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MorgenWelt HEUTE vom 24.9.2001
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1. Malaria-freie Moskitos nach Gen-Eingriff
2. Gezuechteter Knorpel zur Knie-Reparatur
3. Malaysia: Ausweis mit digitalem Fingerabdruck
4. Libanon: Anfaenge der phoenizischen Kultur entdeckt
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Malaria-freie Moskitos nach Gen-Eingriff

Amerikanischen Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, den
Malaria-Erreger in Moskitos auszuschalten. Malaria wird durch den
Parasiten Plasmodium ausgeloest, der im Darm von Moskitos lebt und
beim Stich durch den Speichel des Insekts uebertragen wird. Um den
Erreger auszuschalten, schleusten die Forscher den Insekten ein
spezielles Gen ein. Das Gen setzt die Produktion des Peptids SM1 in
Gang, das wiederum Rezeptoren im Darm und in der Speicheldruese der
Insekten blockiert. Die Fortpflanzung des Erregers in den Insekten
konnte so um 85 bis 95 Prozent verringert werden.

Labormaeuse, die von den manipulierten Moskitos gestochen wurden,
blieben von Malaria verschont. Dies berichtete Marcelo Jacobs-Lorena,
Forscher an der Case Western Reserve University in Cleveland, jetzt
auf einer Fachtagung.

Dass man Gene in Moskitos einschleusen kann, hatten Heidelberger
Forscher bereits im letzten Jahr bewiesen. Sie bauten damals ein
gruen fluoreszierendes Gen in indische Moskitos ein. Dieses Gen war
aber nicht in der Lage, den Erreger Plasmodium zu blockieren.

Das neue Verfahren koennte helfen, die Zahl der Malaria-Infektionen
zu senken. Mit der Ausrottung der Malaria ist aber kaum zu rechnen,
weil dafuer alle wilden Moskito-Arten das manipulierte Gen in ihr
Erbgut uebernehmen muessten.

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Gezuechteter Knorpel zur Knie-Reparatur

Nach einer Knieverletzung koennen Patienten kuenftig auf Hilfe durch
Knorpelzellen aus der Petrischale hoffen. Das berichten britische
Mediziner auf einem Orthopaeden-Kongress. Demnach ist der
Knorpelersatz mit nachgezuechteten Zellen mindestens ebenso effektiv
wie eine andere Methode, bei der Stueckchen von unbeschaedigtem
Knorpelgewebe innerhalb des Gelenks umpositioniert werden.

Wie George Bentley vom Royal National Orthopaedic Hospital im
britischen Stanmore gegenueber der BBC sagte, werden bei der neuen
Methode werden zunaechst einige Knorpelzellen aus dem Knie entnommen.
Im Labor werden diese dann im Blutserum des Patienten und unter
Zuhilfenahme von Wachstumsfaktoren vermehrt. Nach drei bis vier
Wochen werden die neuen Knorpelzellen dann in das Gelenk eingesetzt,
wo sie ein weiteres Jahr zum Anwachsen benoetigen.

Bislang haetten rund einhundert Patienten zwischen 15 und 45 Jahren
an einem Versuch zur Wirksamkeit der neuen Methode teilgenommen.
Dabei habe sich die Technik in achtzig Prozent der Faelle als
erfolgreich erwiesen. Vor allem juengere Patienten haetten nach der
Behandlung sogar wieder mit sportlichen Aktivitaeten begonnen.
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Malaysia: Ausweis mit digitalem Fingerabdruck

Malaysia fuehrt als erster Staat der Welt einen Ausweis ein, der den
Fingerabdruck seines Besitzers enthaelt. Die Daten sind als digitale
Kopie auf einem integrierten Computerchip abgelegt. Die so genannte
"Smart Card" muss jeder Buerger kuenftig bei sich tragen. Zum einen
soll so das Faelschen von Ausweisen erschwert werden. Zum anderen
lassen sich die Karten nach Angaben der Behoerden auch mit
zusaetzlichen Funktionen ausstatten, um beispielsweise Kreditkarten
zu ersetzen.

