.ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Dessau, 4. November 2011


„Atommüll-Entsorgung im Eimer“

Atomkraftgegner demonstrieren bei Umweltministerkonferenz in Dessau /
Forderung nach Aus für Gorleben und Stopp der Atommüllproduktion


Anlässlich der Konferenz der Umweltminister aus Bund und Ländern in
Dessau demonstrieren Atomkraftgegner vor dem Tagungshotel, um auf die
ungelöste Atommüll-Entsorgung aufmerksam zu machen und fordern ein Ende
des Endlager-Projekts im dafür völlig ungeeigneten Salzstock Gorleben.

Die Aktivistinnen und Aktivisten der Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt haben ein AKW-Modell aufgebaut. Aus einem Rohr fließt eine
grüne Masse. Diese wird von Personen in Schutzanzügen mit Eimern
aufgefangen, auf denen „Morsleben“, „Asse“ und „Gorleben“ geschrieben
steht. Doch die Eimer haben Löcher. Auf einem großen Banner steht:
„Asse, Morsleben, Gorleben – Atommüll-Entsorgung im Eimer“. Auf einem
anderen Banner steht: „Der Salzstock ist nicht dicht – Endlager-Projekt
Gorleben stoppen!“

Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, erklärt
zu der Aktion:

„Seit 50 Jahren werden in Deutschland Atomkraftwerke betrieben. Noch
kein Gramm Atommüll ist in dieser Zeit sicher entsorgt worden. Alle
bisherigen Endlager-Projekte sind gescheitert: Morsleben droht
einzustürzen. Die Asse säuft ab. Der Salzstock Gorleben hat direkte
Kontakt zum Grundwasser und liegt über einem der größten Erdgasvorkommen
des Landes. Die Auswahl all dieser Standorte erfolgte nicht nach
geologischen, sondern nach politischen Kriterien.

Jetzt beraten die Umweltminister über das geplante Endlager-Suchgesetz.
Im Gespräch sind die intensive Fortsetzung der Bauarbeiten im Salzstock
Gorleben und möglicherweise die Auswahl zusätzlicher potentieller
Standorte in anderen Bundesländern.

Doch so lange in Gorleben mit Millionensummen weitergebaut wird,
zementiert dies den Standort trotz aller geologischen Mängel. Deshalb
fordern wir das Ende des Endlager-Projekts in Gorleben und vor der
Benennung neuer Standorte den Stopp der Atommüll-Produktion in den AKW
und eine intensive gesellschaftliche Debatte über das zukünftige
Verfahren zum Umgang mit den strahlenden Abfällen.

Die Fehler der Vergangenheit würden wiederholt, wenn jetzt einfach neue
potentielle Standorte benannt werden. Dann läuft es wieder darauf
hinaus, dass die Sicherheitskriterien dem Standort angepasst werden und
nicht umgekehrt der Standort den Kriterien entsprechen muss.

Wer das Atommüll-Problem zumindest eingrenzen will, darf die
Atomkraftwerke nicht noch mehr als zehn Jahre weiterlaufen lassen. Jeden
Tag entstehen dort zusätzliche strahlende Abfälle. Wem zu Hause die
Badewanne überläuft, der dreht doch auch zuerst den Hahn ab und überlege
dann, wie er den Schaden begrenzen kann.“


Rückfragen an Jochen Stay in Dessau: Tel. 0170-9358759

Fotos von der Aktion in Dessau im Laufe des Tages auf
http://www.ausgestrahlt.de/presse/bilder

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.
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