Statement der Literaturveranstalter Berlins
In einem Brief vom November 2007 informierten die traditionsreichen Berliner Stadtmagazine zitty und tip darüber, den Veranstaltern/Bühnenpartnern in Berlin "weiterhin den Service anzubieten, kostenlos Veranstaltungshinweise zu veröffentlichen." Allerdings werde die an die CineMarketing GmbH abgegebene "Digitalisierung und Aufbereitung" der Daten "leider nicht mehr völlig kostenlos möglich sein". Es folgen ein paar Sätze der Beruhigung, es seien "so niedrige Beiträge ausgehandelt, dass niemand benachteiligt wird" etc. Allerdings können die Beiträge bis zu 400 € im Jahr betragen. Der Brief liegt im Wortlaut diesem Statement bei. Die Literaturveranstalter Berlins konstatieren: 1.) Beide Stadtmagazine kennen die Situation vieler Kultureinrichtungen der Stadt gut, wie ihren redaktionellen Beiträgen zu entnehmen ist. Für die Literaturveranstalter ebenso wie für eine Vielzahl anderer Veranstalter, die in der Regel mit schmalem Etat ein anspruchsvolles und umfangreiches Programm präsentieren, sind 400 € viel Geld, keineswegs ein "niedriger Beitrag". Die Berliner Kulturszene lebt auch und gerade von der Vielzahl und Vielgestalt kleiner Kulturveranstalter, die diese Gebühr nicht zahlen können. Dazu kommt, dass die Zahlung keine Garantie für den tatsächlichen Abdruck der Veranstaltungshinweise beinhaltet. 2.) Die doch eigentlich um die Leserschaft konkurrierenden Stadtmagazine schließen sich zusammen, um unter Ausnutzung ihrer so erhaltenen Monopolstellung die Veranstalter in Zugzwang zu bringen. Veranstalter, die die geforderten Beiträge nicht zahlen wollen oder können, wären weder in der Zitty noch in Tip, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, [030] sowie den dazugehörigen Onlinekalendern präsent. 3.) Die Veranstalter sollen für einen Service zahlen, der den Stadtmagazinen ihre Existenzberechtigung gibt und eigentlich zum journalistischen Selbstverständnis der betroffenen Zeitungen und Zeitschriften gehört. Die Serviceleistung soll also sowohl von den Veranstaltern finanziert als auch nochmals vom Käufer bezahlt werden. Das ist schlicht und einfach dreist. 4.) Die Veranstalter würden mit einer Zahlung einer weiteren Hierarchisierung der Kultureinrichtungen nach Kriterien der Finanzkräftigkeit zustimmen. 5.) Die Veranstalter würden mit einer Zahlung indirekt dem Abbau von Redaktionsstellen in zumindest einem der Stadtmagazine zustimmen. Aus allen diesen Gründen verwehren sich die Literaturveranstalter Berlins entschieden gegen eine solche Praxis, die sich sowohl gegen das journalistische Selbstverständnis als auch gegen die Vielfalt des Kulturlebens richtet. Mittlerweile sind die Stadtmagazine von ihrer Position etwas abgerückt und haben angeboten, dass man Veranstaltungen kostenlos selbst eintragen kann. Dieser Vorschlag berührt aber die Kernpunkte unserer Kritik nicht. Auch so wird eine Monopolstellung genutzt, um die Kernkompetenzen der Stadtmagazine zum Outsourcing freizugeben. Zwar bezahlen die Veranstalter dann nicht CineMarketing, doch sie würden den Redaktionen ihre eigene Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stellen und damit z.B. einen Stellenabbau weiterhin begünstigen. Berlin, 13.12.2007 Unterzeichnet von Akademie der Künste Bastardslam (Poetry Slam) Berliner Künstlerprogramm des DAAD berlinerWald Brauseboys-Lesebühne Der Frühschoppen – Lesebühne im Jazzclub Der Schlot Kulturprojekte Berlin LesArt Der Literarische Salon Literarisches Colloquium Berlin Literaturforum im Brecht-Haus Literaturhaus Berlin Literaturwerkstatt Berlin Matthes & Seitz Querverlag Schwarze Risse Buchläden Spokenwordberlin Surfpoeten Tanzwirtschaft Kaffee Burger Transmediale Ullstein Verlage Verlag Assoziation A Verlag Bertz & Fischer Verlag Elfenbein Verlag Klaus Wagenbach Verlag Lukas Verlag Rotbuch Verlag Trescher Volksbühne-Berlin Boris Nitzsche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Literaturwerkstatt Berlin Knaackstr. 97 10435 Berlin Tel: [+49. 30] 48 52 45-24 Fax: [+49. 30] 48 52 45-30 e-mail: HYPERLINK "mailto:[EMAIL PROTECTED]"[EMAIL PROTECTED] HYPERLINK "http://www.literaturwerkstatt.org/"www.literaturwerkstatt.org HYPERLINK "http://www.lyrikline.org/"www.lyrikline.org HYPERLINK "http://www.poesiefestival.org/" No virus found in this outgoing message. Checked by AVG Free Edition. Version: 7.5.503 / Virus Database: 269.17.1/1182 - Release Date: 12.12.2007 11:29
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