MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 18.9.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Rote Kartoffel trotzt der Faeule 2. Heisse junge Sonne 3. Trommelnde Raupen vertreiben Konkurrenten 4. Magneten: Kurze Passage vom Nord- zum Suedpol ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Rote Kartoffel trotzt der Faeule Durch den Anbau roter Kartoffeln aus Ungarn koennte auf den Einsatz von Fungiziden verzichtet werden. Forscher der University of Newcastle upon Tyne ermittelten auf Versuchsfeldern, dass die rote Kartoffel gegen die weit verbreitete Kartoffelfaeule resistent ist. Die noch namenlose ungarische Sorte waere damit besonders fuer Biobauern geeignet, die auf den Einsatz von Chemie verzichten wollen. Normalerweise welken die Blaetter, wenn die Pflanzen von der Kartoffelfaeule befallen sind. Die rote Variante zeigte auf den Versuchsfeldern aber nur sehr kleine Blatt-Schaeden. Bei Befall wurde die Faeule schnell gestoppt, berichten die Forscher. Offenbar besitzen die roten Kartoffeln eine dauerhafte Resistenz. �Die Erkenntnisse sind aeusserst viel versprechend fuer die oekologische Landwirtschaft und die Verbraucher�, meint Carlo Leifert von der Universitaet Newcastle. "Eine Kartoffel, die man in grossem Massstab ganz ohne Chemie anbauen kann, waere ein bedeutender Durchbruch fuer die Oekologie-Bewegung." Die Kartoffelfaeule war bis ins 19. Jahrhundert wiederholt Ausloeser von Hungersnoeten in Europa. So starben allein zwischen 1845 und 1847 in Irland rund eine Million Menschen. Noch einmal so viele Iren verliessen die Insel. Noch heute verursacht die Pflanzenkrankheit weltweit hohe Ernteverluste. Viele Biobauern verzichten deshalb lieber ganz auf den Anbau von Kartoffeln. Die resistente rote Kartoffel koennte eine Alternative darstellen, glauben die Forscher. Eine Marketingstudie soll aber noch untersuchen, wie die Verbraucher auf die rote Variante reagieren. ----Anzeige-------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- EIN VERFUEHRERISCHES ANGEBOT: Sie moechten noch mehr News aus Wissenschaft und Forschung? Mit weiterfuehrenden Informationen und Links? Und Sie moechten, dass die MorgenWelt Zukunft hat? Dann klicken Sie hier: http://www.morgenwelt.de/newsletter-neu.php ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Heisse junge Sonne Unsere Sonne war in ihrer Entstehungsphase wesentlich heller und heisser als bisher vermutet. Das ist das Ergebnis von Computersimulationen, die Guenther Wuchterl vom Max Planck Institut fuer Extraterrestrische Physik in Garching bei Muenchen gemeinsam mit Kollegen durchgefuehrt hat. Die Rechnungen der Forscher zeigen, dass die Sonne, als sie gerade einmal eine Million Jahre alt war, viermal heller schien als heute. Bisherige Rechnungen hatten lediglich die doppelte Helligkeit ergeben. Die Oberflaeche der Sonne war nach den neuen Simulationen 500 Grad heisser als heute. Fuer die Berechnungen nutzten Wuchterl und seine Kollegen einen speziell fuer diesen Zweck konstruierten Supercomputer namens GRAPE. Damit konnten erstmals alle Phasen der Entstehung unserer Sonne kontinuierlich simuliert werden. Bei frueheren Berechnungen mussten die Astronomen die einzelnen Schritte der Sonnenenstehung separat simulieren: den Kollaps einer grossen Gaswolke, ihren Zerfall in einzelne, getrennt kollabierende Bereiche, die Bildung der ersten Protosterne, sowie den Einfall von Materie auf diese jungen Sterne. Nach Meinung von Guenther Wuchterl haben die Ergebnisse seiner Forschungsgruppe Auswirkungen auf die Altersbestimmung junger Sterne. Die Astronomen bestimmen das Alter frisch entstandener Sterne naemlich anhand ihrer Helligkeit, die zunaechst langsam abnimmt. War diese Helligkeit jedoch unmittelbar nach der Entstehung der Sterne wesentlich groesser als bislang angenommen, dann wurde dadurch auch das Alter der Sterne wesentlich