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MorgenWelt HEUTE vom 6.8.2001
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1. 200 Paare wollen Klon-Kind
2. Zeitschriften beklagen Einfluss der Pharmaindustrie
3. Das Tote Meer trocknet aus
4. Besser daemmen mit Gruendaechern
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200 Paare wollen Klon-Kind

Der italienische Embryologe Severino Antinori will in einem
Grossversuch Menschen klonen und hat fuer sein Vorhaben jetzt 200
Paare ausgewaehlt. Der Wissenschaftler plant nach eigenen Angaben,
das Erbgut von unfruchtbaren Maennern in entkernte Eizellen zu
implantieren, die den Frauen dann in die Gebaermutter eingepflanzt
werden sollen.

Nach einer erfolgreichen Schwangerschaft kaemen Jungen mit der
identischen Gen-Ausstattung des Vaters zur Welt. Vor wenigen Jahren
klonten britische Wissenschaftler mit der gleichen Methode das Schaf
"Dolly" aus dem Genom eines erwachsenen Tieres.

Die 200 Paare stammen aus unterschiedlichen Laendern und haben sich
freiwillig fuer die umstrittenen Menschenversuche angeboten, sagt
Antinori. Noch sei allerdings unklar, wo das Experiment stattfinden
solle. Antinori will keine Gesetze brechen. Die Europaeische
Konvention fuer Menschenrechte und Biomedizin verbietet das Klonen
von Menschen in saemtlichen europaeischen Staaten.

Die Plaene von Dr. Aninori werden von vielen Wissenschaftlern heftig
kritisiert. Forscher, die das Schaf Dolly klonten, warnen vor der
Uebertragung ihrer Methoden auf den Menschen. Die Technik sei noch
nicht ausgereift und die Gefahr von Schaeden am Embryo zu gross.

"Alle Versuche, mit den heutigen Methoden Menschen zu klonen," so
Professor Ian Wilmut vom Roslin Institute in Edinburg, "werden aller
Wahrscheinlichkeit nach in Fehl- und Totgeburten enden oder zu
schweren Missbildungen bei den Babies fuehren."
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Zeitschriften beklagen Einfluss der Pharmaindustrie

Die Herausgeber der fuehrenden medizinischen Fachzeitschriften wehren
sich gegen den Einfluss der Pharmaindustrie. Neben anderen werden
"The Lancet", das "New England Journal of Medicine" und das "JAMA"
Mitte September erstmals ein gemeinsames Editorial veroeffentlichen.
Darin erklaeren sie, dass in Zukunft nur noch Studien veroeffentlicht
werden, in denen die wissenschaftliche Unabhaengigkeit garantiert
ist. Dies berichtete vorab die "Washington Post" in ihrer
Sonntagsausgabe.

Die pharmazeutische Industrie unternimmt grosse Anstrengungen, um in
den Journalen zu publizieren. Der Grund: Viele Aerzte stuetzen ihr
Verschreibungsverhalten auf die in renommierten Fachblaettern
veroeffentlichten Studien. Die Autoren der Studien seien dabei meist
fuehrende Wissenschaftler aus Kliniken und Forschungseinrichtungen,
schreibt die "Washington Post".

Die eigentliche Arbeit des Studiendesigns und der Datenanalyse
dagegen werde haeufig von Angestellten der Unternehmen gemacht. Und
so seien sie es auch, die darueber entschieden, welche Ergebnisse wie
praesentiert werden. In der letzten Zeit habe die Industrie
wiederholt versucht, Ergebnisse zurueckzuhalten oder besonders
vorteilhaft zu praesentieren, kritisieren die Herausgeber der
Fachzeitschriften.

