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MorgenWelt HEUTE vom 28.9.2001
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Der letzte freie Newsletter:

1. Kueken-Embryos von Titanosauriern entdeckt
2. Vinylchlorid: Umweltgift auch aus der Natur
3. Nordlichter am Wochenende moeglich
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Kueken-Embryos von Titanosauriern entdeckt

In Argentinien gefundene fossile Eier enthalten ungeschluepfte
Dinosaurier. Dies berichtet der Palaeontologe Luis M. Chiappe vom
Naturhistorischen Museum Los Angeles im Magazin "Science". Hunderte
von Eier wurden am Fundort Auca Mahuevo seit 1997 entdeckt, in denen
vereinzelt schon embryonale Knochen zu erkennen waren. Doch erst
aufwaendige Untersuchungen brachten jetzt ueberraschend gut
erhaltene, nahezu vollstaendige Embryos ans Tageslicht. Bei den
insgesamt sechs Kueken handele es sich um Titanosaurier, schreiben
Chiappe und seine argentinischen Kollegen Leonardo Salgado und
Rodolfo Coria.

Titanosaurier waren rund 80 Millionen Jahre lang bis zum Ende der
Kreidezeit auf der ganzen Erde verbreitet. Die schweren, langhalsigen
Pflanzenfresser aus der Ordnung der Sauropoden wurden im Durchschnitt
um die 15 Meter lang. Aus Argentinien ist bereits der zwoelf Meter
lange Saltasaurus ueberliefert, der auf dem Ruecken einen
schuetzenden Panzer aus Knochenplatten besessen haben soll. Trotz
ihrer weiten Verbreitung sind von Titanosauriern aber bisher meist
nur Schaedel-Bruchstuecke und unvollstaendige Skelette gefunden
worden.

Die jetzt identifizierten Embryos koennen noch keiner
Titanosaurier-Art eindeutig zugeordnet werden. Die rund 30 Zentimeter
langen Fossilien sind in melonengrossen Eiern eingeschlossen. Ihre
Schaedel sind so gut erhalten, dass man selbst einzelne Zaehne im
vier Zentimeter langen Schnabel erkennt. Aus Schaedelgroesse und Lage
der Nasenloecher hoffen die Forscher Rueckschluesse auf das Wachstum
der Tiere ziehen zu koennen.
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Vinylchlorid: Umweltgift auch aus der Natur

Allein in Deutschland werden jaehrlich rund 1,5 Millionen Tonnen
Vinylchlorid hergestellt, hauptsaechlich zur PVC-Produktion. Jetzt
fanden Heidelberger Chemiker heraus, dass die giftige und
krebserregende Substanz auch auf natuerlichem Wege in Boeden gebildet
wird. ueber ihre Untersuchungen berichten sie auf einer am Sonntag
beginnenden Fachtagung in Heidelberg.

Die Forscher um Frank Keppler vom Institut fuer Umwelt-Geochemie der
Universitaet Heidelberg entdeckten einen bislang unbekannten
chemischen Prozess im Boden. Dabei reagieren Huminstoffe aus dem
Abbau von Biomasse, Chlorid aus Bodensalzen und beispielsweise
Eisen-Verbindungen zu verschiedenen chlorhaltigen Gasen, darunter
auch Vinylchlorid. Weitere Untersuchungen zeigten, dass es sich
hierbei um selbststaendig ablaufende Reaktionen handelt.
Mikroorganismen sind nach Auskunft der Forscher nicht beteiligt.

Feldmessungen haetten die natuerliche Bildung von Vinylchlorid im
Boden bestaetigt, heisst es in einer Mitteilung der Universitaet
Heidelberg. In der Bodenluft von Salzmarschen an der deutschen
Nordseekueste seien stark erhoehte Vinylchlorid-Konzentrationen
gefunden worden. Derzeit koenne man noch nicht sagen, wie viel
Vinylchlorid auf natuerlichem Wege entsteht und welche Auswirkungen
es auf die Umwelt hat.
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Nordlichter am Wochenende moeglich

In der Nacht von Samstag auf Sonntag koennte es mit etwas Glueck
wieder zum vermehrten Auftreten von Nordlichtern kommen. Aufnahmen
der Sonnensonde SOHO von gestern zeigen eine gewaltige Eruption auf
der Sonne. Bei solchen "koronalen Massen-Ejektionen" wird durch
Veraenderungen des Magnetfelds Gas aus der heissen aeusseren Huelle
("Korona") der Sonne ins All hinausgeschleudert.

Der Ausgangspunkt des Materieauswurfs konnte von den Sonnenforschern
nicht genau bestimmt werden. Deshalb ist auch unklar, ob die
Sonnenmaterie genau auf die Erde zufliegt oder die Magnethuelle der
Erde vielleicht nur streift.

Wenn die Schockwelle einer solchen Eruption auf das Magnetfeld der
Erde trifft, kommt es zu einem so genannten "geomagnetischer Sturm".
Solch schweres Weltraumwetter verursacht kraeftige Polarlichter,
Stoerungen in den Kommunikationsnetzen und kann regional sogar zum
Zusammenbruch der Elektrizitaetsversorgung fuehren. Bereits Anfang
der Woche war es zu Eruptionen auf der Sonne gekommen, die aber nur
wenige helle Nordlichtern ueber Nordeuropa erzeugt hatten.
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