Thx , die Ansicht gefällt mir Gruß Martin
Am 04.01.2018 18:12 schrieb "Frederik Ramm" <[email protected]>: > Hallo, > > mich treibt seit einigen Monaten eine Idee um. Mir scheint, dass das > "Craftmapping" bei OSM und vorallem auch im "politischen" Bereich, der > OSMF, zunehmend unter den Tisch fällt. > > "Craftmapping" (zu deutsch: "handwerkliches Kartieren"?) ist in meinen > Augen die traditionelle OpenStreetMap-Arbeit: eine Gegend, die man > selber kennt, mit allen verfügbaren Mitteln (vorallem mit Ortsbegehung) > auf die Karte zu bringen. Da können Luftbilder schon eine Rolle spielen, > aber "Craftmapping" ist sicherlich nicht das großangelegte Abpinseln > eines Luftbildes in einem Land, dessen Kultur mir fremd ist, und > sicherlich auch kein Datenimport und keine Anwendung von künstlicher > Intelligenz, um auf Luftbildern Straßen erkennen zu können. > > All diese anderen Dinge können auch interessant sein und Spass machen, > aber sie sind in meinen Augen nachrangig. Ich mappe auch gern mal als > "Luftbildtourist" irgendwo in fremden Landen oder schreibe ein Programm, > das irgendwas ändert, aber mir ist dabei klar, dass OSM nie zu dem > geworden wäre, was es heute ist, wenn sowas die normale Herangehensweise > wäre. > > Das alte Mapping-Handwerk wird aber zusehends mit Füssen getreten. Es > vergeht keine Woche, in der nicht wieder irgendwo jemand jammert, dass > man ohne einen groß angelegten Import ja niemals alle Häuser in Kanada > oder alle Tankestellen in England mappen könnte, weil es viel zu viel > Arbeit sei. Es beschäftigen sich mittlerweilse Leute beruflich mit > OpenStreetMap, denen nach eigener Aussage ihre Zeit zu schade ist, um > fehlende Daten an ihrem Wohnort zu erfassen; man könne mehr zu OSM > beitragen, heisst es dann, indem man seine anderen Qualitäten in den > Dienst der Sache stellt, als Projektleiter in einem Datenimport-Projekt > oder sonst irgendwas. > > Ich finde das alles sehr bedauerlich; das Craftmapping ist meiner > Ansicht nach identitätsstiftend für OpenStreetMap. Es ist das, was uns > als Community zusammenhält, worüber wir reden können, wenn wir uns > treffen, es ist das Boot, in dem wir gemeinsam sitzen. > > "Craftmapper", mich eingeschlossen, werden leicht in die Ecke der Ewig > Gestrigen gestellt - Leute, die immer nur "gegen" alles Neue sind. Was > ich gern erreichen würde, ist dass "Craftmapping" wieder etwas positives > ist, dass man hervorhebt, was daran gut und wichtig ist, dass > Craftmapping ein Breitensport ist (im Gegensatz zum anderen sehr > IT-lastigen Disziplinen in OSM, die nur einer viel kleineren Gruppe > offenstehen). > > Irgendwie gibt es niemanden, der für das Craftmapping eine Lanze bricht. > Die Craftmapper machen alle so ihr Ding und interessieren sich wenig für > den Rest. In der OSMF, die ja immerhin einige wichtige Dinge in OSM zu > entscheiden hat, sind sie vermutlich mittlerweile sogar in der > Minderheit, hinter denen, für die OSM zuvorderst ein Technikprojekt oder > ein humanitäres Projekt ist. Auch das ist ein Problem. > > Ich möchte, dass man mit Stolz sagen kann: Ich bin ein Craftmapper, > Leute wie ich haben das hier aufgebaut. Und nicht nur ein paar > Großmäuler, sondern alle - *gerade* auch die, die keine Computer-Gurus > sind und halt einfach mal ein paar Daten in ihrem Stadtviertel erfasst > haben. > > Ich habe keine konkreten Pläne, was man tun könnte, um dieses > Craftmapper-Selbstbewusstsein zu stärken, ich wollte nur mal die Idee > hier loswerden und vielleicht eine kleine Diskussion anfangen, > vielleicht Ideen sammeln, was man tun könnte, oder ob ich das ganze > total übertrieben sehe... > > Bye > Frederik > > -- > Frederik Ramm ## eMail [email protected] ## N49°00'09" E008°23'33" > > _______________________________________________ > Talk-de mailing list > [email protected] > https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de > _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

