ICH BIN KEINE KÜCHE!

Ausstellung zur Wiener Architektin Schütte-Lihotzky noch bis 25.1.

 

Die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky wäre am 23. Jänner 111
Jahre alt geworden. 

Die Ausstellung ICH BIN KEINE KÜCHE! zeigt noch bis 25. Jänner Leben und
Werk 

der Architektin im Ausstellungszentrum Heiligenkreuzer Hof. 

Obwohl ein Drittel ihrer Lebenszeit im Ausland, gibt es bis heute auch in
Wien 

zahlreiche Bauwerke von Schütte-Lihotzky.

 


Ausstellungsdauer                           noch bis 25. Jänner 2008

Öffnungszeiten                                Dienstag bis Sonntag, 14-20
Uhr, Feiertags geschlossen

Ausstellungsort                                Ausstellungszentrum
Heiligenkreuzer Hof, 1010 Wien

                                                        Schönlaterngasse 5
bzw. Grashofgasse 3, Stiege 8

Eintritt                                              3,50 EUR, ermäßigt
2,50 EUR

   Pressefotos                                      www.ichbinkeinekueche.at
<http://www.ichbinkeinekueche.at/> 

 

 

Wenn ich gewusst hätte, dass alle immer nur davon reden, hätte ich diese
verdammte Küche nie gebaut! 

(Margarete Schütte-Lihotzky)

 

(Wien, 10. Jänner 2008): Margarete Schütte-Lihotzky neu entdecken. Das junge
KuratorInnenteam 

des ecm-Lehrgangs an der Universität für angewandte Kunst Wien widmet sich
mit der Ausstellung
ICH BIN KEINE KÜCHE in drei Themenkomplexen Österreichs erster Architektin,
Margarete Schütte-Lihotzky. 

Mehr als 200 erstmals präsentierte Objekte aus ihrem den Sammlungen der
Angewandten vermachten 

reichhaltigen Nachlass eröffnen neue Perspektiven auf die Architektin aus
Wien. Die Ausstellung der Angewandten 

hinterfragt den Mythos Schütte-Lihotzky, stellt Paradigmen der Moderne, die
ihr Werk prägten, zeitgenössischen 

künstlerischen Positionen gegenüber, und untersucht die Architektin als
Wegbereiterin demokratischen Designs.

 

Die Wienerin Schütte-Lihotzky war Österreichs erste Architektin – frühe
Erfolge, späte Ehre

Margarete Schütte-Lihotzky wurde 1897 in Wien Margareten geboren, wo sie
auch aufwuchs. Zwischen 1915 und 1919 

absolvierte sie als erste Frau das Architekturstudium an der
Kunstgewerbeschule, der heutigen Universität für angewandte Kunst Wien.

Ihre Lehrer waren unter anderem Adolf Loos und Oskar Strnad. Bekannt wurde
sie vor allem durch die Frankfurter Küche, 

ein funktionalistisches Einbauküchenmodell, das die Architektin bereits 1926
als Mitarbeiterin des Hochbauamts in 

Frankfurt/Main entwickelte. Gemeinsam mit ihrem Ehemann folgte sie 1930 dem
Leiter des Hochbauamts, Ernst May, 

in die Sowjetunion, wo sie u.a. in der Planung der Retorten-Industriestadt
Magnitogorsk ihre Architekturideale umsetzte. 

Ab 1937 lebte Schütte-Lihotzky in Paris, London und Istanbul, 1940 wurde sie
in Wien als Widerstandskämpferin 

von den National­sozialisten verhaftet. 

 

1945 befreit kehrte sie nach einem Aufenthalt in Sofia 1947 wieder nach Wien
zurück, wo sie als Architektin arbeitete 

und sich als deklarierte Kommunistin für Frauenfragen und die
Friedensbewegung engagierte. Nach zahlreichen Auslandsreisen 

und –aufenthalten, u.a. nach Kuba und China wurde Schütte-Lihotzky ab Ende
der sechziger Jahre in Wien wieder richtig sesshaft. 

Zwischen 1967-1969 plante sie ihre eigene Wohnung in der Franzensgasse im 5.
Wiener Gemeindebezirk, 

wo sie bis zu ihrem Tod am 18. Jänner 2000 lebte. 