"Viele Staaten einschliesslich der USA werden als Folge der
terroristischen Angriffe nach Wegen suchen, die Mobilitaet ihrer
Bevoelkerung zu ueberwachen", erwartet Wan Mohamad Ariffin, der
Projektleiter im malaysischen National Registration Department. "Wir
sind bereits, unsere Technologie weiterzugeben."

Datenschuetzer bezweifeln allerdings, dass sich mit den digitalen
Ausweisen Terroristen aufspueren lassen. Ross Anderson, Experte fuer
Computer-Sicherheit an der Universitaet Cambridge, sagte dem Magazin
�New Scientist�, Terroristen wuerden auch weiter Moeglichkeiten
finden, das System zu umgehen. So koennten etwa mit gestohlenen
Geburtsurkunden neue Identitaeten geschaffen werden. Kritiker warnen,
die Smart Cards wuerden in erster Linie die globale ueberwachung
aller Buerger ausweiten und Persoenlichkeitsrechte einschraenken.
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Libanon: Anfaenge der phoenizischen Kultur entdeckt

Der Fund einer bronzezeitlichen Hafenstadt mit neunzehn gut
erhaltenen Graebern im Gebiet der alten Stadt Sidon (Sued-Libanon)
wirft neues Licht auf die Anfaenge der phoenizischen Kultur. Dies
erklaerten Frederic Husseini, Direktor der libanesischen
Altertumsbehoerde, und John Curtis, Kurator der nahoestlichen
Sammlungen des Britischen Museums, auf einer Pressekonferenz in
Beirut. Nach bisheriger Auffassung nahm die alte Seefahrer-Kultur in
der Stadt Byblos ihren Anfang. Das bronzezeitliche Sidon war jedoch
bereits um 4.000 v. Chr. besser organisiert als seine noerdliche
Nachbarstadt.

Waehrend der vergangenen drei Jahre hatten drei englische Teams unter
Leitung der libanesischen Archaeologin Claude Doumit Serhal mit
Unterstuetzung zahlreicher Helfer auf dem Gelaende einer ehemaligen
Schule im heutigen Saida Grabungen durchgefuehrt. Unter einem 1.500
Quadratmeter grossen Sandhuegel (Tell) legten sie die Reste einer
Hafenanlage und "gut strukturierte" Fundamente einer Stadt frei. Zu
den Funden gehoeren viele Toepferwaren.

Doch erst im vergangenen Monat stiessen die Forscher auf die neunzehn
Graeber. Die menschlichen ueberreste sind wegen des trockenen
Sandbodens in einem guten Erhaltungszustand. Noch ist unbekannt,
warum die Stadt unter einem Sandhuegel begraben wurde. "Vielleicht
wollte man darauf einen Tempel errichten," erklaerte Curtis
gegenueber der Presse.

Schon frueh hatten sich phoenizische Kaufleute ueber die Strasse von
Gibraltar hinaus in den Atlantik vorgewagt. Sie brachten den Griechen
das Alphabet und die Kenntnis indischer Wissenschaft. Ihre Staedte an
der noerdlichen Mittelmeer-Kueste konnten nur auf dem Seeweg
Verbindung miteinander aufrecht erhalten. Die Waelder des Libanon
lieferten das Holz fuer den Schiffbau.

Sidon galt bisher als Gruendung der aelteren Stadt Byblos. Die
Purpurfaerberei und die Glasindustrie von Sidon waren im Altertum
hochberuehmt. Der Prophet Jesaja bezeichnete Sidon als "der Voelker
Markt:" "Ihre Boten zogen uebers Meer, und was von Fruechten am
Schihor und von Getreide am Nil wuchs, brachte man nach Sidon hin
ueber grosse Wasser." Doch im siebten vorchristlichen Jahrhundert
zerstoerte der assyrische Koenig das bluehende Sidon, "auf dass er
erniedrigte die Pracht und veraechtlich machte die stolze Stadt," wie
es beim biblischen Propheten Jesaja heisst.
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