Ich war anfangs auch kein Freund des Gehsteig-Mappings. Mittlerweile finde ich aber, dass das sehr wohl sinnvoll sein kann, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Es ist einfach intuitiver jeden getrennten Verkehrsweg extra zu mappen: Es benötigt keine Einlese-Arbeit im Wiki (seinen wir mal ehrlich, kein Mensch liest sich das Wiki durch bevor man anfängt zu mappen). KISS [1] 2. Man erhält akkuratere Geometrien. Sehr viele Kreuzungen lassen sich mit den jeweiligen Fußgängerkreuzungsmöglichkeiten gar nicht anders erfassen. 3. Attribute der Straße treffen oft nicht auf die Gehsteige zu und umgekehrt (z.b. Oberfläche, Breite, Hindernisse, Stufen, etc.). Man _könnte_ vieles davon auch über komplexe Attribute abbilden, aber das erfordert wieder mehr Einarbeitung -> siehe Punkt 1. 4. Wenn zwischen Straße und Gehsteig sich trennende Elemente (z.B. Bäume einer Allee, kleine Mauer, Randsteine, etc.) befinden können diese auch nicht topologisch korrekt platziert werden ohne separatem Gehsteig.

Für ein gescheites Rollstuhlfahrer-Routing benötigt man relativ detaillierte Daten über die Geometrie und Beschaffenheit der Gehsteige. Ich sehe dafür keine praktikable Alternative zum separaten Gehsteig-Mapping.

Natürlich ist in vielen Fällen das Mappen als Attribut der Straße im ersten Moment erstmal "gut genug". Trotzdem finde ich nicht, dass man Leuten, die die Qualität der OSM-Daten verbessern wollen, das verbieten sollte.

Ich sehe auch nicht, was denn gegen das Gehsteig-Mapping spricht? Außer, dass man einen etwas längeren Verkehrswege-Graphen zu verwalten hat – aber das scheint bei allen anderen Arten von Micromapping (3D-Gebäude, einzelne Spielzeuge in Spielplätzen, …) ja kein Problem zu sein.

Schöne Grüße
Martin

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/KISS-Prinzip

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