Tag!

(@Ulf: sorry für die Doppel-Antwort, hatte den falschen Knopf erwischt)

Am 18.11.2010 20:32, schrieb Ulf Lamping:
Am 18.11.2010 13:10, schrieb Gernot Hillier:
Und dass Google die Daten nicht unter der OSM-Lizenz verwenden will,
kann ich gut verstehen. Wir hatten hier bei Siemens kürzlich eine
ähnliche Anfrage und nach der Klärung der aktuellen Rechtslage mit der
CC-Lizenz musste ich meinem Kunden leider auch empfehlen, die OSM-Daten
nur nach Rücksprache mit einem Anwalt zu verwenden. Da gibt es einfach
zuviele offene Punkte rechtlich gesehen, da die Lizenz nicht zu der Art
von Daten passt..

Wenn du als Siemens Mitarbeiter deinem Kunden irgendwas anderes rätst
als in so einer Sache Rücksprache mit seinem Anwalt zu halten handelst
du eh grob fahrlässig ;-)

Hmpf, habe mich diesbezüglich wie üblich nicht klar ausgedrückt. Ich bin Siemens-interner Consultant, wenn man so will, - das heißt unter "Kunde" verstehen wir andere Siemens-Abteilungen. Und wichtiger Bestandteil meiner Aufgaben ist es, Siemens-Abteilungen bzgl. lizenzkonformem Einsatz von Open Source zu beraten. Ob diese dann auf uns hören und/oder zusätzlich noch einen Anwalt befragen, ist eine Frage der Risiko-Einschätzung des jeweiligen Projektleiters.

Schließlich befragst Du als Privatmensch ja auch nicht vor jeder Geschäftstätigkeit Deinen Anwalt, obwohl das Dein generelles Lebens-Risiko sicherlich deutlich reduzieren würde.

Google hatte bestimmt einen ganz tollen Vertrag mit ganz tollen
Lizenzbestimmungen und deren Lieferant hat sich dann einen Scheißdreck
drum gekümmert. Soviel zum Thema Verträge und Lizenzen.

Klar, man sollte eigentlich alle Verträge und insbesondere Gesetze abschaffen, weil sich die Leute ja eh nie dran halten.

Gerade große Firmen finden/haben *immer* ein Problem, wenn sie den
Vertragstext / Lizenztext nicht selber bestimmen können, *egal* was
drinsteht.

Stimmt. Sonst würden große Firmen ja Open Source einsetzen, statt grundsätzlich alles zuzukaufen.

Weißt Du, was das schöne an solchen Pauschalaussagen ist: sie sind *immer* falsch. ;-)

Es hat mir bislang noch niemand erklären können, warum das
mit der ODBL anders werden sollte.

Weil die Lizenz zu dem, was wir bei OSM tun, passt. Im Gegensatz zur CC-BY-SA. Und wenn zahlreiche, auch maßgebliche, Mitglieder der Community schon sagen, dass ihnen nicht klar ist, was man mit den von uns erzeugten Daten unter der CC-BY-SA überhaupt tun darf, dann wird sich IMHO ziemlich sicher keine Firma darauf einlassen.

Ohne die Lizenzdiskussion des OSM-Projektes auch nur ansatzweise zu kennen, hat mein Chef sofort gesagt: "Wieso Creative Commons? Das müsste doch eigentlich ein Datenbankwerk sein?".

Glaub mir: ich habe lange darauf gewartet, endlich bei Siemens (für Geld) mal was mit OSM machen zu können. Und als ich dann wirklich eine entsprechende Anfrage hatte und mich pflichtgemäß mit der rechtlichen Situation tiefer auseinandergesetzt habe, musste ich mit großer Enttäuschung erstmal eine deutliche Warnung aussprechen, die höchstwahrscheinlich dazu führt, dass aus dem Projekt nix wird. Und das habe ich mir sicher nicht leicht gemacht.

Es gibt jetzt wohl noch eine Prüfung durch unsere Anwälte - aber ich glaube kaum, dass die die Risiken geringer einschätzen wie ich.

Die Prüfung von (englischem) Vertragsrecht noch dazu mit einer
obskuren englischen Foundation (OSMF) wird einen deutschen Anwalt
auch nicht wirklich begeistern.

Nunja, nicht alles im Leben macht Spaß, manches muss man aber halt tun. Bei Open Source hat man es fast immer mit englischen Texten zu tun - genauso wie bei Lizenztexten anderer Software.

Und die OSMF spielt hierbei nach meinem Verständnis so gut wie keine Rolle - unser Vertragspartner wird ja nicht die OSMF, sondern die Zigtausend Mapper da draussen, die die von uns ggf. verwendeten Daten erfasst haben. Das einzige, was zählt, ist der Lizenztext und die allgemeine Rechtslage.

Und wenn es dabei Unsicherheiten gibt, dann kann man nochmal in die Community reinfragen und so das eigene Risiko minimieren, aber das können wir uns hier auch sparen, da das Ergebnis ja schon hinreichend dokumentiert ist.

Sorry, aber sowas ist gerade eben *kein* besonders guter Grund für den
Lizenzwechsel, auch wenn das immer wieder so behauptet wird.

Das verstehe ich jetzt nicht. Meinst Du, man könnte CC-BY-SA ohne Prüfung einsetzen? Meinst Du, bloß weil die CC-BY-SA deutsch ist, macht es die Sache viel einfacher oder deutlich weniger aufwändig? Hast Du den eigentlichen CC-BY-SA-Lizenztext schonmal gelesen oder bloß die - juristisch leider unbedeutende - Zusammenfassung?

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Gernot
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