.ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung
Hamburg, 11. Mai 2011
„Wo Atomausstieg draufsteht, muss auch Ausstieg drin sein.“
Ethikkommission lässt zu viele Hintertürchen offen.
Zum Entwurf des Abschlussberichts der Ethikkommission erklärt Jochen
Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:
„Wir befürchten, dass es zum zweiten Mal nach dem rot-grünen Atomkonsens
aus dem Jahr 2000 zu Verabredungen über die Zukunft der AKW kommt, die
nach außen wie ein Atomausstieg aussehen, in Wirklichkeit aber unzählige
Hintertürchen für die Betreiber der Reaktoren offen lassen. Doch wo
Atomausstieg draufsteht, muss auch Ausstieg drin sein.
Wenn die Ethikkommission vorschlägt, abgeschaltete Atomkraftwerke als
sogenannte ‚Kaltreserve‘ nicht endgültig stillzulegen und die
tatsächlichen Termine, wann welcher Reaktor vom Netz geht, von der
energiewirtschaftlichen Entwicklung abhängig zu machen, öffnet das Tür
und Tor für Tricksereien der Stromkonzerne. Denn diese haben ja weiter
ein großes Interesse daran, mit ihren längst abgeschriebenen AKW
Millionengewinne einzufahren. So bleibt die Planungssicherheit bei der
Energiewende auf der Strecke und die nächste Propagandaoffensive von
RWE, Eon und Co in Sachen Laufzeitverlängerung ist absehbar.
Wir begrüßen den Vorschlag, die im Rahmen des Moratoriums
heruntergefahrenen Atomkraftwerke und der Pannenmeiler Krümmel nicht
wieder anzufahren. Sie müssen dann aber auch endgültig stillgelegt
werden. Dass die anderen neun Reaktoren für ein Jahrzehnt weiterlaufen
sollen, ist angesichts der Gefahren nicht akzeptabel. Die Politik des
‚Es wird schon gutgehen‘ ist seit Fukushima gescheitert und darf keine
Renaissance erfahren.“
Der im Jahr 2000 zwischen rot-grüner Bundesregierung und den
Stromkonzernen ausgehandelte Atomkonsens war in breiten Teilen der
Öffentlichkeit als Atomausstieg wahrgenommen worden, obwohl faktisch in
den zehn Jahren seiner Gültigkeit nur zwei kleine Reaktoren stillgelegt
wurden, während die 17 großen AKW weiterbetrieben wurden.
Die Anti-AKW-Bewegung plant für den 28. Mai Großdemonstrationen in 21
Städten, um zu verdeutlichen, dass die Bevölkerung ernsthafte
Konsequenzen aus Fukushima fordert. Jochen Stay: „Jeder Weiterbetrieb
von Atomkraftwerken bedeutet eine Fortsetzung des Risikos. Dagegen gehen
wir in der entscheidenden Phase kurz vor den atompolitischen
Entscheidungen der Bundesregierung auf die Straße.“
Rückfragen an Jochen Stay, Tel. 0170-9358759
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.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.
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