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MorgenWelt HEUTE vom 4.9.2001
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1. Menschliches Blut aus Stammzellen
2. Touristen stecken Berggorillas mit Kraetze an
3. Schwere Geburt fuer Echsenmuetter
4. Schlaflos im Weltall
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Menschliches Blut aus Stammzellen

Erstmals ist es Forschern gelungen, menschliche Blutzellen aus
embryonalen Stammzellen zu gewinnen. Die Wissenschaftler der
Universitaet Wisconsin-Madison hoffen dadurch, in Zukunft
Knochenmarkspenden bereitstellen zu koennen. Auch die Engpaesse bei
Blutspenden koennten so eines Tages behoben werden, glauben die
Forscher.

Die amerikanischen aerzte um Dan Kaufman brachten die Stammzellen
dazu, sich in Vorlaeuferzellen der Blutbildung zu verwandeln. Das
gelang durch den Kontakt mit Knochenmark und Wachstumsfaktoren aus
Maeusezellen, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift
"Proceedings of the National Academy of Sciences".

Die so entstandenen Zellen waren identisch mit menschlichen
Vorlaeuferzellen der so genannten Haematopoese, der Reifung von
Blutzellen. Aus diesen Zellen konnten die Forscher alle wichtigen
Blutzellen erzeugen, die im menschlichen Koerper verschiedene
Aufgaben erfuellen. Ihrer Ansicht nach wird es jedoch noch lange
dauern, bis diese Technik im Alltag nutzbar ist.

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Touristen stecken Berggorillas mit Kraetze an

Die verlorene Scheu gegenueber Menschen bezahlen ugandische
Berggorillas mit einem hohen Preis: Die seltenen Primaten haben sich
offenbar bei Touristen mit Kraetze infiziert. Die Hautkrankheit wurde
jetzt erstmals bei wilden Affen diagnostiziert. Das berichten
amerikanische Wissenschaftler in der naechsten Online-Ausgabe der
Zeitschrift "Parasitology Research". Die Parasitologen befuerchten
nun, dass auch andere menschliche Infektionskrankheiten wie Masern
oder Tuberkulose auf die Gorillas uebertragen werden.

Bei der Kraetze, in der Veterinaermedizin spricht man auch von
Raeude, befallen Milben (Sarcoptes scabiei) die oberen Hautschichten
und legen dort ihre Eier. Die Parasiten loesen einen Juckreiz und
ekzemaehnliche Hautveraenderungen aus. Die Krankheit wird durch
Hautkontakt uebertragen und konnte sich bei den sozialen Berggorillas
deshalb sehr schnell ausbreiten.

Die ugandischen Berggorillas (Gorilla gorilla beringei) geniessen bei
oekotouristen einen staraehnlichen Status. Jeden Tag werden die Tiere
von 10 Reisenden und deren Fuehrern besucht. Die Primaten haben sich
inzwischen an die Gegenwart von Menschen gewoehnt. Immer oefter
verlassen sie ihre Waelder, um in menschlichen Ansiedlungen nach
Nahrung zu suchen.

Bei ihren Streifzuegen treffen die Gorillas aber auch auf andere
Gegenstaende: "Die Touristen lassen ihre Kleidung offen liegen und
die neugierigen Berggorillas spielen damit", berichtet der
Parasitologe Thaddeus Graczyk von der Johns Hopkins University in
Baltimore. Die Kraetzemilben koennen in Textilien problemlos
ueberleben. Moeglicherweise haben sich die Primaten auf diesem Wege
angesteckt.

Die Kraetze-Epidemie haben die amerikanische Forscher bei den
Gorillas inzwischen erfolgreich mit einem Medikament behandelt, das
sonst nur bei Menschen eingesetzt wird. Aber weil die seltenen
Berggorillas immer mehr ihre Scheu gegenueber Touristen verlieren,
drohen ihnen weitere menschliche Infektionskrankheiten.
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Schwere Geburt fuer Echsenmuetter

Die Schwangerschaft einer Tannenzapfenechse gleicht einem wahren
Martyrium. In den letzten Wochen vor der Geburt koennen die
traechtigen Weibchen kaum noch atmen, weil ihr Nachwuchs dann bereits
ein Drittel des muetterlichen Koerpergewichts ausmacht. uebertagen
auf menschliche Proportionen hiesse dies, dass Frauen Saeuglinge in
der Groesse eines sechsjaehrigen Kindes gebaeren muessten.

Die Biologin Suzy Munns der Adelaide University beobachtete die
schwangeren Tannenzapfenechsen (Tiliqua rugosa), die nur in
Australien vorkommen. Je naeher der Geburtstermin heranrueckte, desto
lethargischer wurden die Weibchen. In den letzten vier
Schwangerschaftswochen nahmen die werdenden Muetter fast keine
Nahrung mehr auf und fuhren ihren Stoffwechsel auf ein Minimum
herunter. Die schiere Groesse der Embryos quetschte die Lunge der
Mutter immer mehr ein. "Sowohl die Atmungsfrequenz als auch das
Atmungsvolumen nahm dramatisch ab", berichtet Suzy Munns.

Nach einer knapp sechsmonatigen Schwangerschaft hat die Qual ein
Ende. Wenn alles gut geht, gebaeren die gluecklichen Muetter dann ein
bis vier Riesenbabys.

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Schlaflos im Weltall

Jeder zweite Astronaut nimmt bei Raumfluegen regelmaessig
Schlaftabletten ein. Trotzdem schlafen die Raumfahrer im All
durchschnittlich zwei Stunden taeglich weniger als auf der Erde. Das
berichtet jetzt die amerikanische Raumfahrtbehoerde Nasa. Dieses
Schlafdefizit hat Folgen: "Nach ein bis zwei Wochen im All aehnelt
das Leistungsvermoegen eines Astronauten einer Person, die ueber 24
Stunden ohne Unterbrechung wach war", erlaeutert Ken Wright von der
Harvard Medical School. Wright ist am Schlafforschungsprogramm der
Nasa beteiligt.

Die Ursachen fuer die Schlafstoerungen der Astronauten sind
vielfaeltig: die ungewohnte Schwerelosigkeit, der Laerm an Bord des
Raumschiffs oder der Raumstation, der Wegfall des natuerlichen,
24-stuendigen Lichtrhythmus.

Im Rahmen des Schlafprogramms der Nasa wird untersucht, wie sich die
verschiedenen Einfluesse auf das Schlafverhalten der Astronauten
auswirken. Dazu tragen die Raumfahrer eine so genannte "ActiWatch",
die Schlaf- und Wachphasen, Helligkeit und Geraeuschpegel
aufzeichnet. Die Wissenschaftler hoffen daraus zu lernen, wie sich
die koerpereigene Uhr des Menschen so beeinflussen laesst, dass die
Raumfahrer bei wichtigen Aufgaben hellwach sind.

Doch die Forschungen sind nicht nur fuer die bemannte Raumfahrt
interessant: "Der Weltraum versetzt uns in die Lage, grundlegende
Erkenntnisse ueber den Schlaf zu gewinnen!" so Ken Wright. Davon
koennten Schichtarbeiter ebenso profitieren wie Personen, die unter
Jetlag leiden - und alle anderen Menschen, die aus den
unterschiedlichsten Gruenden nicht genug Schlaf bekommen.
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