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MorgenWelt HEUTE vom 2.8.2001
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1. Explosives Silizium
2. Bevoelkerungsexplosion bald am Ende?
3. West-Nil-Virus breitet sich aus
4. Ultraviolette Sonnenstrahlung neu vermessen
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Explosives Silizium

Physiker der Technischen Universitaet Muenchen haben zufaellig einen
neuen Sprengstoff entdeckt. Durch einen Fehler bei Experimenten
reagierte poroeses Silizium mit Sauerstoff und loeste eine starke
Explosion aus. Menschen kamen nicht zu Schaden. Das Silizium
explodierte eine Million mal schneller und mit der siebenfachen
Energie von TNT, berichtet das Magazin "New Scientist".

Seine Sprengkraft verdankt das Silizium der Tatsache, dass es durch
die schwammige, poroese Struktur eine grosse Oberflaeche besitzt, die
mit Sauerstoff reagieren kann. Diese Oberflaeche war von Dmitri
Kovalev und seinen Kollegen an der Technischen Universitaet Muenchen
mit einer duennen Schicht aus Wasserstoffatomen ueberzogen und dann
im Vakuum stark abgekuehlt worden. Zur Explosion kam es, als
versehentlich Sauerstoff in die Vakuumkammer eindrang.

Unter normalen Bedingungen stellt das poroese Silizium dagegen keine
Gefahr dar. Der Bericht der Muenchner Forscher soll in den "Physical
Review Letters" veroeffentlicht werden.
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Bevoelkerungsexplosion bald am Ende?

Das weltweite Bevoelkerungswachstum wird voraussichtlich in der
zweiten Haelfte dieses Jahrhunderts zum Stillstand kommen. Dies
schreiben Wissenschaftler in der neuen Ausgabe von "Nature". Mit
einer 85-prozentigen Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass
die Zahl der Erdenbuerger im Jahre 2100 nicht mehr zunimmt. Zu diesem
Zeitpunkt wuerden knapp 8,4 Milliarden Menschen auf der Welt leben.
Das waeren eine Milliarde weniger Erdenbewohner als eine UN-Studie
kuerzlich prognostiziert hatte. Derzeit leben 6,1 Milliarden Menschen
auf unserem Planeten.

Als Folge des gebremsten Wachstums werde sich in Zukunft das
Durchschnittsalter der Menschen erhoehen. "Eine konstante oder
schrumpfende Bevoelkerung wird eine sehr viel aeltere Bevoelkerung
sein", schreiben die Autoren der Studie unter Leitung von Wolfgang
Lutz vom International Institute for Applied Sciences in Oesterreich.
Gegen Ende des Jahrhunderts steige der Anteil der ueber
Sechzigjaehrigen im Weltdurchschnitt von heute 10 Prozent auf
ungefaehr 34 Prozent. In Japan werden dann sogar ueber die Haelfte
der Einwohner aelter als 60 Jahre sein. Die Veralterung der
Weltbevoelkerung werde die Menschheit mit ungeahnten sozialen und
wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontieren, glauben die
Forscher.

Lutz und seine Kollegen beruecksichtigten in ihrer Studie mehrere
tausend unterschiedliche Simulationen der Bevoelkerungsentwicklung.
Jede dieser demographischen Voraussagen ist mit Unsicherheiten
behaftet. Insbesondere kann heute noch nicht genau abgeschaetzt
werden, wie sich die durchschnittliche Kinderzahl pro Familie
entwickeln wird. Mit Hilfe statistischer Methoden berechneten die
Forscher, mit welcher Wahrscheinlichkeit die verschiedenen Prognosen
auch tatsaechlich eintreten werden. Auf Basis dieser
Wahrscheinlichkeitsanalyse fassten die Forscher die unterschiedlichen
Modellrechnungen zu ihren jetzt publizierten Voraussagen zusammen.

Die aktuellste UN-Studie zur Entwicklung der Weltbevoelkerung
aeussert sich deutlich pessimistischer als die Forschergruppe um
Lutz. Die Statistiker der Vereinten Nationen glauben nicht, dass ein
Ende des Bevoelkerungswachstums bevorsteht. Sie erwarten vielmehr,
dass die Anzahl der Menschen vor allem in Asien und Afrika auch ueber
das Jahr 2100 hinaus anwachsen wird.
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West-Nil-Virus breitet sich aus

Das West-Nil-Virus breitet sich in Nordamerika immer weiter aus.
Wissenschaftler des US-Geologischen Dienstes bestaetigten heute, dass
ein im Bundesstaat Ohio gefundener toter Blauhaeher mit dem Virus
infiziert war. Der Fundort stellt die groesste bisher bekannte
westliche Ausbreitung des Krankheitserregers dar.

