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MorgenWelt HEUTE vom 14.8.2001
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1. Helios fliegt in Rekordhoehen
2. Schwermetall-Fresser aus Oesterreich
3. Hacker-Programme: Regelmaessig Hausbesuche
4. Kultivierte Menschenaffen
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Helios fliegt in Rekordhoehen

Das Solarflugzeug Helios hat gestern vor Hawaii eine neue Rekordhoehe
erklommen. Der unbemannte Flieger der NASA stieg in einem
fuenfeinhalbstuendigen Flug auf ueber 25 Kilometer Hoehe. Damit
ueberschritt er die alte Rekordmarke fuer Flugzeuge ohne
Raketenantrieb um mehr als 1000 Meter. Der erste Rekordversuch von
Helios war im Juli gescheitert.

Obwohl der Solarflieger die angestrebten 30 Kilometer Hoehe wegen
duenner Luft und abnehmender Sonneneinstrahlung nicht erreichte,
zeigte sich NASA-Sprecher Alan Brown begeistert: "Das ist ein
Meilenstein fuer die Luftfahrt."

Helios hat eine Spannweite von 74 Metern und wird von 62.000
Solarzellen angetrieben. Bald soll der Flieger zusaetzlich mit
aufladbaren Brennstoffzellen ausgeruestet werden und dann auch nachts
in der Luft bleiben koennen. Das nur 700 Kilogramm schwere
Solarflugzeug koennte zukuenftig Kommunikationssatelliten ersetzten
und zur Wetterbeobachtung eingesetzt werden.

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Schwermetall-Fresser aus Oesterreich

Ein wilder Senf aus den oesterreichischen Alpen soll beliebige
Pflanzen zu Metallfressern machen. Der Senf namens Goesinger
Taeschelkraut (Thlaspi goesingense) ist in der Lage, Nickel aus dem
Boden zu ziehen und in seinen Blaettern zu speichern. David Salt von
der Purdue Universitaet in Indiana konnte jetzt die dafuer
verantwortlichen Gene isolieren und klonen. Der Forscher plant, die
Faehigkeit des Taeschelkrauts auf andere Pflanzen zu uebertragen.

Insgesamt sind ueber 350 Pflanzen bekannt, die Metalle wie Nickel,
Zink oder Kupfer aus dem Boden ziehen. Sie speichern die potenziellen
Schadstoffe in speziellen Zellkammern, den so genannten Vakuolen.
Dort werden die Metalle isoliert, damit sie den Stoffwechsel der
Pflanze nicht beeintraechtigen.

Warum der Senf ueberhaupt Nickel in Blaettern und Stengel einlagert,
ist noch umstritten. Moeglicherweise soll so Insekten der Appetit
verdorben werden. Das Knabbern an Nickel-haltigen Blaettern koennte
dem Biss in Aluminiumfolie entsprechen, spekulieren die Forscher.

Dem Menschen kommt die pflanzliche Vorliebe fuer Schadstoffe gerade
recht: Derartig veranlagtes Gruen wird schon vereinzelt zur Sanierung
verseuchter Industriegelaende eingesetzt. Die jetzt geklonten
Senf-Gene koennen in beliebige Pflanzen eingesetzt werden, meint
David Salt. Mit etwas Glueck lassen sich dann noch effektivere
Schadstoff-Fresser entwickeln.
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Hacker-Programme: Regelmaessig Hausbesuche

Mit dem Internet verbundene Rechner werden regelmaessig von
Hacker-Programmen auf eventuelle Sicherheitsluecken abgeklopft. Zu
diesem Ergebnis kommt eine Studie der Softwarefirma Symantec.
Waehrend des einmonatigen Untersuchungszeitraums wurden fast alle
Teilnehmer von den automatischen Spuerhunden der Hacker besucht.

Das Unternehmen hatte 167 britische Privatleute und kleine Firmen mit
einem seiner Programmpakete ausgestattet, das auf den Rechnern der
Teilnehmer eine Firewall installierte. Eine solche Brandmauer
ueberwacht den Datenaustausch des Rechners mit der Aussenwelt und
blockt potenziell gefaehrliche Aktionen ab.

