"Lord Keynes entwarf im Fr�hjahr 1943[61] in der Konsequenz seiner Theorie eine Langfristprognose f�r die Nachkriegszeit, die drei Phasen aufzeigt, die weithin eingetreten sind. Keynes pl�dierte f�r ein Langfristprogramm gesamtwirtschaftlicher Investitionssteuerung, damit �es gar nicht erst zu gr��eren konjunkturellen Schwankungen kommt, sondern die kontinuierliche Absorption der Ersparnis durch die Investitionen gew�hrleistet ist�[62].
"Kurz gefa�t, sah Keynes f�r die erste Phase des Wiederaufbaus noch die Notwendigkeit staatliche Kontrollen des Verbrauchs und der Investitionst�tigkeit, f�r die zweite die Aufhebung dieser Kontrollen sowie ein langfristig angelegtes Investitionsprogramm unter �ffentlicher Kontrolle, um Schwankungen im privaten Sektor durch gegenl�ufige Bewegungen zu korrigieren. Im �bergang zur dritten Phase sei unter Bedingungen der Vollbesch�ftigung notwendig, �sinnvollen Konsum zu ermutigen, vom Sparen abzuraten und einen Teil des unerw�nschten Surplus durch vermehrte Freizeit zu absorbieren � mehr Urlaub (eine wunderbare Art, Geld loszuwerden!) und weniger Arbeitsstunden�.[63] Langfristig m�sse Ziel sein, �die Nettoinvestitionen zu reduzieren und den Verbrauch (oder, alternativ, die Freizeit) zu steigern�.[64] Bedingung f�r die dritte Phase ist die gelingende Aufrechterhaltung von Vollbesch�ftigung. "Wird die Prognostik der empirischen Wirtschaftsentwicklung konfrontiert, l��t sich sagen, da� in den 50er und 60er Jahre Wachstumsraten bis um 10% auftraten. Viele Wissenschaftler gingen noch in den 60er Jahren davon aus, das Bruttoinlandsprodukt k�nne j�hrlich real um 4% wachsen, woraus sie folgerten, alle Arbeitsuchenden seien allein durch Wirtschaftswachstum in den Arbeitsmarkt zu integrieren, doch es lie� gem�� der Prognose von Keynes deutlich nach. Nach Abbau des Nachfrage�berhangs im Wiederaufbaubedarf traten in wohlhabenderen Haushalten von den 70er Jahren an die von Keynes erwarteten S�ttigungserscheinungen ein. Die Nachfragedynamik der Besserverdienenden lie� nach. Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit f�hrte bei Arbeitslosen zu Einkommensausf�llen mit entsprechendem erneuten Nachfrager�ckgang. Der Proze� von Arbeitslosigkeit zu Einkommensr�ckgang zu Nachfrage�berhang zu erneuten Besch�ftigungseinbu�en f�hrte seither zu steigender Arbeitslosigkeit. Rechnet man alle Wachstumsraten der OECD-Staaten zusammen, gab es nur einmal in den 80er Jahren ein reales Wachstum von 4%, auch Deutschland lag unter dieser Marke (nur die deutsche Vereinigung sorgte ab 1990 vor�bergehend f�r bessere Ergebnisse). Die realen Wachstumsgr��en bewegen sich seit den 80er Jahren um die 2% (nur im Jahre 2000 bei 3% infolge des niedrigen Wechselkurses des eingef�hrten Euro), worin die nachfrageorientierte Theorie den Beleg sieht, da� mit Wachstum die Arbeitsmarktlage nicht zu bew�ltigen ist. "Die Prognostik spricht angesichts der realen Wirtschaftsentwicklung dann nicht gegen die nachfrageorientierte Theorie, wenn das Ausbleiben des �goldenen Zeitalters� mit Freizeit und allgemein steigendem Wohlstand hinreichend mit der nicht aufrechterhaltenen Bedingung der Vollbesch�ftigung erkl�rt werden kann. "Die dritte Phase, in der wir uns heute befinden, ist gekennzeichnet durch st�ndig sinkende Wachstumsraten, wie in den OECD-Staaten in den letzten 25 Jahren erfolgt. Drei wirtschaftspolitische Ma�nahmen empfahl Keynes f�r diese Phase (1.) die Ausgabenausweitung des Staates zugunsten des gemeinschaftsorientierten Bedarfs, (2.) eine gleichm��igere Einkommensverteilung, um zu vermeiden, da� sich Geld in oberen Einkommensschichten sammelt, wo es nicht mehr f�r Massenprodukte nachfragewirksam ist, hingegen in den unteren f�r den Konsum fehlt, und (3.) kontinuierliche Arbeitszeitverk�rzung. "Aus der Perspektive der Theorie von Keynes erweist sich die heute popul�re Angebotspolitik, welche auf Steuerentlastungen zugunsten der Unternehmen, auf Lohnspreizung und Lohnzur�ckhaltung setzt, angesichts sinkender Wachstumsraten entweder als illusion�r, sofern sie Besch�ftigung steigern zu k�nnen glaubt, oder als allein interessegeleitete ideologische Suggestion, sofern sie eigentlich auf Erhalt und Steigerung der Arbeitslosigkeit zielt, um die organisierte Verhandlungsmacht der Gewerkschaften in der Preisbildung f�r Arbeit weiter zu schw�chen." __________________________________________________ Do You Yahoo!? Tired of spam? Yahoo! Mail has the best spam protection around http://mail.yahoo.com
