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MorgenWelt HEUTE vom 25.9.2001
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1. Meteorschauer: Gefahr fuer Satelliten
2. Solarzellen aus dem "Waffeleisen"
3. Japan: Tonfiguren im Kaisergrab entdeckt
4. Mit Zucker Knochen schneiden
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Meteorschauer: Gefahr fuer Satelliten

Der voraussichtlich staerkste Meteorschauer seit 1966 bedroht im
November alle die Erde umkreisenden Satelliten. Darauf wiesen jetzt
Forscher der amerikanischen Raumfahrtbehoerde Nasa in. Fuer den 18.
November sagen die Wissenschaftler zwischen 1400 und 15.000
Sternschnuppen pro Stunde voraus.

Zu Sternschnuppen- oder Meteorschauern kommt es, wenn die Erde die
Bahn eines Kometen durchquert. Kometen sind fragile Gebilde aus
gefrorenen Gasen und Felsbrocken, entlang ihrer Bahn sammeln sich
daher eine Vielzahl von Truemmerstuecken der Himmelskoerper an. Mitte
November kommt es alljaehrlich zu den Leoniden, wenn die Erde die
Bahn des Kometen Tempel-Tuttle kreuzt. Fuer dieses Jahr erwarten die
Experten eine aussergewoehnlich grosse Zahl von Sternschnuppen durch
in die Erdatmosphaere eindringende Kometenteilchen.

Bill Cooke vom Marshall Space Flight Center der Nasa erklaerte
gegenueber dem Online-Magazin Space.Com, die Gefahr fuer einen
einzelnen Satelliten liege zwischen 1:1000 und 1:10.000. Bereits ein
staubkorngrosses Truemmerteilchen koenne zum Totalverlust eines
Satelliten fuehren. Insgesamt rechnet Cooke mit mindestens einem
Totalschaden infolge der diesjaehrigen Leoniden.

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Solarzellen aus dem "Waffeleisen"

Eine neue Generation von Solarzellen haben Forscher aus Erlangen
entwickelt. Sie stellten dafuer hauchduenne Waffeln aus
einkristallinem Silizium her. Die Waffelform erhoeht nach Aussage der
Forscher die Absorption des Sonnenlichts in der Siliziumschicht. Die
neuen "Waffel-Solarzellen" sind nur 16 Tausendstel Millimeter duenn.
Herkoemmliche kommerzielle Solarzellen sind 20 mal dicker.

Beim so genannten PSI-Prozess wird eine duenne Silizium-Schicht auf
eine waffelfoermige Unterlage aufgebracht. Diese Unterlage
ermoeglicht - vergleichbar mit einem Waffeleisen - das Herstellen von
waffelfoermigen Siliziumschichten. Die Oberflaeche der Unterlage ist
mit poroesem Silizium (daher der Name PSI-Prozess) bedeckt. aehnlich
dem Fett beim Waffelbacken, erlaubt das Silizium das Abloesen der
Solarzelle von der Unterlage. Die formgebende Unterlage steht dann
fuer weitere Prozesszyklen zur Verfuegung, so dass viele Solarzellen
auf einer Unterlage "gebacken" werden koennen.

Das Herstellungsverfahren der Waffeln soll in erster Linie helfen,
teures Siliziummaterial einzusparen. Statt nur einer einzelnen
Solarzelle wird ausserdem gleich ein komplettes Solarmodul bestehend
aus mehreren seriell verschalteten Einzelzellen hergestellt. Ein 5x5
Quadratzentimeter grosses Modul besteht aus fuenf integriert
verschalteten Zellen. Es liefert eine Spannung von 3 Volt bei einem
Wirkungsgrad von 10,6 Prozent. Dies sei im Vergleich zu
herkoemmlicher Technik ein Spitzenwert, berichten die Forscher. Ihrer
Ansicht nach sind die neuen Zellen auch fuer die Stromversorgung von
Satelliten geeignet, weil duenne Siliziummodule der kosmischen
Strahlung laenger standhalten koennen.
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Japan: Tonfiguren im Kaisergrab entdeckt

Einmal in jedem Jahr stellen japanische Familien kostbare Puppen der
Kaiserfamilie und des Hofstaats in ihrem Wohnzimmer auf. So will es
ein alter Brauch, dessen Anfaenge in das Dunkel der Geschichte
zurueckreichen. Japanische Archaeologen haben nun in einem Kaisergrab
aus dem sechsten Jahrhundert Tonfiguren eines vollstaendigen
Trauerzugs gefunden.

