Hallo, André Reichelt wrote: > Dann hast du den Kapitalismus nicht wirklich verstanden. Warum sollte > ein Neueinsteiger in den Markt deutlich geringere Preise anbieten als > die vorhandene Konkurrenz? Da wäre er ja selbst Dumm wie Sägemehl. Der > wird höchstens einen geringfügig kleineren Preis ansetzen. Im > klassischen Polypolmarkt bleibt ihm da auch kaum eine andere Möglichkeit. > > Außerdem könnte er mit Tiefstpreisen sogar Probleme bekommen. Schnell > schreien da die Konkurrenten laut "Wettbewerbsverzerrung".
Halb so viel schreiben und Qualitaet verdoppeln, bitte. 1. Es ist nicht abwegig, dass sich bei einer hohen Gewinnmarge der etablierte Anbieter und der neue in den Markt eintretende Konkurrent so lange gegenseitig unterbieten, bis ihre Gewinnspanne nahe Null ist. In einem ungebremsten Kapitalismus ist das sogar sehr wahrscheinlich. In einem Markt, in dem viele "halbprofessionelle" und Selbstaendige mitmischen, kann der Preis sogar noch tiefer sinken (vgl. die Beschwerden professioneller Webdesigner ueber "Studentenpreise" oder das Gejammer von Handwerkern ueber "myhammer.de" usw.). Dies ist moeglich, weil eine realistische Bewertung des Herstellungspreises Dinge wie eine Risiko-Ruecklage, eine Haftpflichtversicherung usw. beinhalten wuerde, auf die der "Dumpinganbieter" oft aus Unkenntnis verzichtet, und solange es gut geht, geht es gut. 2. Der "klassische Polypolmarkt" ist der Normalfall, von dem wir hier sprechen, und selbstverstaendlich hat der neu in den Markt dringende Anbieter voellige Preisgestaltungsfreiheit; wieso sollte ihm "kaum eine andere Moeglichkeit" bleiben? 3. Eine Wettbewerbsverzerrung kann nur dann vorliegen, wenn fuer die unterschiedlichen Marktteilnehmer unterschiedliche Voraussetzungen gelten (in unserem Fall zum Beispiel: Wenn unsere Lizenz Studenten erlauben wuerde, kommerziell Karten herzustellen, Unternehmen aber nicht.) Man spricht nicht von einer Wettbewerbsverzerrung, wenn sich unterschiedliche Marktteilnehmer einfach nur fuer unterschiedliche Strategien entscheiden. Eventuell hast Du hier nach dem Wort "Dumping" gesucht. Man spricht von Dumping, wenn Waren unter dem Einstandspreis angeboten werden, um damit Kunden zu gewinnen. Verboten ist das nur dann, wenn es kartellrechtlich bedeutsam wird, also z.B. wenn ein grosser Lebensmitteldiscounter regelmaessig bestimmte Waren unter EK anbietet, um kleine damit aus dem Geschaeft zu treiben oder so. Bye Frederik -- Frederik Ramm ## eMail [email protected] ## N49°00'09" E008°23'33" _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

