Aran schrieb:
> Hallo,
> 
> Ja das ist genau der Punkt. Wir wollen unsere Ideale nach draussen vermitteln 
> und das Bild von nur Männern im Vorstand wollen wir imo gerade NICHT 
> vermitteln.

Das ist deine Idealvorstellung, die ich so in der Form nicht teile: Ich möchte 
eher einen Vorstand aus JuPis. Deren Geschlecht ist mir egal.

Ich bitte auch darum, zu explizieren was hier von gemeinhin unter "Männer" bzw. 
"Männer*" bzw. "Frauen" und "Frauen*" gemeint ist. Das wurde an anderer Stelle 
bereits angesprochen, ist jedoch bisher noch nicht erfolgt.

Mir ist in erster Form wichtig, dass der Vorstand seine Arbeit tun kann und 
dass der Verein als solches niemanden aufgrund seines <insert leitbild> 
diskriminiert.

> > willkürlichen Merkmalen
> 
> Ein von der Gesellschaft geformtes und gelesenes Merkmal. Ja. Es ist kein 
> willkürliches Merkmal sondern eines aufgrund dessen Menschen diversen Formen 
> der Diskriminierung ausgesetzt sind.

Es ist insofern willkürlich, als dass das Geschlecht nicht das einzige Merkmal 
ist, auf dessen Basis Menschen innerhalb der Gesellschaft diskriminiert werden. 
Auch weisen die JuPis nicht nur im Bezug auf den Frauenanteil kein 
repräsentatives Abbild der Gesellschaft auf.

Wobei sich mir nach wie vor der Zwang an der Ausrichtung an die 
Gesamtbevölkerung nicht erschließt. Wir sind ein Teil der Bevölkerung, genauer 
die Jugendorganisation einer Partei, wir haben also per Definition 
Partikularinteressen und sind eben zwangsläufig nicht repräsentativ.

Mich würde bspw. einerseits die Zusammensetzung des Vereins nach 
Bildungsschicht, Reichtum, Religion, Herkunft, dauerhafte physische od. 
psychische Krankheit, sexuelle Vorlieben etc. pp. interessieren. Anschließend 
müssten wir einen Blick auf die Gesellschaft werfen und weitere Quoten fordern. 

Das ist für mich eine Krux an der Quotendebatte: Die Einseitigkeit des Merkmals 
anhand dessen quotiert werden soll. Es erschließt sich mir einfach nicht, warum 
wir im Falle einer Frauenquote nicht auch nach anderen Merkmalen quotieren 
sollten.

Und für mich läuft das Quotenkonzept ganz zu Ende gedacht auf eine Quote für 
jedes Individuum heraus, denn wer sonst kann das Individuum so gut 
repräsentieren wie es sich selbst, ohne dass man es auf Gruppenidentitäten 
zusammenschrumpft?

> > Wie aber aus der Tatsache, dass wir politische Dinge tun, eine Quote folgt, 
> > erschließt sich mir nach wie vor nicht.
> 
> Wir tun politische Dinge wir können dies indem wir Männer vorschicken die die 
> selben Bilder reproduzieren wie eh und je oder wir schicken (sofern möglich 
> die Quote kann ja nun wirklich trotz allem nicht zaubern) einen möglichst 
> diverseren Vorstand der uns repräsentieren soll und damit andere Bilder 
> reproduziert.

Und wieder wird das Ideal eines möglichst diversen Vorstand postuliert. Warum? 
Woher die Wünschbarkeit? Was stört dich an der Diversität des bisherigen 
Vorstandes? Inwieweit schränkt der Mangel der Diversität den Vorstand in der 
Arbeit ein? Und warum wird Diversität auch hier wieder nur am Geschlecht fest 
gemacht? Warum keine Queer-Quote?

> > Wer sind diese "Männer", von denen du hier sprichst innerhalb der Jungen 
> > Piraten? Woher weißt du, dass diese "Männer" innerhalb der JuPis aufs 
> > Geschlecht schauen?
> &
> > Inwieweit werden Personen aufgrund ihres Geschlechts innerhalb der JuPis 
> > bewusst oder unterbewusst diskriminiert? Inwieweit werden sie nicht 
> > deswegen gewählt? Inwieweit werden sie deswegen nicht zur Kandidatur 
> > ermutigt?
> 
> Eine Quote sehe ich primär erst einmal in Zukunft wichtig . Und ja Seximus 
> ist überall und in jedem drin. Es gibt da mehrere Studien zu und es läuft 
> durch jedes Alter & jedes Geschlecht. Ich persönlich denke das die JuPis in 
> Teilen weiter sind als der Rest der Gesellschaft aber deswegen sind sie noch 
> lange nicht "postgender"

Erneut weichst du der eigentlichen Frage des Aufzeigen der sexistischen 
Strukturen innerhalb der JuPis aus. Es kommt immer wieder auf die gleiche 
Behauptung zurück: Alle Menschen sind zumindest unbewusst sexistisch. Es wird 
zwar eingestanden, dass wiewohl die JuPis nicht ganz so sexistisch seien wie 
die gesamte Gesellschaft, aber trotzdem solle man doch potentiellem Sexismus 
per Quote den Riegel vorschieben.

Ein Argument, das ich nach wie vor nicht stichhaltig finde.

Und nein, ich bin nicht der Meinung die JuPis seien postgender. Ich finde es 
aber als Ideal nach wie vor erstrebenswert und verstehe nicht, wieso der 
Begriff immer mehr negativ konnotiert verwendet wird. 

Was ist das Problem daran, dass man statt Frauen* und Männer* eben den Menschen 
und darüber hinausgehend potentiell jede hinreichend intelligente 
intergalaktische Lebensform in den Mittelpunkt stellen möchte?
-- 
    /"\    Junge Piraten orga Mailingliste
    \ /    Strukturdebatten
     X
    / \    https://ucp.junge-piraten.de/

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