Dieser ruft beim Menschen das West-Nil-Fieber hervor. Haeufig
verursacht eine Infektion nur milde Symptome und bleibt daher
unerkannt. Im Jahre 1999 tauchte das Virus zum ersten Mal in
Nordamerika auf. Bei einem Krankheitsausbruch in New York starben
damals sieben Menschen an einer durch das Virus verursachten
Enzephalitis. Seitdem hat sich der Erreger immer weiter west- und
suedwaerts ausgebreitet. Der jetzige Fundort liegt rund 600 Kilometer
westlich von New York. Auch in Florida, dem suedlichsten Bundesstaat
der USA, wurde das Virus in diesem Jahr bereits nachgewiesen.

Das West-Nil-Virus befaellt vorrangig Voegel. Es wird durch Muecken
uebertragen, weswegen Robert McLean, Direktor des Nationalen Zentrums
fuer Wildtiergesundheit, glaubt, dass sich das Virus entlang des
Eriesees ausgebreitet hat. Der See liegt im Norden Ohios und
erstreckt sich in Ost-West-Richtung. "Blauhaeher legen nur kurze
Distanzen zurueck und sind waehrend der sommerlichen Brutsaison
ortstreu", erlaeutert McLean. "Daher denken wir, dass der Vogel sich
in der Naehe angesteckt hat. Und dies bedeutet, dass das Virus in der
Gegend bereits aktiv ist."
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Ultraviolette Sonnenstrahlung neu vermessen

Einen neuen Atlas der ultravioletten Sonnenstrahlung praesentierten
Forscher des Max-Planck-Instituts fuer Aeronomie auf einer
internationalen Tagung in Boulder, Colorado. Der detaillierte
spektroskopische Atlas verzeichnet mehr als 150 zuvor nicht
beobachtete Emissionslinien.

Vor nahezu 200 Jahren bemerkte der Englaender William Woolaston
erstmals dunkle Linien im Farbspektrum des sichtbaren Sonnenlichts.
Nur wenig spaeter zaehlte Joseph Fraunhofer bereits Hunderte solcher
Linien. Im Jahr 1859 erkannte Gustav Kirchhoff, dass die dunklen
Linien von der Sonnenatmosphaere verursacht werden. Darin enthaltene
Atome und Ionen verschiedener chemischer Elemente absorbieren
unterschiedliche Farben des sichtbaren Lichts. Seitdem spielt die
Spektroskopie eine zentrale Rolle in der Astronomie. Beispielsweise
belegte sie die Existenz des Elements Helium, noch bevor dieses auf
der Erde nachgewiesen wurde.

Im Gegensatz zum sichtbarem Licht verraten sich Atome und Ionen im
ultraviolettem Licht nicht durch dunkle Absorptionlinien, sondern
durch die Emission heller Linien. Die hochwertigsten Beobachtungen
solcher Linien ermoeglicht derzeit ein Instrument an Bord des 1.5
Millionen Kilometer von der Erde entfernt stationierten
Sonnenobservatoriums SOHO. Seine Daten bilden die Grundlage fuer den
neuen spektroskopischen Atlas, der in der neuen Ausgabe des
Fachblattes "Astronomy & Astrophysics" veroeffentlicht wird.

"Unser Atlas liest sich wie ein genetischer Bauplan", erklaert Werner
Curdt, leitender Wissenschaftler am Max-Planck-Institut fuer
Aeronomie in Katlenburg-Lindau. "Hier sind die Bestandteile jedoch
chemische Elemente in allen moeglichen Ionisationsstufen, die uns
verraten, was in der Sonnenatmosphaere vor sich geht." Andere Sterne
zeigten die gleichen Emissionslinien, weswegen der neue Spektralatlas
nicht nur fuer Sonnenphysiker interessant sei. Ein Teil der neu
verzeichneten Emissionslinien wird bereits benutzt, um die
physikalischen Bedingungen in der Sonnenatmosphaere neu zu
analysieren.
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