ursula,
Es ist und bleibt ein Symptom, was da in diesem Jahr auf der Transmediale passiert ist: die Abwesenheit weiblicher Kunst-Äusserungen, ein Symptom der Verantwortlichen.
ich hab vielleicht irgendwas verpasst, aber wir haben wie gesagt wirklich 70 frauen im programm der diesjaehrigen transmediale, die zu einem guten teil auch ihre kuenstlerischen arbeiten praesentieren. in der ausstellung gibt es nur eine arbeit von einer frau, aber bei allem heisshunger auf die galeriewand ist fuer einige kuenstlerinnen und kuenstler die moeglichkeit zB filme auf der leinwand oder performances auf einer buehne zu zeigen, oder auch ueber die eigene kuenstlerische praxis in einem panel zu sprechen, nicht so wertlos, wie deine behauptung von 'Abwesenheit' unterstellt. (die geldpreise im wettbewerb sind EUR 4000 fuer den ersten und je 2000 fuer die beiden zweiten plaetze.)
Aber es ist eben deutlich geworden, an diesem so leicht zu identifizierenden Tatbestand der geschlechtlich einseitigen Auswahl, dass Eure Auswahl eben nur eine sehr persönliche und sehr perspektivische ist. Und mit dem Anspruch der Transmediale ist dies einfach nicht übereinzubringen und sollte die Verantwortlichen dazu anregen, über ihren selbstgewählten Tellerand zu schauen. Sonst schauen wir aus Langeweile irgendwann nicht mehr hin.
das klingt als waerest du sicher, dass dich die transmediale weniger langweiligen wird oder wuerde, wenn es mehr arbeiten von frauen gaebe. ihr solltet euch die einreichungen zum wettbewerb wirklich in der projektbibliothek anschauen, um euch ein bild zu machen. ohne eine kritische einschaetzung des materials, ueber das wir hier sprechen, ist diese diskussion hier wirklich schwierig. denn mit dem gleichen grad an ueberzeugung koennte jemand die geringe repraesentation von kuenstlerinnen und kuenstlern aus spanien oder brasilien als ein 'symptom' sehen. was aber, wenn die eingereichten arbeiten aus diesen laendern in diesem jahr wirklich nicht so spannend waren? wofuer ist dann die geringe repraesentation von spaniern ein symptom? vielleicht dafuer, dass es uns nicht gelungen ist, preisverdaechtige arbeiten von spanierInnen und brasilianerInnen ein zu werben? gruss, -a -- rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/ Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/
