Monika Gause schrieb am 27.01.1999 17:51 Uhr:

>Man sollte sich schon ein Spezialgebiet suchen, fuer das man dann auch
>aktiv Aquise macht wg. "go to where the boys hang around" und man kann eben
>nicht ueberall sein. Mein Partner und ich sind im Feld Museen und
>Ausstellungen aktiv und das ist ein Kundenkreis, auf den man sich sehr gut
>einstellen muss. Das ist dann keine Spezialisierung auf ein bestimmtes
>Thema - denn die sind ja wiederum sehr unterschiedlich - sondern eher auf
>eine Art der Vermittlung von Inhalten.

Liebe Monika,

im Grunde ist z. B. der Bereich Museumspraesentation fuer
einen Mediengestalter doch schon speziell genug. Selbiges
sehe ich auch fuer das, was Simone und ich in Bezug auf
Umwelttechnologie beabsichtigen. Soweit, dass wir sagen, wir
machen nur noch Werbung fuer Windkraftwerke, was vielleicht
damit vergleichbar waere, wenn man sich im Bereich Museen nur
auf Kunst beschraenken wuerde, sollte die Spezialisierung nicht
gehen. Damit wuerd man seinen Markt zu sehr einschraenken.

In Zusammenhang mit dem Thema Spezialisierung vielleicht
zur Diskussion:

Im Zuge der Beschaeftigung mit dem Feld Oeko-Werbung
(ich komme aus einer anderen Ecke) fielen mir ein paar
Merkwuerdigkeiten auf.

Es mag sein, dass diese "Zielgruppe", soweit man sie
als solche bezeichnen kann, Werbung im herkoemmlichen Sinn
ablehnt. D. h. diese ganzen unterschwelligen Sachen, die mit
eine der Ursachen dafuer sind, dass Werbung gemeinhin als
unehrlich, wenn nicht gar verlogen betrachtet wird.

Laesst man dieses jedoch einmal aussen vor, stellt sich
mir trotzdem die Frage, weshalb z. B. Oekozeitschriften
ziemlich oft wie Drittklaessler-Schuelerzeitschriften
aussehen und man bei den Anzeigen den Eindruck gewinnt,
das saemtliche Regeln des Kommunikationsdesigns ausser
Kraft gesetzt wurden.

Ein anderes Beispiel aus diesem Bereich, von dem ich glaube,
dass man daran viel verbessern kann, sind die Zielgruppen,
die von den Produzenten aus der "Branche" angesprochen
werden. Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren,
dass man lediglich versucht, sich untereinander irgendetwas
zu verkaufen und ueberhaupt nicht auf die Idee kommt, einmal
ganz andere Kaeufergruppen anzusprechen.

Beispiel:

Um in Hamburg zu bleiben: es gibt dort - wie in Duessldorf -
Biokostlieferanten, die einem Bio-Gemuese etc. im Abo
vorbeibringen. Es gibt in Hamburg zumindest einen Biobaecker,
ebenso wie in Duesseldorf. Um jedoch beim Biobaecker in D
mein Brot kaufen zu koennen, welches ich unbedingt dem
Labberkram aus dem Supermarkt vorziehe, muesste ich durch
die ganze Stadt (fuer die Duesseldorfer: gegenueber der
Ulmer Hoeh). Sicher wird die Situation in HH aenhlich sein.
Als Werber, Anwalt oder in aehnlichen Dienstleistungsberufen
hat man regelmaessig keine Zeit, noch gross durch die
Gegend zu fahren, ganz gleich wie gesund das Zeug ist.

Neue Kundenkreise fuer solche Lieferanten kann zumindest
ich mir im Kreise von Werbern etc. vorstellen. Wenn sie
natuerlich nichts davon wissen, dass man sich die Sachen
bringen lassen kann, kann man auch nichts ordern.

Seh ich das irgendwie falsch? Simone meint, Werber und
Pizza passt zusammen, Biofood und Agenturpantry eher
nicht. Ich meine, hier liegt doch lediglich ein
Kommunikationsdefizit vor.

Aehnliches sehe ich auch in Bezug auf andere Bioprodukte.
Im Grunde liegt das Defizit wohl eher darin, dass man
garnicht erst versucht, neue "Maerkte" zu erschliessen
sondern sich lieber auf die Kreise beschraenkt, in denen
man sowieso schon zugange ist. Obwohl ich mir fast sicher
bin, dass es ausserhalb der "Oekofraktion" genuegend
interessierte Abnehmer fuer derartige Produkte gaebe,
sofern sie nur davon wuessten.

Was meint die Gemeinde dazu?

Herzliche Gruesse

Klaus








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