MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 17.9.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Suedafrika: 3,5 Mio Jahre alte hominide Knochen 2. Tumoren besitzen Nerven 3. Hochhaeuser mit Windturbinen 4. Junger Pulsar entdeckt ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Suedafrika: 3,5 Mio Jahre alte hominide Knochen Suedafrikanische Anthropologen sind bei Ausgrabungen auf die bisher aeltesten fruehmenschlichen Spuren ihres Landes gestossen. Die Fossilien stammen aus den Sterkfontein-Hoehlen noerdlich von Johannesburg, wo bereits zahlreiche menschliche Spuren entdeckt wurden. Das Alter der Schenkelknochen und Schaedelfragmente wird von Ron Clarke von der University of the Witwatersrand auf rund 3,5 Millionen Jahre geschaetzt. Die bisher aeltesten Funde aus den suedafrikanischen Hoehlen aus dem Jahr 1996 sind etwa 200.000 Jahre juenger. Bisher koennen die Forscher ihren Fund nur ungefaehr der Gattung Australopithecus zuordnen. "Die Fossilien wurden datiert, aber noch nicht untersucht", sagte der beteiligte Forscher Phillip Tobias gegenueber der BBC. Die Anthropologen koennen auch nicht sagen, ob der Fund einem oder mehreren Hominiden zuzurechnen ist. Die Forscher erhoffen sich aus den Fossilien Hinweise, wie sich der gemeinsame Stammbaum von Affen und Menschen aufspaltete. Dies koennte bereits vor sechs Millionen Jahren geschehen sein, wie Spuren aus Kenia, aethiopien und Tansania vermuten lassen. ----Anzeige-------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- EIN VERFUEHRERISCHES ANGEBOT: Sie moechten noch mehr News aus Wissenschaft und Forschung? Mit weiterfuehrenden Informationen und Links? Und Sie moechten, dass die MorgenWelt Zukunft hat? Dann klicken Sie hier: http://www.morgenwelt.de/newsletter-neu.php ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Tumoren besitzen Nerven Tumoren enthalten nicht nur Blutgefaesse, sondern auch Nerven. Diese Beobachtung machten jetzt erstmals Augenaerzte der Universitaet Bonn. Demnach fuehren die Wucherungen ein sehr viel ausgepraegteres Eigenleben als bislang angenommen. Eher zufaellig hatte die Gruppe um Manfred Spitznas und Peter Seifert Nervenzellen in Augentumoren entdeckt. Daraufhin begannen die Forscher mit systematischen Untersuchungen. Bislang haben sie verschiedene Arten von Augentumoren sowie mehrere Harnblasenkarzinome analysiert und wurden in saemtlichen Proben fuendig. "Der Durchmesser und die Verteilungsdichte dieser Nerven sind aeussert gering", erlaeutert Seifert. "Wir haben bei jedem Tumor unter hoher elektronenmikroskopischer Vergroesserung wochenlang etliche Praeparate analysiert, bevor wir fuendig wurden." Die Befunde legen nahe, dass die Existenz von Nerven bei Tumoren allgemein ueblich ist. Um diese Vermutung zu untermauern, will die Arbeitsgruppe noch weitere Tumortypen untersuchen. Zudem wollen die Forscher herausfinden, welche Botenstoffe die Nervenzellen von Tumoren benutzen. Dies koennte Aufschluss darueber geben, wie die Wucherungen durch das Nervensystem beeinflusst werden. Die gesamte Tragweite der Entdeckung sei noch nicht abzuschaetzen, heisst es in einer Mitteilung der Universitaet Bonn. "Ueber Funktionen der Nervenfasern in Tumoren laesst sich im Moment nur spekulieren", so Seifert. ------------------------------------------------------------------- Hochhaeuser mit Windturbinen Mit Hilfe von integrierten Windturbinen koennten grosse Buero- und Wohnhaeuser einen Teil ihres Energiebedarfes decken. Ein entsprechendes Design und die Ergebnisse einer Pilotstudie haben britische Entwickler jetzt vorgestellt. Demnach koennten zwischen den Gebaeuden angebrachte Turbinen sogar effektiver sein als frei stehende Windraeder. Wie der "New Scientist" berichtet, sehen die Plaene der Forscher Windturbinen von mindestens 30 Meter Durchmesser vor, die zwischen zwei Buero- oder Wohnhochhaeusern angebracht werden. Durch eine spezielle Kurvenform der Gebaeude koennte der zwischen ihnen hindurch pfeifende Wind gezielt auf die Turbinen gelenkt werden. Auf diese Weise koennten die Gebaeude mindestens 20 Prozent der benoetigten elektrischen Energie selbst erzeugen, glauben Sinisa Stankovic und ihre Kollegen von der Energy Research Unit des britischen Rutherford Appleton Laboratory. Das haetten Experimente mit einem sieben Meter grossen Modell ergeben. "Wir reden hier von einem riesigen Potenzial", so Stankovic gegenueber dem "New Scientist", "zwanzig Prozent sollte die Untergrenze sein." Die Forscherin raeumt jedoch ein, dass spezielle Daempfer notwendig seien, um die von den Turbinen erzeugten Vibrationen abzufangen. Auch muesste der enorme Kuehleffekt der Turbinen bei der Gebaeudeplanung beruecksichtigt werden. Die Arbeitsgeraeusche der Turbinen wuerden aber vermutlich von dem ueblichen Verkehrslaerm ueberdeckt, so Stankovic. ------------------------------------------------------------------- Junger Pulsar entdeckt Amerikanische Astronomen haben einen sehr jungen Pulsar entdeckt, der sich deutlich von aehnlichen Himmelsobjekten unterscheidet. Die Forscher hoffen, aus diesen Unterschieden etwas ueber die Entstehung von Pulsaren und ihre Wechselwirkung mit ihrer kosmischen Nachbarschaft zu lernen. Der von Stephen Murray vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts, und seinen Kollegen aufgespuerte Pulsar 3C58 ist im Jahr 1181 bei einer Supernova-Explosion im Sternbild Cassiopeia entstanden. Bei einer solchen Explosion schleudert ein sterbender Stern seine Aussenschichten ins All hinaus, waehrend sein Inneres zu einem nur wenige Kilometer grossen, kompakten Neutronenstern kollabiert. Dieser Neutronenstern rotiert sehr schnell - 15 mal in der Sekunde im Fall 3C58 - und sendet dabei regelmaessige Strahlungspulse aus. Daher auch die Bezeichnung "Pulsar". 3C58 ist zwar etwa genau so alt wie der beruehmte Pulsar im Crab-Nebel, aber er dreht sich nur halb so schnell. Dabei haben die beiden Neutronensterne offenbar eine ganz unterschiedliche Entwicklung hinter sich, erlaeutert Murray. Waehrend der Crab-Pulsar bei seiner Entstehung viel schneller rotierte und langsam abgebremst wurde, drehte sich 3C58 von Anfang an etwa mit dem gleichen Tempo. Ausserdem sendet der Crab-Pulsar 20.000mal mehr Roentgenstrahlung aus als der neu entdeckte Pulsar. Die Astronomen wollen nun erforschen, warum die beiden Neutronensterne so unterschiedlich sind. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt e.V. 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