Copieren und Verfälschen Vol #2

FRISE, Künstlerhaus Hamburg + Abbildungszentrum,
Arnoldstr. 26, 22765 Hamburg, www.frise.de/fake

Samstag, 28.4.2007, Beginn 18:00Uhr

"All rights reversed?" – Freie Lizenzen in der Kunst, Florian Cramer

Die freie Verfügbarkeit von Werken durch Lizenzen zu regeln, ist das scheinbare Paradox von Freier Software und Open Source wie Linux und Mozilla. Das "Copyleft" der GNU General Public License (GPL) dreht das Urheberrecht so um, daß es freie Nutzungen nicht mehr unter Vorbehalt stellt, sondern sichert. Im Internet-Zeitalter ist dieses Prinzip nicht nur für Programmierer, sondern auch für Autoren und Künstler interessant geworden. Während Medienkonzerne und Rechteindustrie aufrüsten und in Angst um ihre Geschäftsgrundlagen dazu übergegangen sind, ihre eigenen Kunden technisch zu gängeln, abzumahnen und zu verklagen, suchen KünstlerInnen und AutorInnen nach Alternativen zur traditionellen Copyright-Kultur und veröffentlichen Texte, Bilder, Töne unter freien Lizenzen. Wikipedia und "Creative Commons" sind die prominentesten Beispiele dieser sogenannten "Open Content"-Bewegung. In der Praxis allerdings gibt es Mißverständnisse, Probleme – die verwirrende Vielzahl zueinander inkompatibler Lizenzen zum Beispiel - und ungeklärte Fragen: Was wird mit freier Lizenzierung beabsichtigt, was hingegen wirklich gewonnen? Welche Lizenzen soll man nehmen, und ist sie im Ernstfall vor Gericht durchsetzbar? Wie ist ihr Verhältnis zu den Verwertungsgesellschaften? Fördern sie unfreiwillig die Ausbeutung von Künstlern? Was haben Künstler bei der Formulierung der Lizenzen zu sagen? Und welche Copyright-Kritiken und - Alternativen haben sie seit den Avantgarden des 20. Jahrhunderts selbst formuliert?

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