 

Ehrungen ihres Werks und ihrer Person erfuhr Schütte-Lihotzky erst ab den
späten 1980er Jahren, 

u.a. durch den IKEA-Award 1989 und durch das österreichische Ehrenzeichen
für Wissenschaft und Kunst 1993.




 

Ihr Mythos, ihre Zeit, ihre Spuren – neue Perspektiven auf Schütte-Lihotzky

Schütte-Lihotzkys Werk und ihr Leben als politisch engagierter Mensch waren
geprägt vom Anspruch, 

gesellschaftliche Vision und gestalterische Praxis zu vereinen. Zeit ihres
Lebens erfuhr sie jedoch zahl­reiche, 

oft plakative Zuschreibungen: Als soziale Architektin gefeiert, als
Kommunistin kritisiert, als Widerstandskämpferin 

gegen den Faschismus gewürdigt, als Erfinderin der Frankfurter Küche
etikettiert. Ziel der Ausstellung ist daher, 

unter Verwendung ihres Nachlasses neue Perspektiven auf Österreichs erste
Architektin zu eröffnen.

 

Vom Kindergarten bis zum sozialen Wohnbau – Schütte-Lihotzkys Wirken in Wien

Obwohl Schütte-Lihotzky beruflich lange Zeit im Ausland, vor allem
Deutschland und der Sowjetunion, tätig war, 

gibt es auch in Wien zahlreiche Zeugnisse ihres Schaffens.

 

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:

1921           Kriegsinvalidensiedlung „Lainzer Tiergarten“, Wien 13,
Hermesstraße 1-77 u. 85-89 (mit Adolf Loos)

1921           Siedlungshäuser der Mustersiedlung „Heuberg“, Wien 17,
Röntgengasse 

1921-1922   Siedlung „Hirschstetten“, Wien 13, Hermesstraße 1-77 u. 85-99
(mit Adolf Loos)

1921-1922   Siedlung „Eden“, Wien 14, Edenstraße (mit Ernst Egli)

1923           Haus Schlesinger, Wien 13, Fasangartenstraße

1924-1925   WHA d. Gem. Wien „Otto Haas-Hof“, Wien 20, Pasettistraße 47-61 /
Durchlaufstraße 19 / Winarskystraße 18 (Mitarbeit)

1924-1926   WHA d. Gem. Wien „Winarsky-Hof“, Wien 20, Pasettistraße 39-45 /
Winarskystraße 15-21 / Vorgartenstraße 44 (Mitarbeit)

1932           Doppelhaus Werkbundsiedlung, Wien 13, Woinovichgasse 2-4

1949-1950   WHA d. Gem. Wien, Wien 3, Barthgasse 5-7 (mit Wilhelm Schütte)

1952-1956   Wohnhaus Wien 2, Schüttelstraße 3 / Helenengasse

 

ÖFFENTLICHE BAUTEN:

1948           Denkmal der Widerstandskämpfer, Wien 11, Zentralfriedhof (mit
Wilhelm Schütte und dem Bildhauer Fritz Cremer)

1952           Kindergarten „Friedrich Wilhelm Fröbel“, Wien 20, Kapaunplatz

1961-1963   Kindergarten, Wien 11, Rinnböckstraße 47

 

INDUSTRIE-/GEWERBEBAUTEN:

1953-1956   „Globus“ Druckerei u. Verlagsgebäude, Wien 20, Höchstädtplatz 3
/ Meldemannstraße 12 (mit Wilhelm Schütte u.a.)

 

Wiener Plätze und Gebäude, die nach Schütte-Lihotzky benannt wurden:

Margarete Schütte-Lihotzky Park, 1050 Wien

Margarete-Schütte-Lihotzky-Hof, 1210 Wien, Carminweg 6

Schütte-Lihotzky-Hörsaal 7 der TU Wien, 1040 Wien, Karlsplatz 13,
Hauptgebäude, Stiege 7, Erdgeschoß.

 

Ihr Ehrengrab befindet sich am Wiener Zentralfriedhof.

 

 

 

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Rückfragehinweis:

Mag. Anja Seipenbusch                                                Dr.
Roman Tronner

Universität für angewandte Kunst Wien
ecm-KuratorInnen-Team

Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit

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