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MorgenWelt HEUTE vom 7.9.2001
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1. DNA-Tausch mit toedlichen Konsequenzen
2. Tintenfisch-Arme denken mit
3. Junge Sonne produzierte seltene Isotope
4. Mehr schwerhoerige Kinder vermutet
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DNA-Tausch mit toedlichen Konsequenzen

Ein Austausch von Genmaterial koennte zu der verheerenden Grippewelle
von 1918 gefuehrt haben. Entsprechende Hinweise haben australische
Forscher gefunden. Wie sie im Magazin "Science" berichten, zeigt das
Erbgut des fuer die "Spanische Grippe" verantwortlichen Virusstamms
Anzeichen einer genetischen Rekombination.

Die "Spanische Grippe" wuetete von 1918 bis 1919 und forderte
weltweit ueber 20 Millionen Todesopfer, darunter ungewoehnlich viele
junge Menschen. Bereits vor einigen Jahren hatten amerikanische
Forscher Gewebeproben untersucht, die von Opfern der Grippewelle
stammten. Eine dieser Proben hatten sie aus dem Leichnam einer Frau
entnommen, die im Permafrostboden Alaskas bestattet worden war.

Zwar gelang es den Wissenschaftlern damals, Teile des Virus-Erbguts
zu rekonstruieren. Die Frage, warum der Virusstamm von 1918 so
gefaehrlich war, konnten sie jedoch nicht klaeren.

Jetzt unterzogen Mark Gibbs und seine Kollegen von der Australien
National University in Canberra die Daten einer erneuten Analyse.
Durch den Vergleich mit 30 anderen Virusstaemmen entdeckten sie, dass
eines der entscheidenden Virus-Gene, das Haemagglutinin-Gen, offenbar
eine Rekombination durchlaufen hatte. Vermutlich hatten zwei
unterschiedliche Virus-Staemme, die hauptsaechlich Schweine
beziehungsweise Menschen befallen, dabei Genmaterial ausgetauscht.
Die Folge war ein neues Haemagglutinin-Gen, das aus einem Mosaik der
"elterlichen" Gene bestand.

Grippe-Viren mit diesem Gen trugen daher auch ein veraendertes
Haemagglutinin-Protein auf ihrer Oberflaeche. Nach Ansicht der
Forscher stellte dieses veraenderte Protein nicht nur ein Problem
fuer das menschliche Immunsystem dar. Eventuell konnte der neue
Virusstamm dank des veraenderten Proteins auch Gewebe befallen, die
von normalen Grippe-Viren verschont werden. "Zumindest teilweise
haben wir wohl den Grund fuer die extreme Virulenz des Virus von 1918
entdeckt", glaubt Mark Gibbs.

"Rekombination ist bei diesem Virus noch nie beobachtet worden", so
Gibbs weiter. Jetzt muesse untersucht werden, ob moeglicherweise auch
heutige Staemme zu einem solchen Austausch faehig seien.
"Rekombinante Viren koennten ein ernsthaftes Risiko darstellen."

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Tintenfisch-Arme denken mit

Tintenfische tragen in ihren Armen ein Nervensystem, das auch
unabhaengig vom Zentralhirn komplexe Bewegungen steuern kann. Das
berichten israelische Wissenschaftler im Wissenschaftsmagazin
"Science".

Das Forscherteam um German Sumbre von der Hebraeischen Universitaet
in Jerusalem trennte bei einigen Tintenfischen die Nervenverbindungen
vom Gehirn zu den Extremitaeten und stimulierte dann die Armmuskeln
mit elektrischen Impulsen und Beruehrungs-Reizen. Die so ausgeloesten
Bewegungen der Tentakeln unterschieden sich deutlich von reinen
Muskelzuckungen, wie sie durch elektrische Reize verursacht werden.
Die Armbewegungen waren sogar nahezu identisch mit den Reaktionen
nicht manipulierter Kraken.

