On Thu, 7 Dec 2006, Holger Schuh wrote: > Am Dienstag, 5. Dezember 2006 01:43 schrieb Patty Gadegast: > > > Was ich meine: Welche > > Funktionen fehlen z.B. bei Etoys, Delays und Schleifen wurden erwähnt, > > was noch? > > eine rekursive Methode ersetzt Schleifen wunderbar. Das rauszufinden hat bei > mir eines der Glücksgefühle ausgelöst die leider noch viel zu selten sind > aber für die .... Dokumentation entschädigt. Schon Wahnsinn wie gut sich das > anfühlt wenn sich die Hirnwindungen neu sortieren .... und das mit dem delay > krieg ich auch noch raus :] >
Alles schön und gut - natürlich ist e schön, wenn man es schafft, die klassischen Konstrukte imperativer Programmierung irgendwie zu ersetzen. Vom theoretischen Standpunkt her ist es auch klar, daß das geht. Aber schulpraktisch hilft mir das gar nichts. Wenn die eToys den Weg in die Schulen finden sollen, kann ich nur dazu raten, die Lehrpläne zu lesen. Das sind verbindliche Vorgaben, die im Unterricht erfüllt werden müssen. In Bayern fand deren Planung vor drei, vier Jahren statt. Jetzt sind sie so, wie sie sind. Erschwerend kommt hinzu, daß die Informatik am Gymnasium weitgehend fachfremd unterrichtet wird - von Kollegen, die dazu verdonnert wurden (überwiegend Biologielehrer) und vielleicht(!) eine zwei- bis höchstens fünftägige Einführung in das Fach erhalten haben. Die werden den Teufel tun, Dinge zu benutzen, die nicht paßgenau auf den Unterricht zugeschnitten und zudem hoffnungslos undurchsichtig dokumentiert sind (Wo lernt man eigentlich so Zauberdinge wie Shift-Klick auf die Welt, um Player zu finden oder den Langzeit-Klick auf die Skriptuhr, um die Tickfrequenz zu steuern?). Für die 7. Jahrgangstufe (Ablaufmodellierung), für die Scratch in meinen Augen perfekt passt, ist es schon zu spät. Die Schulbücher entstanden vor zwei, drei Jahren. Drin sind nicht die eToys, sondern Robot Karol. Für die neue Jahrgangsstufe 9 (Datenflüsse und Datenbanken) sind die Bücher vermutlich gerade im Entstehen). Spannend aus Squeakersicht dürfte die künftige 10. Jahrgangsstufe werden: Objektorientierte Programmierung. Da könnte noch ein wenig Luft sein. Der Lehrplan ist schon verabschiedet, aber die Schulbücher sind noch nicht geschrieben. Zu befürchten steht, daß dort Java das Rennen machen wird - schlicht, weil die zuständigen Köpfe nichts Anderes zu kennen scheinen und auch in dem, was sich an Lehrerausbildung abspielt - jedenfalls in den letzten Jahren - massiv auf Java gesetzt wird. Ich selbst finde das eher fürchterlich (habe die letzten Jahre Python eingesetzt und wage dieses Jahr meine ersten Schritte mit Smalltalk in Squeak) ebenso wie die noch immer andauernde Windowsfixiertheit im Umfeld des bayerischen Schulwesens. So, die bayerischen Lehrpläne: - Natur und Technik (6./7. Klasse - Schwerpunkt Informatik) http://www.isb.bayern.de/isb/index.asp?STyp=14&LpSta=6&Fach=17&MNAV=0&QNAV=4&TNAV=0&INAV=0 - Informatik (9.(ab 2007/8)/10.(ab 2008/9) Klasse): http://www.isb.bayern.de/isb/index.asp?MNav=6&QNav=4&TNav=0&INav=0&Fach=27&Fach2=&LpSta=6&STyp=14&Lp= Schulbuchverlage sind die üblichen Verdächtigen, insbesondere Oldenbourg, Klett und Duden/Paetec/Buchner, wobei der Marktführer in der Unterstufe Oldenbourg mit seinem Ikarus geworden sein dürfte. Markus P.S. An dieser Stelle wieder einmal mein Wunsch an die Tweaker: Ich würde wahnsinnig gerne endlich unter Linux Tweak-Projekte mit den neuen eToys abspeichern können. ----------------------------------------------- Markus Schlager m.slg(at)gmx.de
