54. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, 1.-6. Mai 2008
Podium
Die 3. Ausgabe der Kurzfilmtage-Diskussionsreihe
Oberhausen diskutiert mit den Gästen Kenneth Goldsmith, Sherry Millner, Ruth 
Noack, Martha Rosler, Emily Roysdon, Rasha Salti, Keith Sanborn, Heide 
Schlüpmann, Hito Steierl, Ian White, Akram Zaatari, Zelimir Zilnik und vielen 
anderen. Ist Kritik zeitgemäß?, Wohin entwickeln sich Kunstvermittlung und 
Kulturpolitik?, Wie sieht die Zukunft der Filmfestivals aus? sind nur einige 
der Themen des diesjährigen Podiums.
2. bis 6. Mai 2008
jeweils 10 - 12 h
Eintritt frei

Freitag, 2. Mai: Ist Kritik zeitgemäß? Ein Gespräch zwischen Generationen
Wenig Protest löste in Wissenschaft und Feuilleton die fundamentale 
Umgestaltung der Universität nach den Bedürfnissen einer neuen Ökonomie aus. 
Sind kritische Fragen nach Inhalten, Richtung, Sinn von Bildung und 
Gesellschaft, ist das Bewusstsein von der Korrigierbarkeit der Welt im 
Schwinden begriffen? Mauert sich Wissenschaft in Spezialgebieten des Wissens 
ein, indifferent gegenüber gesellschaftlichen Fragen? Vertreter verschiedener 
Generationen verständigen sich über Erfahrungen des kritischen Denkens und 
Schreibens.
Gäste:
Kerstin Grether, Autorin (Berlin)
Jörg Heiser, Autor (Berlin)
Klaus Kreimeier, Filmhistoriker (Berlin)
Heide Schlüpmann, Filmwissenschaftlerin (Frankfurt/M.)
Moderation:
Michael Girke, Autor (Herford)

Samstag, 3. Mai: Das große Verstehen: Welche Bildung, wessen Bildung?
Produktion und Vermittlung von Kunst bewegen sich heute in einem Umfeld von 
auch staatlich beförderten Bemühungen, Kunstproduktion unter dem Stichwort 
"Kulturelle Bildung" pädagogisch aufzubereiten. Wie aber verhält sich die 
Kunstproduktion zu ihrer pädagogischen Aufbereitung? Angesichts der 
demografischen Entwicklungen in den europäischen Industriestaaten entsteht auch 
die Frage, wie sich Kunstvermittlung und Kulturpolitik mit der zunehmenden 
Bedeutung eines Publikums mit Migrationshintergrund auseinandersetzen. Sind die 
Paradigmen von kultureller Produktion und Vermittlung hier auf Dauer haltbar?
Gäste:
Carl Hegemann, Dramaturg (Berlin)
Ruth Noack, Kuratorin (Wien)
Mark Terkessidis, Autor (Berlin/Köln)
Moderation:
Arzu Toker, Autorin (Köln)

Sonntag, 4. Mai: Grenzgänger und Unruhestifter.
Wie hat sich die Rolle oppositioneller Experimentalfilmer verändert? Welche 
interventionistischen Techniken, Ansätze, Strategien und Strukturen sind heute 
für die oppositionelle Filmpraxis am nützlichsten? Mit anderen Worten, wie 
können Filmemacher einer so totalisierten Umformung des Politischen, wie wir 
sie heute erleben, am effektivsten widerstehen? Wie kann die Vielfalt an 
Perspektiven und Themen, an emanzipatorischen Momenten und Antagonismen in 
Film- und Videoarbeit reflektiert werden, in einer Zeit, in der manchmal mehr 
Bedeutung durch den Kontext und die Art der Verbreitung eines Werkes kreiert 
wird als durch das Werk selber. Teil des Filmprogramms "Grenzgänger und 
Unruhestifter"
Gäste:
Galit Eilat, Autorin und Kuratorin (Holon)
Martha Rosler, Künstlerin (New York)
Rasha Salti, Autorin und Kuratorin (Beirut)
Hito Steyerl, Künstlerin und Autorin (Berlin)
Zelimir Zilnik, Filmemacher (Novi Sad)
Moderation:
Sherry Millner, Filmemacherin (New York)

5. Mai: Wessen Geschichte?
Die Geschichte gibt es nicht, nur Geschichten - des Krieges, des 20. 
Jahrhunderts, der Kunst ... Wie und warum halten wir Dinge fest? Muss 
Geschichte im Kontext Künstlerfilm und -video neu gedacht werden? Das Podium 
untersucht diese spezielle Geschichte, ihre abstrakten und parallelen 
Ausprägungen, sowie Alternativen zu ihrer generischen Kopplung mit der 
Kunstgeschichte. Teil des Filmprogramms "Wessen Geschichte?"
Gäste:
Ann Demeester, Direktorin De Appel Arts Centre (Amsterdam)
Kenneth Goldsmith, Gründer Ubuweb (New York)
Emily Roysdon, Künstlerin (New York)
Mike Sperlinger, Stellvertretender Direktor LUX und Autor (London)
Moderation:
Ian White, Kurator und Kunstkritiker (London)

6. Mai: Wen kümmert_s? Filmfestivals als neues zeitgenössisches Filmmuseum?
Das Kino als Institution steckt in der Krise, während die Zahl der 
Filmfestivals anwächst. In dieser Diskussion geht es um die Frage, ob dies eine 
neue Verantwortung für die Filmfestivals mit sich bringt. Sollten sie 
Leihgebühren zahlen anstelle von Preisgeldern? Wie reagieren Filmfestivals auf 
das Internet? Werden sie zu einem neuen zeitgenössischen Filmmuseum?
Gäste:
Gridthiya Gaweewong, Kuratorin (Bangkok)
Adam Pugh, Leiter AURORA Festival (Norwich)
Keith Sanborn, Medienkünstler, Theoretiker und Kurator (New York)
Akram Zaatari, Künstler und Filmemacher (Beirut)
Moderation:
Nick Roddick, Autor (London)

Eine weitere Diskussion, die nicht Teil der Podium-Reihe ist, findet am 
Freitag, 2. Mai, um 16.30 Uhr statt:
Embedded Criticism: Ist unabhängige Filmkritik heute noch möglich?
Round Table Diskussion in Kooperation mit dem Internationalen Verband der 
Filmkritik FIPRESCI
Moderation: Rüdiger Suchsland, Filmkritiker (Berlin); Dana Linssen, 
Filmkritikerin (Bilthoven)
Filmkritiker sind wie Kriegsreporter. Nicht nur berichten sie unter Gefahren 
von der Kinofront, sie scheinen gleichzeitig mehr und mehr von der Industrie 
vereinnahmt zu werden. Manchmal einfach um zu überleben. Eine Diskussion über 
die Fallen und Kompromisse, die Gefahr, seine Unabhängigkeit zu verlieren, die 
das Tabu des Schweigens über die weniger glamouröse Seite unserer Arbeit 
brechen soll, natürlich in der Hoffnung auf eine neue Unabhängigkeitserklärung 
am Horizont.
Oberhausen, 4. April 2008
ACHTUNG: Akkreditierungsschluss für die 54. Kurzfilmtage ist der 7. April 2008
Zur Akkreditierung: http://www.kurzfilmtage.de/akkreditierung.html
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Sabine Niewalda, [EMAIL PROTECTED], Fon 0208 825-3073
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54. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen: 1.-6. Mai 2008

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