On Thu, 22 Jan 2009, Sebastian Hohmann wrote:

Leichter gesagt als getan, wenn man als "Nicht-Programmierer" etwas
beitragen will. Dann kann man eben nur sagen "Ich tagge auf diese und
jene Weise und damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.". Ist ist man
kein "Macher" wenn man gewissenhaft Vorschläge ausarbeitet, disktutiert
und vorstellt? Man handelt doch, statt nur zu sagen "Ich fände es besser
wenn das anders wäre, ändert da mal was.". Wenn man nur als
Programmierer ein "Macher" sein kann, dann ist das natürlich schade.

Das stimmt zwar generell, funktioniert aber in allen OpenSource- oder OpenContent-Projekten die ich kenne nicht. Warum? Nun wenn Du z.B. OpenStreetMap Feature xxx einträgst und es kommt einer daher, der ein ganz tolles "FeatureX"-Proposol schreibt, dann wirst Du Dich eher nicht dran halten, weil er garantiert einige Kritikpunkte hat, die Dir nicht passen werden. Und mit jemanden, der sich nur theoretisch mit dem Thema auseinandergesetzt hat diskutiert man meist nicht (verlorene Liebesmüh :-).

Der andere Weg ist, dass Nummer zwei ein tolles FeatureX-Proposal schreibt und darin darlegt, wie er 100 Elemente eingetragen hat, dass außerdem Du und noch 10 andere jeweils 100 Elemente haben und das man das doch zusammenlegen kann. Dann werden die meisten der Betroffenen versuchen einige Einigung zu erzielen, welche ein Kompromiss ist.

Tolle Ideen haben leider immer das Problem, dass Sie in der Praxis doch irgendwo nicht ganz passen. Deswegen setzt auch die Industrie immer mehr auf Werkstandards (z.B. der Großteil der Internet-Technologie). Diese haben nämlich den Praxistest schon hinter sich. Dafür sind sie nicht immer perfekt. Aber was ist schon Perfektion?

Bei freien Projekten ist aufgrund der Art der Arbeitsverteilung diese Werkstandard-Bevorzugung schon fast absolut.

Das nur Programmierer Einfluß haben stimmt nicht. Die Programmierer eines Programms können sich noch so sehr sträuben, wenn Du in der Datenbank größere Mengen eines Elements einträgst, dass auch andere unterstützt haben wollen, dann müssen die Programmierer nachziehen.

Ich z.B. habe (zusammen mit anderen) angefangen die Ortsschilder einzutragen. Als so um die 200 Schilder als note eingetragen hatte, wurde es mir zu bunt und ich habe traffic_sign=city_limit genutzt. Dann noch alle Alternativ-Varianten darauf umgestellt. Es kamen so um die 400 Einträge dabei heraus. Und weil ich auch JOSM-Entwickler bin das ganze in JOSM eingeführt.

Für viele andere Sachen läuft es so, dass Ulf und Christoph im Tagwatch nachschauen, wie oft Sachen eingetragen sind und diese dann in JOSM übernehmen. Bei den Karten läuft es ähnlich - Erst kommen die Daten, dann der Rest.

P.S. Es gibt mittlerweile knapp 6000 Ortsschilder, also war meine Idee wohl gut genug :-) In den Karten werden diese trotzdem noch nicht dargestellt (denke ich).

Ciao
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