.ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung
Berlin, 9. Juni 2011
Weiterbetrieb von neun AKW ist kein Ausstieg
Merkel hält Versprechen vom schnellstmöglichen Ausstieg nicht ein /
Atomkraftgegner fordern „Nein“ der Oppositionsparteien
Zur heutigen Regierungserklärung der Bundeskanzlerin zur Atompolitik
erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:
„Sieben bis acht Reaktoren werden stillgelegt. Das ist ein großer Erfolg
aller Menschen, die in den letzten Monaten gegen Atomkraft auf die
Straße gegangen sind. Ohne die anhaltenden Proteste hätte die Regierung
anders entschieden.
Der Weiterbetrieb von neun Atomkraftwerken – größtenteils noch mehr als
zehn Jahre – ist aber alles andere als ein wirklicher Ausstieg. Bis zur
Stilllegung der letzten Reaktoren werden noch mindestens drei
Bundestagswahlen stattfinden. Bis dahin ist nichts unumkehrbar.
Zum Vergleich: Wenn jemand ankündigt, in elf Jahren mit dem Rauchen
aufzuhören, ist das kein Grund zur Freude, sondern gibt zu großer Sorge
Anlass.
Die Kanzlerin hatte zugesagt, schnellstmöglich aus der Atomkraft
auszusteigen. Herausgekommen ist ein Energiekonzept, dass die
Möglichkeiten für einen schnelleren Umstieg auf Erneuerbare Energien
nicht ausschöpft und viel zu lange auf die gefährlichen Reaktoren setzt.
Maßstab dafür war nicht das technisch Machbare, sondern was in Union und
FDP durchsetzbar ist. Parteiinteressen gehen vor Sicherheit und vor
energiewirtschaftlichen Chancen.
Wenn uns Atomkraftgegnern nun vorgehalten wird, wir könnten doch
zufrieden sein, da es in Teilen ein Zurück zum alten rot-grünen
atompolitischen Fahrplan gibt, dem halten wir entgegen: Die rot-grüne
Atompolitik hat ja gerade nicht zur Stilllegung einer wesentlichen Zahl
von Atomkraftwerken geführt, hat Strommengen-Tricks der AKW-Betreiber
begünstigt und endete mit einer Laufzeitverlängerung. Ähnliche
Fallstricke lauern auch im schwarz-gelben Konzept.
Für uns zählen nur stillgelegte Atomkraftwerke, nicht die Ankündigung
von Abschalt-Terminen, von denen heute niemand sagen kann, ob sie auch
eingehalten werden. Deshalb werden wir das Aus von sieben bis acht
Meilern feiern und gegen den Weiterbetrieb der neun anderen AKW weiter
auf die Straße gehen.
Von den Oppositionsparteien fordern wir, dass sie sich einem Konsens auf
der Grundlage der Regierungspolitik verweigern und nach einem möglichen
Regierungswechsel 2013 dafür sorgen, dass die verbleibenden Reaktoren
schneller stillgelegt werden. Denn Hundertausende sind in den letzten
Monaten nicht dafür auf die Straße gegangen, dass das Atomrisiko jetzt
noch mindestens elf Jahre weiterbesteht.“
Rückfragen an Jochen Stay, Tel. 0170-9358759
Jochen Stay ist heute in Berlin und steht für Gespräche/Interviews zur
Verfügung
http://www.ausgestrahlt.de
.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.
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