Die Sicherheitsprotokolle zeigten, dass 95 Prozent der Rechner
mindestens einmal in das Visier von Hacker-Programmen geraten waren.
Wie die "BBC" berichtet, hatte ein Teilnehmer sogar 91 Mal die
Aufmerksamkeit von Computer-Kriminellen erregt. Bei den meisten
Angriffen wurde versucht, das Trojanische Pferd "Backdoor.SubSeven"
auf den Rechnern der Angegriffenen zu installieren. Das Programm
stellt eine Art Fernsteuerung dar, die Aussenstehenden beinahe
uneingeschraenkten Zugriff ermoeglicht. Einige der Computer waren
schon zu Beginn der Untersuchung mit dem Trojaner infiziert.
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Kultivierte Menschenaffen

Schottische und amerikanische Zoologen haben neue Beweise dafuer
gefunden, dass Schimpansen in regionalen Kulturen zusammenleben.
Viele Verhaltensweisen unserer naechsten Verwandten werden von einer
Generation zur naechsten weitergegeben und unterscheiden sich dadurch
von Gruppe zu Gruppe. Nach ihrer Rueckkehr aus Ostafrika berichteten
Andrew Whiten von der St.-Andrews-Universitaet in Schottland und
William McGrew von der Miami-Universitaet in Florida ueber die
Ergebnisse ihrer Studien, die im kommenden Jahr publiziert werden
sollen.

Bereits 1999 hatte das "Chimpanzee Cultures Project" um Andrew Whiten
und Jane Goodall in der Zeitschrift "Nature" den Nachweis erbracht,
dass bei sieben freilebenden Schimpansengruppen regionale
Unterschiede im Verhalten bestehen. Bei insgesamt 39
Verhaltensmustern wie Werbung, Nahrungssuche und Koerperpflege
konnten damals Lokalvarianten beobachtet werden. Sogar fuer
Regentaenze hatten die verschiedenen Gruppen eigene Schritte und
Bewegungen erfunden. Diese Abweichungen im Verhalten aehneln
kulturellen Traditionen beim Menschen, die ueber viele Generationen
hinweg ueberliefert werden.

In der zweiten Etappe ihres Projekts konnten die Kulturprimatologen
das Entstehen neuer Verhaltensmuster bei der Nahrungssuche, in den
Sozialbeziehungen und in der Gesellschaftsordnung aufzeichnen.
ueberrascht waren die Forscher darueber, dass sich vierzig
verschiedene Arten des Werkzeuggebrauchs beobachten liessen: "Diese
Unterschiede resultieren nicht aus einer genetischen Veranlagung oder
aus Umwelteinfluessen, sondern werden gelernt" erklaerte Professor
McGrew gegenueber BBC News Online.

Zwei Beobachtungen lassen daran zweifeln, dass der Gebrauch von
Werkzeugen und nachforschendes Denken auf den Menschen beschraenkt
sein sollen. Denn auch bei Schimpansen finden sich kulturelle
Unterschiede auf diesen Gebieten. So gebrauchen Schimpansen in
Westafrika Holzstoecke und Steine, um Nussschalen zu oeffnen,
waehrend ihre ostafrikanischen Verwandten dazu die Haende gebrauchen.
In Ostafrika lesen die Menschenaffen Parasiten aus dem Fell ihrer
Kameraden und legen sie auf ein Blatt, um sie sorgfaeltig zu
untersuchen, waehrend die Quaelgeister in der westafrikanischen
Kontrollgruppe noch auf der Haut zerquetscht werden. Bisher waren
kulturelle Unterschiede bei Primaten nicht beachtet worden, weil man
von der ueberlegenheit des Menschen ueberzeugt war.

Die regionalen Unterschiede im Verhalten der Menschenaffen genuegen
der verhaltenstheoretischen Definition von Kultur als geteiltem und
gelerntem Verhalten. Danach leben Schimpansen zwar in Kulturen, aber
sie haben noch keine Kultur. Die Zoologen vermuten, dass auch
Gorillas, Orang-Utans, Wale und Delphine Kulturen herausgebildet
haben. Bisher liegen dazu noch keine Untersuchungen vor.
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