die Handhabbarkeit des Stuetzanzugs will der Entwickler deutlich verbessern. Das Roboter-Korsett koennte sich als wahrer Segen fuer Krankenschwestern und Physiotherapeuten erweisen. Diese Berufsgruppen leiden vermehrt unter Rueckenschmerzen, die haeufig durch ueberlastungen beim Heben entstehen. Yamamoto will das Korsett in zwei Jahren auf den Markt bringen. Voraussichtlicher Preis: 4000 DM. ------------------------------------------------------------------- In Mexiko heilen die Schamanen Auch im Krankenhaus koennen sich Patienten in Mexiko jetzt von Schamanen und Medizinmaennern behandeln lassen. Im Fray Antonio Alcalde Krankenhaus in Guadalajara helfen die Zauberheiler ganz offiziell psychisch kranken Patienten. Dies meldet die spanische Nachrichtenagentur EFE. "Vor allem die Langzeiterfolge bei mexikanischen Ureinwohnern koennen durch die transkulturelle Therapie verbessert werden", begruendet Sergio Villasenor, der Direktor der Psychiatrie, den unkonventionellen Schritt. Indianer seien bei psychischen Erkrankungen davon ueberzeugt, verhext zu sein, erklaert der Arzt am Beispiel der Schizophrenie. Obwohl ihnen die westliche Medizin zunaechst helfe, glaubten die Patienten nicht an den Erfolg der Behandlung. Dadurch erlitten sie fruehzeitig Rueckfaelle, da sie keine seelische "Reinigung" erfahren haetten. So seien Depressive davon ueberzeugt, ihre Seele verloren zu haben. Um sie "wiederzufinden" muessten die Geister zur Hilfe gerufen werden. Von den hundert Millionen Einwohnern Mexikos sind zehn Millionen indianischer Herkunft. Die Haelfte aller Mexikaner vertraut nach Angaben der Forscher auf die traditionelle Medizin. Vor diesem Hintergrund sei es ein Fehler, auf die Erfahrung der Schamanen und traditionellen Heiler zu verzichten. ------------------------------------------------------------------- Dino-Fund: Iguanodon ausgegraben Glueck hatten britische Geologen vom Naturhistorischen Museum London: Bei enem Wochenendausflug in eine nahe gelegene Tongrube bei Ockley suedlich der britischen Hauptstadt stiessen sie auf die fossilen ueberreste eines Dinosauriers. Bei dem rund 2,5 Meter langen Tier handelt es sich um einen Iguanodon, einen Pflanzenfresser aus der Unterkreide. Von dem etwa 130 Millionen Jahre alten Fossil sind Kieferknochen, Becken und Rippen in sehr gutem Zustand erhalten geblieben, sagten die Forscher gegenueber der BBC. Sie sind zuversichtlich, das Skelett des Tieres nahezu vollstaendig bergen zu koennen. Nach der Rekonstruktion wird es voraussichtlich im Maidstone Museum in Kent ausgestellt. Der Fundort ist unter Dino-Fans nicht ganz unbekannt: Im Steinbruch bei Ockley war bereits im Jahr 1983 ein anderer Saurier entdeckt worden. Iguanodon war weit verbreitet: In den USA, Afrika und Asien wurden entsprechende Fossilien gefunden; in Europa entdeckte man Iguanodons in Grossbritannien, Belgien und Deutschland. Bei dem neuen Fund koennte es sich um ein junges Tier handeln, denn ausgewachsene Iguanodons wurden bis zu neun Meter lang. Sie gingen auf vier Beinen, konnten sich beim Fressen oder Rennen aber vermutlich aufrichten. Fussabdruecke aus Suedengland deuten darauf hin, dass die Tiere in Herden unterwegs waren. Dafuer spricht auch ein spektakulaerer Fund aus Belgien: 1877 wurden in einer Kohlemine die Knochen von rund 30 Tieren gefunden. Die schoensten Exemplare sind im Naturhistorischen Museum in Bruessel zu sehen; ein Abguss des besten Fundes steht im Naturmuseum Senckenberg, Frankfurt a.M. ------------------------------------------------------------------- Ein Surftipp in eigener Sache: Faenger des Sonnenwinds Eigentlich sollte heute die amerikanische Raumsonde "Genesis" ins All starten. Jetzt ist der Start um 24 Stunden verschoben worden. Wenn alles klappt wie geplant, dann wirft diese Sonde im September 2004 eine Kapsel mit Sonnenmaterie ueber der Wueste im US-Bundesstaat Utah ab. MORGENWELT stellt das Projekt im Detail vor: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft/010730-genesis.htm ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---- Anzeige --------------------------------------------------------- '6% Rendite im halben Jahr!' 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