.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg, 24. März 2013

Atommüll: Scheinbeteiligung oder gesellschaftlicher Konsens?

Atomkraftgegner warnen vor Trickserei mit Endlagersuchgesetz

Zur aktuellen Entwicklung in der Debatte um ein Endlagersuchgesetz erklärt 
Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Wir begrüßen zwar die Einbeziehung der Zivilgesellschaft bei der Entwicklung 
eines geeigneten Verfahrens für den Umgang mit Atommüll – wenn es denn ernst 
gemeint ist. Denn wer einen gesellschaftlichen Konsens im Endlager-Streit will, 
muss auch alle Betroffenen umfassend mit einbeziehen. Wir warnen aber 
eindringlich vor einer Scheinbeteiligung.

Deshalb sind wir nicht einverstanden damit, dass das Endlagersuchgesetz schon 
verabschiedet werden soll und die Ergebnisse der geplanten Enquetekommission 
keine Verbindlichkeit haben sollen. Damit der neue Ansatz gelingt, muss es 
umgekehrt laufen:

1. Die Gesetzgebung muss so lange zurückgestellt werden, bis der 
gesellschaftliche Konsens über das Verfahren hergestellt ist. Denn im aktuellen 
Gesetzentwurf gibt es an vielen Stellen Regelungen, die dem Aufbau von 
Vertrauen in der Bevölkerung entgegenstehen. Ohne dieses Vertrauen wird es aber 
nicht gelingen, den Streit um den Atommüll beizulegen.

2. Es darf keine Scheinbeteiligung geben, sondern die Ergebnisse der geplanten 
Enquete-Kommission müssen verbindlich sein.

3. Der Auftrag an die Kommission muss umfassend sein und sich auf das ganze 
Suchverfahren beziehen.

Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann der Atommüll-Streit überwunden 
und das beste Verfahren gefunden werden. Schon zu oft wurden in der 
Vergangenheit leere Versprechungen gemacht, die bei genauerem Hinsehen nicht 
viel wert waren.“

Rückfragen an
Jochen Stay, Tel.: 0170-9358759
http://www.ausgestrahlt.de

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die 
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest 
zu machen.
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