Hallo Johannes & Networker,

ich sah mich eben mal auf Deiner site
(http://www.mediaflex.de) um; was mir dabei
speziell ins Auge fiel, war dieser Absatz
innerhalb der Vorstellung Eures Leistungsangebotes:

>Aber der Aufwand...
>In Ihrem Hause entsteht Ihnen gar kein Aufwand, denn bei uns erhalten Sie
>hochwertige Komplettl�sungen. Von der Erstellung der Seiten, �ber Serverplatz und
>Domainregistrierung bis hin zur Datenpflege Ihres Internet Angebots erhalten Sie
>alles aus einer Hand. Sie wollen selbst Hand anlegen, kein Problem wir schulen Sie
>und Ihre Mitarbeiter preiswert. Auch die Anbindung Ihres Intranets sowie die Wartung
>Ihrer Hardware ist f�r uns kein Problem. Sie sehen, Ihr Internet Angebot ist bei uns
>einfacher als "Br�tchen kaufen".

Klar, jeder Kunde moechte Service, der fuer ihn
moeglichst bequem ist. Allerdings frage ich mich
doch, ob man es sich als serioeser Anbieter von
Internetpraesenzen leisten kann, diesen doch recht
einschneidenden Schritt fuer ein Unternehmen, der
ja auch entsprechende interne Organisation erfordert
(ganz abgesehen von der Einarbeitung der Mitarbeiter)
mit einem "Broetchenkauf" zu vergleichen.

Eine Webpraesenz, die als solche Sinn machen soll,
geht aus einem umfassenden Marketingkonzept hervor,
und dass die Firmenleitung sich dazu den einen oder
anderen Gedanken 1) ueber ihr Selbstverstaendnis und
2) ueber Ihre Marketingziele macht (Fragen, die ja
durch das Medium Internet neu aufgeworfen werden und
beantwortet werden muessen) - das kann ihr keine
Internet-Service-Agentur abnehmen. Natuerlich aber
kann und sollte sie den Kunden dabei unterstuetzen.

Eure Aussage

>Ihre Internetpr�senz kostet Sie weniger als
>ein gut gedrucktes farbiges Prospekt.

halte ich schlicht fuer fahrlaessig.
Eine *funktionstuechtige* Internetpraesenz ist
nicht zu vergleichen mit einem Printmedium,
und schon gar nicht in dieser Pauschalitaet
(was ist denn "ein Prospekt"? Das kann alles
sein, vom Flyer bis zur Hochglanz-Imagebroschuere).

Auch ist die *Produktlinie* eine voellig andere.
Ein Druckerzeugnis ist *fertig*, wenn es aus der
Druckerei kommt. Dann steht noch der Vertrieb an,
aber damit ist die Sache abgeschlossen. Ein Webauftritt
dagegen ist ein Prozess, der mit dem Start der
Praesenz noch ziemlich am Anfang steht. Die Qualitaets-
deklaration des W3Q (eine Organisation von Web- und Content-
designern, die Qualitaetsstandards fuer Gestaltung im
Internet erarbeitet <www.w3q.org>) bemerkt zu Recht, dass
die Arbeit nach dem "WWW-Stapellauf erst richtig beginnt".
Die staendige Aktualisierung, die Interaktion mit
den Kunden, der Ausbau des Service, Datenbankpflege,
Promotionaktivitaeten, Fortbildung etc. sind alles
Folgekosten/-investitionen fuer ein Unternehmen,
die nicht sinnvoll integriert werden koennen, solange
der Webauftritt wie ein Broetchenkauf angegangen
wird.

Letztlich werden wohl nur die Unternehmen vom Internet
profitieren, die sich diesem Umdenkungs- und struktu-
rierungsprozess stellen. Und darin sehe ich auch unsere
Aufgabe als Mit-Gestalter des Internet: auf dem Wege,
das Internet als Kommunikationsmedium zu nutzen und
zu entwickeln, *Basisarbeit* zu leisten - anstatt einfach
Leute, die "auch dabei sein wollen" ins Web zu pushen.

Und auf diesem Wege sind wir ja auch selbst alle in der
Entwicklung und darauf angewiesen, voneinander zu lernen,
deswegen z.B. gibt�s dieses Projekt.

Schoene Gruesse & frohes Schaffen

Simone


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Wer heute den Kopf in den Sand steckt,
knirscht morgen mit den Zaehnen. (Graffito)

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