unterschaetzt. ------------------------------------------------------------------- Trommelnde Raupen vertreiben Konkurrenten Hat eine Raupe sich erst einmal auf einem Blatt haeuslich eingerichtet, verteidigt sie ihr Heim gegen Konkurrenten. Das berichten amerikanische und kanadische Biologen in der Online-Ausgabe der "Proceedings of the National Academy of Sciences". Die Tiere liefern sich demnach wahre Trommelduelle, an deren Ende einer der Kontrahenten das Feld raeumt. Die Forscher um Jayne Yack von der kanadischen Carleton University untersuchten Raupen eines nordamerikanischen Sichelspinners (Drepana arcuata). Kurz nach dem Schluepfen sind die Larven noch gesellig, werden schliesslich jedoch zu ausgesprochenen Einzelgaengern. Jede Raupe sucht sich ein Blatt und errichtet dort eine Art Unterschlupf aus Raupenseide, den sie nur zum Fressen verlaesst. Diese Bleibe wissen die Tiere zu verteidigen, beobachteten die Forscher. Wenn sie eine zweite Raupe auf ein bereits bewohntes Blatt setzten, begann der Hausherr mit einem gut hoerbaren Trommelkonzert. Zunaechst schlug er mit seinen Kiefern auf die Blattoberflaeche. Naeherte sich der Eindringling weiterhin, kamen noch ein seitliches Schaben mit den Kiefern und mit einem Anhaengsel am Koerperhinterende hinzu. Meist verstand der Eindringling die Warnung und zog sich zurueck. Nur wenn er deutlich schwerer als der Hausherr war, setzte ein ausgedehntes Wett-Trommeln ein, an dessen Ende der Hausbesitzer seine Bleibe aufgeben musste. Wie Yack und ihre Kollegen schreiben, koennen die Raupen nur die Vibrationen des Blattes, nicht jedoch die Luftschwingungen wahrnehmen. Daher sei raetselhaft, warum die Tiere so lautstarke Signale von sich geben. Eventuell versuche der gut geschuetzte Hausbesitzer, auf diese Weise Fressfeinde anzulocken, die ihn von dem laestigen Herausforderer befreien. Nach Ansicht der Forscher sind akustische Signale zwischen Raupen haeufiger als bislang vermutet. Eventuell koennte dieses Wissen genutzt werden, um Raupen ohne Chemikalien von Nutzpflanzen fern zu halten. ------------------------------------------------------------------- Magneten: Kurze Passage vom Nord- zum Suedpol Nord und Sued koennen in magnetischen Materialien direkt nebeneinander liegen, fanden Mainzer und Hamburger Physiker heraus. Die Forscher beobachteten, dass in winzigen Eisendraehten die Grenze zwischen unterschiedlich magnetisierten Bereichen lediglich ein Atom breit ist. Magnetische Materialien enthalten zahlreiche kleine Bereiche, so genannte Domaenen, die in unterschiedlicher Richtung magnetisiert sind. In bislang untersuchten Materialien erstreckt sich der uebergang zwischen den Domaenen ueber 20 bis 300 Atomdurchmesser. An Eisen-Nanodraehten, die nur wenige Atome hoch und breit sind, fanden die Mainzer Physiker um Hans-Joachim Elmers jedoch Hinweise dafuer, dass der Domaenen-uebergang auch sehr viel schmaler sein kann. Der endgueltige Nachweis gelang schliesslich den Physikern um Roland Wiesendanger vom Hamburger Zentrum fuer Mikrostrukturtechnik. Sie setzten eine elektronenmikroskopische Technik ein, mit der sich die Magnetisierung eines Materials in atomarer Aufloesung beobachten laesst. Auf diese Weise konnten sie bestaetigen, dass die Domaenengrenze in Eisen-Nanodraehten lediglich ein Atom breit ist. "Das ist die schmalste Domaenenwand, die jemals gemessen wurde", so der Hamburger Physiker Matthias Bode. Die in den "Physical Review Letters" beschriebenen Ergebnisse sind vor allem fuer die Entwicklung immer kleinerer magnetischer Datenspeicher von Bedeutung. So speichern Computer-Festplatten einzelne Informationsbits in Form unterschiedlich magnetisierter Bereiche der Plattenoberflaeche. Je kleiner diese Bereiche und die uebergaenge zwischen ihnen sein koennen, desto mehr Information laesst sich auf einem Datentraeger unterbringen. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt e.V. 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