Directors Lounge Screening:

Gabriel Lyons Loeb
Poems & Trampolines

Donnerstag, 31. Oktober 2013
21:00
Z-Bar
Bergstraße 2
10115 Berlin-Mitte

Gabriel Lyons Loeb ist so verliebt in Pixelierung und andere digitale Artefakte, wie andere Künstler in das “Wabisabi" des Super-8 und die leuchtenden technischen Fehler des in der Tonne entwickeltem Schmalfilms, auch “Spaghetti-Style" auf Englisch. Über mehrere Jahre benutzte der Künstler eine alte Handykamera um seine Umgebung zu erkunden - und die Medien. Er kombiniert selbst geschriebene Lyrik mit Video-Blow-ups (Vergrößerungen), mit seinem eigenem Material oder angeeignetem Material aus dem Internet. Man mag fragen, ob es seine Liebe für eine besondere Ästhetik ist, oder eine künstlerisch-bohemische Haltung, das billigste Material und ein Aussehen zu benutzen, das wir als internetspezifische Fehlleistung wiedererkennen. Es mag beides sein, und es gibt vielleicht eine dritte Motivation: in seinem letzten Studienjahr untersuchte er die Effekte endloser Wiederholungen von Material, das er auf Youtube fand und andere transformative Experimente, hauptsächlich auf sich selbst. Wie schon frühere Pop-Art und Avantgarde-Künstler wie Bruce Conner und Andy Warhol herausfanden, haben Wiederholungen stark verändernde Wirkungen auf unsere Wahrnehmung und unsere Psyche.

Sein Film “you smell good now" (Jetzt riechst Du gut) hat eventuell einen ähnlichen Effekt, wenn auch nicht durch Wiederholungen. Es ist ein halb fiktiver, halb dokumentarischer Blow-up eines in Ann Arbor zur Winterzeit aufgenommenen Videos von 176 mal 144 Pixel Bildgröße. Der Künstler nahm den dreitägigen Besuch seiner Freundin in seiner Geburtsstadt zum Anlass, und er führt die fiktiven Charaktere an seine Lieblingsorte in der Stadt. Die Protagonisten erkunden die Stadt in einer Art jugendlicher Flânerie, die manchmal zur Passage à l'Acte, zum jugendlichen Austoben führen. In anderen Stellen des Films scheint es, dass ihnen aufgrund der Erlebnisse spontane Gedichtzeilen einfallen.

“wintersgarden" ist ein weiter Film, der zur Winterzeit gedreht wurde, diesmal in Neu-Kölln, wo Loeb seit einem Jahr lebt. Es ist ein verschwommenes Portrait des “Körner-Kiezes" in Winterfarben und der Zufallsbegegnungen auf seinen Spaziergängen. Gabriel benutzt hier eine weiter Technik, die wir von analogen Filmemachern kennen. Der Film wurde in der Kamera geschnitten und dann mit einzelnen großen Buchstaben kombiniert, die sich für den Betrachter vielleicht - vielleicht auch nicht - als Wintergedicht zusammensetzen. Das Programm wird mit einer Anzahl weiterer Filme, die mit Lyrik verbunden sind, vervollständigt. Einige davon sind vom Author “on demand", als Auftrag, erstellt worden, als Teil eines Online-Services den Gabriel Lyons Loeb eine Zeit lang auf seiner Webseite angeboten hatte. Gabriel Lyons Loeb ist bei der Präsentation anwesend und steht auch zu Fragen zur Verfügung. Kuratiert von Klaus W. Eisenlohr

Artist Links:
http://gabrielloeb.com/

Links:
Directors Lounge
http://www.directorslounge.net
Z-Bar
http://www.z-bar.de

Mehr Informationen zum Programm (in Vorbereitung):
http://www.richfilm.de/currentUpload/
http://www.richfilm.de/filmUpload/1-framesGabrielLoeb.html

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richfilm productions, Klaus W. Eisenlohr, Osnabrücker Str. 25, D-10589 Berlin

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