Die Wissenschaftler fanden, dass die Reizimpulse und die
anschliessenden Muskelkontraktionen leicht zeitversetzt waren. Das
periphere Nervensystem verarbeitet offenbar erst die Reize und loest
dann die komplexen Bewegungen der Tentakeln aus.

Tintenfische koennen ihre Arme in fast jede Richtung ausstrecken, um
zum Beispiel nach Beute zu greifen. Die neuronale Steuerung eines so
flexiblen Bewegungsapparats ist aeussert kompliziert. Das in die
Tentakeln ausgelagerte Nervensystem, so die Forscher, uebernimmt
dabei einen grossen Teil der Muskelsteuerung und beschleunigt so das
Reaktionsvermoegen der Meerestiere.
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Junge Sonne produzierte seltene Isotope

Unsere Sonne hat in ihrer Entstehungsphase vermutlich ein Reihe
seltener Isotope selbst produziert. Das ist das Ergebnis von
Beobachtungen junger Sterne im Orionnebel durch ein Team
amerikanischer Forscher. Bislang hatten die Astronomen vermutet, dass
diese Stoffe durch eine nahe Supernova-Explosion in den Urnebel des
Sonnensystems hineingeschleudert worden seien.

Isotope sind Stoffe, deren Atomkerne zusaetzliche Neutronen
enthalten. In Meteoriten finden sich zahlreiche Isotope wie zum
Beispiel Aluminium 26 oder Kalzium 41, die normalerweise weder von
der Sonne erzeugt sein koennen, noch im interstellaren Gas vorkommen.
Daher schien die These von der nahen Supernova-Explosion die einzig
moegliche Erklaerung fuer die Existenz dieser Isotope.

Die gestern auf einer Fachtagung in Washington vorgestellten
Beobachtungen von Eric Feigelson und seinen Kollegen von der Penn
State University in Pennsylvania zeigen jedoch, dass Sterne, die der
jungen Sonne aehneln, eine unerwartet hohe Zahl hochenergetischer
Strahlungsausbrueche besitzen. Die Energie dieser so genannten
"Flares" reicht aus, so die Wissenschaftler, um die seltenen Isotope
zu erzeugen. "Und wenn die jungen Sterne im Orion-Nebel das koennen",
so Feigelson, "dann sollte es auch die junge Sonne geschafft haben!"
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Mehr schwerhoerige Kinder vermutet

Schwerhoerigkeit koennte unter Kindern wesentlich haeufiger
verbreitet sein als bisher vermutet. Forscher der Universitaet
Nottingham glauben, auf jeweils zehn schwerhoerige Kinder unter zehn
Jahren kaemen fuenf bis neun weitere Faelle, bei denen das Problem
unentdeckt bleibe. Die Forscher stuetzen ihre These auf Daten von
rund 17.000 britischen Kindern, deren Hoervermoegen beeintraechtigt
ist.

Untersucht wurde die Frage, wann und mit welchen Verfahren die
Schwerhoerigkeit ermittelt wurde. Dabei stellte sich heraus, dass die
Probleme in den ersten Lebensjahren haeufig nicht rechtzeitig
diagnostiziert werden. Bisher gingen die Aerzte davon aus, dass nur
rund 16 Prozent der Betroffenen unentdeckt bleiben. Die Forscher
glauben aber jetzt nach neuen Berechnungen, die Rate liege um 50 bis
90 Prozent hoeher. Diese Kinder wuerden durch das herkoemmliche
Test-Raster fallen, warnen die Forscher im "British Medical Journal".

Wird die Schwerhoerigkeit nicht rechtzeitig erkannt, folgen meist
Sprach- und Lernschwierigkeiten. Die Forscher plaedieren deshalb
dafuer, Hoertests zur Frueherkennung zu verfeinern und im
Verdachtsfall mehrmals zu wiederholen.
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Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser
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