On 28.12.2016 20:28, Martin Raifer wrote:
Kann ein Gipfel in natura und in OSM nicht auch namenlos sein? ^-^
Dann wäre evtl. ein "noname=yes" Tag [1] angebracht.

Dieses tag sehe ich generell skeptisch, weil es in der Realität nicht das
bedeutet, was es bedeuten soll. Und zwar soll es bedeuten, dass das Feature
wirklich keinen Namen hat. Tatsächlich bedeutet es aber nur, dass der Mapper
keinen Namen in Erfahrung bringen konnte.

Wirklich? Mir wäre bis jetzt noch kein solcher Fall in OSM bekannt.

Mir sind schon solche Fälle begegnet, aber ich hab sie nicht notiert. Ich weiß noch, dass ich in einem Fall beim Setzen der Straßennamen überlegt hab, ob ich noname=yes stehen lassen soll um zu demonstrieren, wie sinnlos dieses Tag ist. Eine andere Möglichkeit wär gewesen, es auf noname=no zu ändern, aber da das in AT nicht vorkommt, werde ich es wohl ganz gelöscht haben.

In
jedem Fall wäre das aber meiner Meinung nach ein simpler Taggingfehler
(siehe [1]), und man sollte dann den jeweiligen Mapper über die
tatsächliche Bedeutung des Tags aufklären. :)

Warum, der war ja überzeugt davon, dass die Straße keinen Namen hat. Aber man kann solche Mapper natürlich anschreiben und sie auffordern, statt noname=yes ein note=* zu setzen, wo sie eine Begründung angeben sollen. Nur mit einer Begründung hat so eine Angabe eine Aussagekraft.

Gerade in OSM haben wir die Verantwortung, altes Namensgut zu recherchieren
und wiederzubeleben, das in herkömmlichen Karten auf Grund kleiner Maßstäbe
weggeneralisiert wurde.

Diese Meinung teile ich nicht. OpenStreetMap sollte die gegenwärtige
Realität so gut und vollständig wie möglich wiedergeben. Altes
Namensgut ist sicherlich erhaltenswert, aber meiner Meinung nach
besser in einem speziellen Tag (wohl old_name [2]), oder externem
Projekt (z.B. Open Historical Map [3]) aufgehoben. Wir mappen ja auch
keine anderen historischen Informationen in OSM (kleines Beispiel:
aufgelassene Bahnstrecken mappen wir genau nur dann, wenn „die
Bahnstrecke […] als solches noch zu erkennen [ist]“ [4]).

Der Berg ist genauso noch zu erkennen. Vielleicht ist der Name nicht angeschrieben, aber welcher Berg hat schon ein Namenschild am Gipfel stehen? Ich behaupte mal, der einzige Grund, warum du den Namen für nicht mehr gültig hältst, ist, dass er in aktuellen anderen Karten, insbesondere vom BEV, nicht eingezeichnet ist. Das bringt uns zu dem Thema, ob wir uns darauf beschränken sollen, von kommerziellen Karten abzukupfern, oder ob auch eigene Recherche erlaubt ist. Zu der gehört neben der Landaufnahme vor Ort durchaus auch die Berücksichtigung alter Karten und Literatur.

In der Chronik von St. Aegyd war ein Zigeunerloch erwähnt, aber es war in keiner Karte eingezeichnet, im Web war auch nichts zu finden, im Höhlenkataster kam es auch nicht vor und am Gemeindeamt kannte es auch keiner. Es gelang mir, die Höhle zu finden, und ich trug sie in OSM ein. Nach deiner Argumentation hätte ich der Höhle in OSM keinen Namen geben dürfen, oder nur old_name. Nachdem ich die Höhle vermessen und in den Höhlenkundlichen Mitteilungen als Zigeunerloch publiziert habe, kannte sie in der Gemeinde wahrscheinlich noch immer keiner, aber die Publikation hätte, weil aktuell, sicher ausgereicht um dich davon zu überzeugen, dass der Name in name=* hineingehört und nicht in old_name=*. Wie absurd das ganze ist, zeigt sich daran, dass die aktuelle Publikation hinsichtlich des Namens nur die alte Chronik zitiert.

Es stellt sich auch die Frage, wie alt eine Publikation sein darf, um als aktueller Beleg zu gelten. Wo ist die Grenze zwischen aktuell und historisch? Wenn das Alter genau am Limit liegt, dann ist die Publikation vielleicht heuer noch aktuell und nächstes Jahr schon historisch! Müssen wir dann den Namen aus OSM herauslöschen?

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