Hallo.

Wenn schon über die Piraten und deren Urheberrechtsideen diskutiert werden soll, dann bitte auch auf Grundlage der Fakten und nicht anhand von wilden Gerüchten oder gar falschen Informationen: https://www.piratenpartei.de/2012/04/15/vorstellung-der-urheberrechtspositionen-der-piratenpartei-und-aufklarung-von-mythen/

Man achte bitte v.a. auf die Punkte 1 bis 3.

Beste Grüße

Stephan



Am 12.06.2012 15:37, schrieb Manuel Bonik:
Es geht ja um technische, ökonomische und moralische Fragen, die eng
miteinander verwoben sind: Angenommen, ich bin Sven Regener und will von
meiner Musik leben. Ich verkaufe über's Netz, aber meinem Angebot stehen
etliche Seiten gegenüber, wo es meine Sachen auch für umsonst gibt. Ist
natürlich schlecht für mein Geschäft. Kann ich Geld dafür in die Hand
nehmen, die Gratisangebote zu bekämpfen, aber das schmälert meine Marge.
Generell würde es aber gehen. Vorausgesetzt, ich bin überhaupt ein
Livemusiker, werde ich mein meistes Geld ohnehin mit Konzerten verdienen
müssen/können.

Stimmen der Piratenpartei sagen nun in etwa: Ist eine Sauerei von dir,
dass du dich überhaupt Autor nennst, Sauerei, dass du mit Copyrights
Geld verdienen willst, eigentlich hat ja die Gesellschaft deine Songs
geschrieben, und darum sollen sie ihr jetzt auch wieder umsonst
gehören. - Wobei das schon sehr philosophisch ist und nur eine
Verbrämung für: Wir können klauen, wir wollen klauen, wir werden klauen.
Und haben jetzt sogar eine Partei, die dafür sorgen will, dass man das
nicht mehr "klauen" nennen darf. Das im Namen von so hehren Ansprüchen
wie "freies Wissen für alle", während doch das Gros der Gratis-Downloads
nicht Wissenschaftsliteratur, sondern Unterhaltungsliteratur, Musik,
Software, Games und last not least Porno ist. Da möchte man halt keine
Angst vor Abmahnanwälten mehr haben müssen. Pirat, aber wasserscheu!

Problem: Wovon sollen die Künstler leben? Piratenparteiler verweisen auf
Modelle wie Open Source und Creative Commons, die aber m. E. für Musik
oder allgemein Kunst nicht hinhauen. Kulturflatrate? Soll man die GEZ
noch ausweiten? Oder wie oder was?



sorry jetzt habe ich hier natürlich namen verwechselt....
ich meinte natürlich nicht den beitrag von manuel bonik, sorry das
wollte ich nicht.....
sondern den von bernd brincken dessen antwort die frage ja wirklich
total ins lächerliche zieht....
grüße,
farida

Am 11.06.12 22:13, schrieb Farida Heuck:
also ich finde es schade, dass hier auf der rohrpost liste eine
diskussion wohl nie möglich ist...
da einige leute doch wirklich immer saudumme antworten geben auf eine
wie ich finde berechtigte und interessante frage was man von der
piraten partei halten kann..... ob jetzt für künstler oder nicht finde
ich auch nicht unbedingt wichtig aber über die fragen an sich hätte
ich mir schon qualifiziertere antworten oder beiträge gewünscht...
aber anscheinend ist das ja der tenor auf dieser liste umso verrotzter
zu antworten umso cooler ist es wohl....
da fühlt sich wohl herr manuel bonik besonders cool..... aber ich
halte davon nichts.... und werde somit diese liste auch verlassen.
mit den besten grüßen,
farida


Am 11.06.12 19:45, schrieb hello | florian kuhlmann:
gefällt mir.
ich würds retweeten!

Am 11.06.2012 um 15:56 schrieb chr:

hmm... ich hab irgendwann mal gelernt das es keine dummen fragen
gibt, nur dumme antworten... aber bernd brincken, du hast mir in
deiner mail gezeigt, dass man nie auslernt... es gibt scheinbar doch
dumme fragen ^_*

...

Am 08.06.2012 17:29, schrieb Manuel Bonik:
weil ich dachte: Gut,
endlich mal eine Partei für die Generation Internet, die in dieser
Hinsicht nicht ganz soviel Blödsinn schwätzt wie andere Parteien,
es geht ja hier, /also mit hier meine ich konkret hier-deutschland/
hier im verdruss über die parteipolitik, in der absage von werten
die neoliberale götzen schenkten, hier geht es ja eigentlich gar
nicht darum ob die Piraten nun für eine ?generation internet?, für
?digital natives? für ?umsonstkulturelle? oder für ?Künstler? da
sind, oder?

ja warum sind sie eigentlich da?
die piraten?
und für wen?
also ich hab sie nicht gerufen und ich bin auch keine 8%
...nicht mal 1%
und am allerwenigsten bin ich ein künstler.
und wäre ich ein künstler, wofür würde ich denn dann eine partei
benötigen?
ein Blick in den Spiegel, diese Woche, der zeigt wieder einmal das
es wohl eher anders herum ist,
nämlich dass Parteipolitik künstlerische prozesse benötigt,
die Politiker die Künstler,
weil ja eigentlich diese rein abstrakten ökonomischen leitkulturllen
hirngespinnste,
weil diese Abstraktion von realem, von gesellschaftlichem
Prozessgeschehen,
weil sie einen gesunden Realismus braucht - meiner meinung nach,
Realismus, dem man sich vielleicht auch nur annähern kann, indem man
sich ein stück weit entfernt,
von dem Glauben an das master-Individuum, the one and only, the big
star, dem der das sagen hat, dem der über uns steht, the great
artist, hello mr president,...

