Otto E. Roessler

Physik und Religion

15. Juli 2010  18 Uhr




In Situationen der Unübersichtlichkeit und Turbulenz sind Denker von unschätzbarem Wert, die uns beim Navigieren durch unsichere und mitunter gefahrvolle Gefielde helfen. Nicht etwa, indem sie vortäuschen, einen vollständigen Überblick zu besitzen; der ist nur dem Vermessenen möglich. Sondern indem sie wie Seismographen im Gegenwärtigen und im Hinblick auf das (Un)Mögliche in der Zukunft wirken, Spuren zu entdecken in der Lage sind, die wir normalerweise nicht registrieren, oder die wir auf Anhieb nicht entziffern können. Mit Hilfe von Wissenschaft und Technik kann die Welt nicht nur weit effektiver zerstört oder besser erlitten werden. Roessler gibt uns eine Idee davon, dass sie dadurch auch veränderbar ist: wenn schon nicht hin zu einem paradiesischen Zustand, so doch zumindest in Richtung einer intellektuellen Lebenspraxis, in der die Vorstellung vom Paradies als Antriebskraft stark bleibt.

Der Erfinder der Endo-Physik, Mediziner, Bio-Chemiker, Psychologe aus Tübingen, Prof. Dr. Otto E. Roessler, schließt mit uns am 15. Juli das Sommersemester an der Universität der Künste Berlin ab. Moderiert wird die Veranstaltung von Siegfried Zielinski.


Haus Salomon, Aula, Grunewaldstr 2-5, Berlin Schöneberg

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