Zitat von Patrick Ben Koetter <[email protected]>:

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Bin gerade ein wenig überrascht diese Antwort zu lesen.

Warum nicht die Dienste beider Techniken nutzen?

Ich will Kommunikation ermöglichen und nicht verhindern. Also baue ich
Plattformen, die so permissiv wie möglich und nicht so restriktiv wie möglich
sind.

Die im Greylisting prinzipbedingte Verzögerung beim Mailaustausch
verschlechtert in meinen Augen die Kommunikation so sehr, dass ich die Methode
nicht generell einsetzen möchte.

Sie mag durch vorheriges Training und regelmäßige Konversation im Alltag
hinnehmbar sein, weil dann Mechanismen für Whitelisting vom Greylisting
greifen. Im Erstkontakt verzögert Greylisting jedoch die Zustellung und damit
die Kommunikation.

Das mag in Privatkommunikation nicht stören. In den Geschäftsumfeldern, wo
ständig wechselnde Kontakte die Regel sind, führt Greylisting jedoch zu einer
erheblichen Beeinträchtigung der Kommunikationsqualität. Die Beeinträchtigung
wird so unangenehm empfunden, dass die Kommunikationsteilnehmer auf andere
Dienste/Medien ausweichen.

Nebenbei: Diese Beeinträchtigung war u.a. ausschlaggebend für Ralf
Hildebrandts Idee eines "gewichtenden Session Filter" gewesen, den Robert
Felber dann als policyd-weight umgesetzt hat. "Alles nur nicht Greylisting!"
Mit der Aufgabe war Robert damals unterwegs.


Ich schalte erstmal Greylisting vor, und das, was dann durchkommt,
geht durch die blacklist-Prüfung.

Bin damit sehr zufrieden und meine Kunden auch.
Zeitkritische Mails (z.B. während eines Telefonats) erhält man ja
ohnehin i.d.R. von bekannten Kontakten, sodass Greylisting die auch
sofort durchlässt.
Und ob z.B. die Anfrage eines neuen Kunden, oder die
Bestellbestätigung von dem neuen Onlineshop mal 5-10 Minuten eher
oder später reinkommt...
Dafür hab ich dann ca 80% weniger Spam im Postfach - meine Kunden
und ich finden das super.
Habe noch keinen gehabt, der von Greylisting wieder weg wollte -
mehr kann ich dazu nicht sagen.

Die, denen wir Greylisting ausreden konnten und denen wir stattdessen die
Methoden von postscreen schmackhaft machen konnten, haben sich nacher aber
auch nicht beschwert, dass ihre Mailbox nun mehr Spam enthielt. Sie haben aber
berichtet, dass E-Mail jetzt "wieder viel schneller ist".

Für mich bedeutet das: Wenn ich auf Greylisting verzichten kann, dann
verzichte ich. Dafür erhalte ich die Unmittelbarkeit der Kommunikation zurück,
die E-Mail für mich und viele Andere so wertvoll macht. Ich steigere die
Qualität des Dienstes.

Irgendwann im Kampf gegen Spam sind viele Leute über das Ziel
hinausgeschossen. Sie haben Methoden eingebaut, die wesentliche Werte des
Dienstes "E-Mail" einschränken oder gar entfernen.

Greylisting und Methoden wie TMDA gehören für mich - persönlich - in diese
Kategorie. Ich will Kommunikation ermöglichen. Ich will sie nicht verhindern.

my 2ct

p@rick

E-Mail war schon immer Store-and-Forward, wenn ich eine direkte Reaktion brauchen rufe ich an. Die "Qualität" des Dienstes E-Mail an der Geschwindkeit zu messen ist IMHO etwas seltsam, ich nehm da lieber Zuverlässigkeit und Dokumentierbarkeit.

Gruß

Andi



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