In der Naehe von Takatsuki noerdlich von Osaka erhebt sich ein
Grabhuegel (Kofun) aus der Zeit des Yamato-Reichs (ca. 300 bis 710 n.
Chr.). Er ist von zwei konzentrischen Wassergraeben umgeben. Der
Erdhuegel zwischen den beiden Graeben blieb lange Zeit unbeachtet.
Auf einer Flaeche von 130 Quadratmetern foerderten japanische
Archaeologen jetzt 61 keramische Figuren von seltener Groesse zu Tage.

Die unglasierten Toepferwaren zeigen einen Adeligen auf seinem Thron,
tanzende Schamanen und Tempelmaedchen, Krieger mit gezuecktem
Schwert, Sumo-Ringkaempfer, Hunde und Voegel. Die Tonfiguren sind auf
der Westseite des Erdwalls zwischen vier Hausmodellen aufgereiht. Die
Nachbildung eines Schreins war einmal 170 Zentimeter gross.

Die Archaeologen vermuten, dass die Figuren die Trauerzeremonie beim
Begraebnis des Kaisers Keitai wiedergeben sollen, der zwischen 507
und 531 n. Chr. regierte. Die Yamato-Kaiser einten damals das
japanische Inselreich und uebernahmen vom asiatischen Festland die
chinesische Schrift und den Herrscherkult. In ihren imposanten
Grabanlagen finden sich oft Tonfiguren (Haniwa), die das hoefische
Leben der Ritter, Damen und buddhistischen Moenche ueberliefern.

Als Vorbild duerften die Grabplastiken der chinesischen Kaiser
gedient haben. Weltberuehmt ist die Terrakotta-Armee des Kaisers
Qinshihuang (ca. 221 bis 206 v. Chr.), die in der Provinz Shaanxi
ausgegraben wurde. Erst vor kurzem entdeckten chinesische
Archaeologen ganze Streitwagen mit Pferden in Kaisergraebern, die
noch mindestens 300 Jahre aelter sind.
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Mit Zucker Knochen schneiden

Ein Strahl aus Wasser, Luft und Zucker koennte kuenftig menschliche
Knochen zurecht schneiden, so dass Gelenkprothesen passgenauen und
festen Halt finden. Ein entsprechendes Verfahren erproben derzeit
Hannoveraner Ingenieure und Mediziner.

"Mit unserer Technik koennen Qualitaetsschnitte erzeugt werden",
erlaeutert Stephan Schmolke von der Medizinischen Hochschule. Mit dem
bisherigen Fraesen und Saegen koennten Prothesen maximal zwoelf bis
vierzehn Jahre im Knochen ueberdauern. "Das bedeutet fuer juengere
Patienten eine erhoehte Rate von Wechseloperationen. Mit der neuen
Methode koennten wir eine Verlaengerung der Standzeit erreichen."

Bei dem Verfahren wird Wasser durch eine Duese gepresst. Dann wird in
einer Mischkammer Zucker als Schleifmittel zugefuehrt. Bei einem
Druck von 750 bis 1.500 bar erreichen die Zuckerkristalle
Geschwindigkeiten von bis zu 250 Metern pro Sekunde. Bis sie auf den
Knochen treffen, ist ihre Verweildauer im Wasserstrahl daher zu kurz,
als dass sie sich aufloesen koennten.

Das Verfahren vereint gleich mehrere Vorteile in sich. Zucker wird
vom Koerper nicht als fremder Stoff angesehen und schnell abgebaut.
Zudem gebe es bei dem neuen Verfahren nur geringe Prozesskraefte,
erlaeutert Carl-Joachim Wirth, ebenfalls an der Medizinischen
Hochschule. "Geraete wie Bohrer erfahren bei der alten Methode
Rueckstosskraefte, die durch den Widerstand auf dem Knochen
entstehen." Dies koenne zu einer Verlaengerung der Operationszeiten
fuehren. Zudem verhindere das Wasser eine Erhitzung des umgebenden
Gewebes. "Die Chance, dass das Gewebe biologisch aktiv bleibt und es
damit zu einem schnellen Einwachsen in die Prothese kommt, ist bei
dieser Methode um ein Vielfaches hoeher", so Wirth.

In Zukunft koennte der Zucker durch andere biokompatible
Schleifmittel ersetzt werden, so die Forscher. Als erstes haben sie
sich das Knie vorgenommen, da dieses Gelenk am besten zugaenglich
ist. Schon in fuenf Jahren koennte ein Teil der jaehrlich 60.000
Knieprothesen nach ihrer Methode angepasst werden. Auch die Anpassung
von Finger- oder Fussprothesen waere denkbar.
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Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke
Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser
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