.ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg, 26. März 2010


„Auftakt für eine neue starke Anti-AKW-Bewegung“

Demonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln und München


Heute werden in den vier größten Städten des Landes Zehntausende für die Stilllegung aller Atomkraftwerke demonstrieren. Im direkten Vorfeld der Massenproteste erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die heutigen Proteste sind nur der Auftakt für eine neue starke Anti-AKW-Bewegung. Wir werden jetzt nicht mehr locker lassen, bis die Atomkraftwerke endgültig stillgelegt werden. Von der Bundesregierung verlangen wir, dass sie nicht länger die Interessen von vier Stromkonzernen vertritt, sondern auf die Bevölkerung hört, die nicht bereit ist, die Risiken der Atomenergie weiter hinzunemen.

Inzwischen demonstrieren mit uns auch zahlreiche Wählerinnen und Wähler von CDU/CSU und FDP, die es nicht länger ertragen können, wie Merkel und Westerwelle in der Atompolitik lavieren, statt die AKW endgültig abzuschalten.“


Rückfragen an Jochen Stay, Tel. 0170-9358759
http://www.ausgestrahlt.de

Jochen Stay wird heute bei der Demonstration in Hamburg sein und wird dort sowohl bei der Auftaktveranstaltung an der Moorweide als auch bei der Abschlusskundgebung auf dem Rathausmarkt jeweils bei der Bühne für Interviews zur Verfügung stehen.

Im Folgenden das Redemanuskript von Jochen Stay für die Abschlusskundgebung. Es gilt das gesprochene Wort. Sperrfrist: 14.30 Uhr

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Rede von Jochen Stay auf der Abschlusskundgebung der Demonstration „Fukushima mahnt – alle AKW abschalten!“ am 26. März 2011 in Hamburg.
Es gilt das gesprochene Wort – Sperrfrist: 14.30 Uhr


Liebe Freundinnen und Freunde

RWE-Chef Jürgen Großmann hat gestern davor gewarnt, ein Atomausstieg könnte massive Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland nach sich ziehen. Mein lieber Herr Großmann, das ist einfach nur zynisch. Wir erleben gerade jeden Tag welche Auswirkungen die Atomenergie-Nutzung auf die Menschen in Japan hat und wenn Sie so wollen auch auf den Wirtschaftsstandort Japan. Mein lieber Herr Großmann, kapieren Sie es doch endlich: Nicht ohne Atomkraft gehen die Lichter aus, sondern – siehe Fukushima – mit der Atomkraft.

Die Kanzlerin spielt auf Zeit. Doch wir brauchen keine Kommission für Reaktorsicherheit, denn die Schwachstellen der AKW sind längst bekannt. Wir brauchen keine Ethikkommission, denn wir wissen auch so: Wer heute Atommüll für die nächsten Jahrtausende produziert, handelt unmoralisch. Und wir brauchen kein Moratorium, sondern endgültig stillgelegte Atomkraftwerke.

Es gilt das Seehofersche Gesetz: Der CSU-Chef Horst Seehofer sagte neulich in der Tagesschau, er habe aus Fukushima eines gelernt: Nicht die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls im AKW ist entscheidend für die Stilllegung, sondern die bloße Möglichkeit. Wenn etwas passieren kann, dann passiert es auch. Und weil das nicht nur in Schrottmeilern wie Brunsbüttel und Krümmel möglich ist, sondern eben auch in Brokdorf, deshalb bleibt gar keine andere Wahl: Schaltet diese 17 Zeitbomben endlich alle ab!

Liebe Freundinnen und Freunde, wir wissen alle: Bloße Appelle an die Regierenden reichen nicht aus. Deshalb sollten wir die Zeit des Merkelschen Moratoriums nutzen. Die Regierung will im Juni entscheiden, wie es mit den Atomkraftwerken weitergeht. Uns bleiben also etwa zehn Wochen, entscheidende Wochen, um den Druck zu steigern. Wir werden laut sein und wütend, beharrlich und klug.

Wenn Merkel Kommissionen bilden kann, dann können wir das schon lange. Ich rufe Euch auf, bildet Anti-Atom-Kommissionen, bildet Anti-Atom-Gruppen in Euren Städten und Stadtteilen, Euren Schulen, Vereinen und Betrieben. Schließt Euch zusammen, sprecht andere an und bleibt jetzt aktiv! Jede und jeder kann etwas tun. Deshalb zum Abschluss meiner Rede fünf konkrete Aufforderungen zum Handeln:

1. Zeigt Eure Meinung öffentlich mit der Anti-Atom-Sonne. Lasst sie überall aufgehen, als Fahne, als Aufkleber, als Bravo-Poster im Fenster oder als Grafik auf Eurer Webseite.

2. Sorgt dafür, dass niemand mehr Atomstrom kauft. Für Haushalte und Betriebe hier in Hamburg gibt es angesichts von Krümmel und Brunsbüttel nur noch eine Parole: Tschüss Vattenfall! Und zwar jetzt!

3. Kommt jeden Montag um 18 Uhr zu den Mahnwachen und Anti-Atom-Spaziergängen, die inzwischen bundesweit in vielen hundert Städten stattfinden. Und bringt viele Leute mit, die bisher noch nicht aktiv waren.

4. Beteiligt Euch am 25. April an den Großdemonstrationen direkt vor den Toren der Atomkraftwerke. Wenn jede und jeder hier auf dem Platz an diesem Tag dabei ist und noch einen weiteren Menschen mitbringt, dann wird die Kanzlerin merken: Die Zeit der Atomenergie ist endgültig vorbei!

5. Vor ein paar Tagen hat die Initiative X-tauendmal quer angekündigt, vor Ende des Moratoriums Mitte Juni die Atomkraftwerke massenhaft zu blockieren, damit sie nicht wieder ans Netz gehen. X-tausendmal quer sammelt im Internet Absichtserklärungen zur gewaltfeien AKW-Blockade. Je mehr Menschen jetzt schon ankündigen, im Juni dabei zu sein, umso größer wird der Druck auf die Bundesregierung.

Liebe Freundinnen und Freunde, es ist an der Zeit, diesen mutigen und konsequenten Schritt zu gehen. Die Nachrichten aus Japan machen es uns klar. Deshalb rufe ich Euch auf: Macht mit! Blockieren wir im Juni die Atomkraftwerke, damit endlich Schluss ist, mit dieser irrsinnigen Technologie.

Heute sind Zehntausende auf der Straße und wir geben heute gemeinsam ein Versprechen ab, jeder und jede einzelne auf diesem Platz. Hören Sie genau zu, Frau Merkel: Wir meinen es ernst! Wir lassen jetzt nicht mehr locker, bis die Atomkraftwerke stillgelegt sind.



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