Vertreter der Industrie erklaeren dagegen, die beteiligten
Wissenschaftler haetten alle Freiheiten bei den Veroeffentlichungen.
Oft wuerden die Studien bei den Firmen geschrieben, "weil die
Forscher dazu nicht genuegend Zeit haben", verteidigt Bert Spilker
von der Vereinigung der forschenden Pharmaindustrie die gaengige
Praxis. Die Fachblaetter wollen nach eigener Aussage erreichen, dass
in Zukunft immer alle Daten veroeffentlicht werden.
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Das Tote Meer trocknet aus

Das Tote Meer droht bis zum Jahre 2050 auszutrocknen. Angaben der
Umweltorganisation "Friends of the Earth" zufolge sinkt der
Wasserspiegel momentan um mehr als ein Meter pro Jahr. Hauptursache
fuer das Verschwinden des Binnensees ist die zu geringe
Frischwasserzufuhr durch den Jordan. Die Anrainerstaaten Israel und
Jordanien zapfen 90 Prozent des Flusswassers fuer die Bewaesserung
von Feldern oder als Trinkwasser ab.

Frueher konnte der Jordan die hohen Verdunstungsraten des Toten
Meeres noch ausgleichen. Werde der Fluss aber weiterhin in grossem
Stil zur Ader gelassen, drohe dem Toten Meer das endgueltige Aus,
warnen die Umweltschuetzer.

Die jordanische Regierung setzt jetzt auf technische Loesungen zur
Rettung des Toten Meeres. Sie will einen Kanal vom Roten Meer in den
Binnensee bauen, um dessen Wasserverlust auszugleichen. Auch Israel
hatte schon einmal beabsichtigt, das Mittelmeer mit dem Toten Meer zu
verbinden. "Friends of the Earth" warnen vor den moeglichen negativen
Folgen. Es sei nicht absehbar, wie sich die Vermischung von zwei
voellig unterschiedlichen Wasserkoerpern oekologisch auswirke.

Die Umweltschuetzer fordern die jordanische und israelische Regierung
zu gemeinsamen Anstrengungen zur Rettung des Toten Meeres auf. Aber
der eskalierende Nahostkonflikt behindere zur Zeit die
Zusammenarbeit. Wegen der hohen Wasserknappheit in der Region duerfte
es den Umweltschuetzern ausserdem schwer fallen, die beiden Staaten
zu einem geringeren Verbrauch des Jordanwassers zu bewegen.
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Besser daemmen mit Gruendaechern

Auf einfache Weise laesst sich die Isolierwirkung von Gruendaechern
noch weiter steigern, fanden Kasseler Forscher heraus. Demnach
koennen allein durch eine sorgfaeltige Wahl der Pflanzenarten und
durch eine wenige Zentimeter dickere Bodenschicht grosse Mengen
Heizenergie eingespart werden.

Die Wissenschaftler um Genot Minke vom Forschungslabor fuer
Experimentelles Bauen untersuchten ein Gruendach mit einer 15
Zentimeter dicken Bodenschicht. ueblich sind heute etwa zehn
Zentimeter. Ueber einen Zeitraum von sechs Monaten stellte das
hauptsaechlich mit Wildgraesern bepflanzte Dach seine Qualitaeten
unter Beweis.

Betrug die Lufttemperatur an einem heissen Herbsttag beispielsweise
dreissig Grad Celsius, waren es unter der Bodenschicht nur 18 Grad.
In einer kalten Winternacht mit Aussentemperaturen von minus 14 Grad
Celsius lag die Temperatur an der Dachhaut bei null Grad. Gegenueber
einem unbepflanzten Dach war der Heizwaermebedarf dadurch um 40
Prozent reduziert.

Neben den laufenden Heizkosten koennten Gruendaecher aber auch die
Anschaffungskosten fuer die Heizung selbst senken, so die Forscher.
Denn dank Gruendach komme man mit einer wesentlich kleineren
Heizanlage aus. Dies werde in den gegenwaertigen und zukuenftigen
Bauverordnungen jedoch nicht beruecksichtigt, beklagen die
Wissenschaftler.
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