good old Rio Reiser, in einem seiner schönsten songs:
ich bin nicht unter dir
ich bin nicht über dir
ich bin neben dir

wir als künstler (und jeder künstler = Mensch) wir können ja
verdammt viel dazu beitragen dass Auswirkungen individuell
entschiedener Aktionen, kollektiv reflektiert werden können,
parteipolitische Entscheidungen,
indem wir, Politikern denen eine politische Macht, oder besser
gesagt, denen eine persönliche Machtposition weitaus wichtiger
erscheint als ein sozialer Prozess, /also so ziemlich jedem von
ihnen ^_*/
indem wir ihnen, und glücklicherweise nicht nur ihnen, einen Spiegel
vorhalten.
Ja,
und wir Künstler wir sind gute Spiegel.
oder etwa nicht?

In der privaten kunstwirtschaft da sind es noch weit weniger als 1%,
und wir sind ja auch nicht gerade die, die herausposaunen könnten
dass Machtbesessenheit etwas schlimmes sei, der wille zur macht,
nein, ich finde wir künstler wir sind verdammt gute spiegel.
Nur leider meist nicht in dem sinne, indem man die kunst als spiegel
gerne sieht.
der spiegel, der ist ja ein meinungsbildendes medium, und da hier
die Frage nach einer Meinung zu künstlerisch-basisdemokratischen
Prozessen innerhalb der von uns gewählten Parteipolitik, unserer
Repräsentation sozusagen, gestellt wurde,

/hmm... eigentlich mögen wir das doch, mögen wir doch dieses
-meine-verantwortung-abgeben-, sie jemandem anderes in die Hände zu
legen, nicht andauernd alles selbst entscheiden zu müssen, ist ja eh
alles viel zu komplex,
oder wie hast du dich ausgedrückt Bernd? ist alles so kompliziiiert
geworden/

die komplexität als kontrollmechanismus die funktioniert ja auch
prächtig, und daher muß sie auch aufrecht erhalten werden, denn je
komplizierter die welt, desto einfacher ist sie zu formulieren,
ein bild aus ihr zu machen.


nun,
niemand hat jemals behauptet
/doch! eigentlich haben's viele, aber ich kann diesem gedanken nicht
so recht folgen da er mir sobald ich ein wenig darüber nachdenke zu
kompliziert erscheint/
dass Demokratie einfach ist, dass sie schnell auf einen nenner
kommt, dass sie eine richtung vertritt, oder dass sie weiß wovon sie
spricht,
oder überhaupt dass Demokratie -ist-.
Demokratie WIRD.

In diesem Sinne würde ich ganz klar sagen, ja, wir künstler wir
brauchen die piratenpartei, nämlich um uns künstlern einen spiegel
vorzuhalten,
um uns vielleicht wieder ein wenig aufzuwecken und aus dieser
Starhype-Traumblase heraus zu katapultieren...nur ein wenig,
nich zuviel...

nun, die frage die ich mir manchmal stelle: hat denn kunst überhaupt
irgendwas mit demokratie zu tun?
...und, so manche antworten die ich zum beispiel /nicht nur/ im
letzten jahrhundert von künstlern erfahren hab, die waren vielleicht
nicht immer schlau, aber waren sie doch demokratisch,
/und/ sie waren offen...
und manchmal da öffneten sie sich so sehr, dass der künstler selbst
zur antwort wurde, vielen dank herr blissett.

hmm... letztes jahrhundert wurde ein kunstbegriff erweitert, heute
wurde er zu vielen, zu tausenden und in deutschland zu über 80
Millionen,
und daher muß der kunstbegriff heute auch nicht mehr erweitert
werden, sondern wir, die künstler, wir müssen endlich lernen damit
umzugehen,

und wenn dann ein sven regener, ein mario adorf, ein jan delay, ein
campino und wie sie alle heißen, wenn sie sich dann öffentlich gegen
eine

Zunehmend erwische ich mich aber bei dem Gedanken, dass das einfach
nur
eine populistische Schnorrer-Partei ist, die den Leuten ein
bedingungsloses Grundeinkommen und Freibier für alle verspricht,
während
ihr die Interessen von Künstlern, Autoren, Musikern etc. völlig egal
sind.
richten, dann sind das vielleicht einfach nur hilferufe /
auswirkungen erweiterter kunstbegriffe die es geschafft haben deren
begrifflichkeit vollends zu entsagen?
oder einfach nur phrasen von typen die künstlerische prozesse mit
werten der privaten Kunstwirtschaft besetzen?
von den paar typen eben die davon profitiert haben? ...in deren
sinne natürlich...

also meiner meinung nach sollte man gar nicht so viel auf
erfolgreiche menschen hören...
auf mich auch nich

Was meint ihr?
in meinen augen ist jegliche form von kunst ein politischer prozess,
ein prozess der sozial ist, sozial im eigentlichen sinne, dem sinn
den wir als gemeinschaft ihm geben -

und daher würde ich auch ganz klar sagen dass künstler keine partei
benötigen, weil sie dass,
was die piraten innerhalb der parteipolitik versuchen,
weil das die künstler gerade in der gesellschaft tun.

die frage die dann nur noch bleibt...
ja, wer sind denn diese künstler eigentlich, wenn nicht wir?



n schönen gruß von hier aus

chr

p.s. ich find zu dem thema die mailingliste ag-urheberrecht der
piraten ganz interessant,
https://service.piratenpartei.de/listinfo/ag-urheberrecht


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