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MorgenWelt HEUTE vom 27.9.2001
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Der vorletzte freie Newsletter:

1. China: Heimat des Homo erectus vor 1,36 Mio Jahren
2. Bakterien kurbeln Eisenkreislauf an
3. Asteroid Eros: Seen aus Staub
4. Viren und ploetzlicher Kindstod
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China: Heimat des Homo erectus vor 1,36 Mio Jahren

Die fruehen Menschen drangen vermutlich schneller nach Asien vor als
bisher vermutet. Dies schliessen chinesische Forscher aus der
Neudatierung von Steinwerkzeugen. Die Werkzeuge stammen aus
Xiaochangliang im nordchinesischen Nihewan-Becken. Sie sollen 1,36
Millionen Jahre alt sein. Angefertigt wurden sie nach Meinung der
Forscher vom Homo erectus, dem unmittelbaren Vorfahren des modernen
Menschen Homo sapiens.

Die Werkzeuge - es handelt sich um Steine zum Schaben und Bohren -
wurden bereits vor zwanzig Jahren gefunden. Eine genaue Datierung
gelang den chinesischen Geologen aber erst jetzt, indem sie die
Ablagerungen am Fundort auf ihre magnetische Ausrichtung hin
untersuchten.

Das Nihewan-Becken liegt etwa am 40. Grad noerdlicher Breite. Bisher
hatte man angenommen, dass es vor ueber 1,3 Millionen Jahren so weit
noerdlich noch zu kalt fuer Hominide gewesen waere. Vor etwa 1,7
Millionen Jahren hatten sich Fruehmenschen von Afrika nach Europa
ausgebreitet. Offenbar haben sie sich aber auch dem wechselhaften,
kalten Klima in Nordostasien besser anpassen koennen als  bisher
gedacht.

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Bakterien kurbeln Eisenkreislauf an

Nicht nur die Photosynthese wird in lichtdurchflutetem Wasser
angekurbelt. Das Sonnenlicht sorgt auch dafuer, dass den
Planktonorganismen mehr Eisen fuer ihren Stoffwechsel zur Verfuegung
steht. Verantwortlich dafuer sind Molekuele, mit denen Bakterien nach
dem kostbaren Metall angeln. Diese Entdeckung machten jetzt
amerikanische Wissenschaftler.

Die Forscher um Katherine Barbeau von der University of California in
Santa Barbara untersuchten so genannte Siderophore, woertlich
uebersetzt "Eisentraeger". Diese Molekuele werden von vielen
Bakterien ins Meerwasser abgegeben. Sie funktionieren wie kleine
Kaefige fuer stark oxidierte Eisenatome, die dann umso leichter in
die Bakterienzellen aufgenommen werden koennen.

Wie die Wissenschaftler in "Nature" berichten, reagieren die winzigen
Kaefige jedoch empfindlich auf Sonnenlicht. Unter Lichteinfluss
zerfallen sie in ihre Bestandteile, wobei sie das Eisen gleichzeitig
in eine weniger stark oxidierte und damit fuer das Plankton besser
nutzbare Form ueberfuehren.

"In weiten Bereichen der Ozeane ist Eisen das limitierende Element
fuer die Primaerproduktion", schreiben die Forscher. Zudem trete das
im Meerwasser geloeste Eisen fast ausschliesslich in Komplexen auf,
fest gebunden an organische Molekuele. Daher sei der neu entdeckte
Mechanismus von immenser Bedeutung: Er kurble nicht nur den
Eisenkreislauf, sondern auch den Kohlenstoffkreislauf der Meere an.

"Dies koennte sich auch auf den globalen Klimawandel auswirken, da
lebende Organismen fuer die Aufnahme und Freisetzung von Kohlendioxid
aus den Ozeanen von grosser Bedeutung sind", kommentiert Donald
Burland von der amerikanischen National Science  Foundation.
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Asteroid Eros: Seen aus Staub

Auf dem Asteroiden Eros gibt es "Seen" aus Staub. Das zeigen die
jetzt ausgewerteten und veroeffentlichten Aufnahmen der
amerikanischen Raumsonde NEAR-Shoemaker. Offenbar hat sich der Staub
durch elektrostatische Levitation in den Senken und Kratern des
Asteroiden angesammelt. Das berichtet Planetenforscher Mark Robinson
von der Northwestern University in Evanston im US-Bundesstaat
Illinois in der heutigen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature.

NEAR-Shoemaker hatte Eros von Februar 2000 bis Februar 2001 umkreist
und war schliesslich auf dem Asteroiden gelandet. Die letzten Bilder
der Sonde zeigen noch Einzelheiten mit einer Groesse von bis zu einem
Zentimeter auf der Oberflaeche des 33 Kilometer grossen
Himmelskoerpers.

Zur ueberraschung der Astronomen ist die gesamte Oberflaeche des
Asteroiden mit Truemmern aller Groesse uebersaet. Bislang waren die
Forscher davon ausgegangen, das bei Meteoriteneinschlaegen wegen der
geringen Schwerkraft Felsbrocken und Staub ins All entweichen. Ein
Raetsel war den Wissenschaftlern zunaechst auch, wie sich der Staub
in den niedrig gelegenen Regionen ansammeln konnte.

Die Messdaten von NEAR-Shoemaker halfen den Astronomen aber, den
Vorgang zu entraetseln. Durch das Sonnenlicht wird der feine Staub
elektrostatisch aufgeladen und schwebt leicht ueber der Oberflaeche.
Durch die Schwerkraft des Asteroiden wandert der Staub dann in
niedriger gelegene Gebiete - ein Vorgang, der allerdings mehrere
Millionen Jahre dauern duerfte, so Robinson.
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Viren und ploetzlicher Kindstod

Jaehrlich sterben in Deutschland etwa 600 Saeuglinge - jedes 500.
Neugeborene - an ploetzlichem Kindstod. Die Ursachen dafuer sind
bislang raetselhaft. Ein Pathologe der Universitaet Bonn haelt es
fuer moeglich, dass in einem Teil der Faelle eine
Herzmuskelentzuendung fuer den Tod verantwortlich sein koennte.
Hervorgerufen wird die Entzuendung durch Viren, meint Dr. Reinhard
Dettmeyer vom Institut fuer Rechtsmedizin der Universitaet Bonn. Er
untersuchte Herzgewebeproben von 60 unerwartet verstorbenen
Saeuglingen.

Die Proben enthielten verschiedene Entzuendungszellen und
Entzuendungs-Eiweisse. In 14 Faellen konnte der Phatologe Enteroviren
nachweisen. In einigen Proben fanden sich sowohl Erbgut als auch
umhuellende Eiweisse so genannter Coxsackie-Viren, in acht weiteren
Proben das Erbgut des Parvovirus B19. Von Enteroviren der
Coxsackie-Gruppe weiss man, dass sie Herzmuskelentzuendungen und
schwerste Herzrhythmusstoerungen hervorrufen koennen.

Experten nehmen allerdings an, dass fast alle Kinder in den ersten
Lebensjahren einmal Kontakt mit derartigen Viren haben. "Warum einige
daran sterben, andere aber kaum Symptome zeigen, ist noch unbekannt",
so Dettmeyer. "Moeglicherweise gibt es dafuer aber genetische
Gruende."
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