Hallo, Christoph Eckert wrote: >> Auch wenn einige hier gern reformieren wollen - es wird nichts bringen. > > das werden viele aber erst verstanden haben, nachdem sie es ausprobiert haben > und gescheitert sind.
Wir muessen nur aufpassen, dass die Reformversuche nicht das Projekt kaputtmachen, alles andere ist zulaessig und erwuenscht. Ich werde mal ausnahmsweise ein bisschen romantisch. OSM ist fuer mich etwas ganz spezielles, ein Projekt, das anders ist als alles andere in der GIS-Welt, anders als alles so ziemlich alles, was irgendwer in seiner professionellen Laufbahn erlebt haben kann, anders selbst als viele andere freie Projekte. Das ist gut so, das bringt das Projekt voran, das macht OSM zu dem, was es ist. Sehr viele Leute verstehen das nicht. Die sehen in OSM eine relationale Datenbank mit vielen Datenlieferanten oder sowas - nicht einen lebendigen Organismus. Die denken, man koennte hier ein bisschen drehen und da ein bisschen regulieren und "wir brauchen feste Regeln", und dann wuerde alles super werden - das unglaubliche Interesse von Mappern und Oeffentlichkeit, die kontinuierliche Bereitschaft zur Mitarbeit werden als gegeben vorausgesetzt. Ich aber denke, dass OSM ein komplexer Organismus ist, und dass das, was an OSM gut ist, mit dem, was OSM schwierig macht, untrennbar zusammengehoert. Man kann Gremien schaffen und Regeln, man kann es teilen in richtig und falsch, man kann OSM in einen OGC-Standard giessen und eine Arbeitsgruppe aus Professoren und Industrie-Experten ueber die Weiterentwicklung wachen lassen (schliesslich waere es doch furchtbar, all dieses geballte Wissen zu ignorieren, nicht wahr?) - aber dann hat man die Flamme ausgeloescht, den Willen gebrochen, dann ist der Geist verflogen. Dann bleibt eine Datenbank mit toter Materie, die festen Regeln genuegt und an der sich ausser ein paar versprengten Ordnungsfanatikern niemand mehr beteiligen moechte. Das heisst nicht, dass man OSM nicht aendern kann - aber eben so, wie man einen Menschen aendern kann; man kann im und mit dem Projekt leben und seine Richtung behutsam beeinflussen, aber man kann keine Schalter umlegen oder Beschluesse fassen und damit irgendwelche Ruder herumreissen. Man kann dem Projekt keinen Willen aufdiktieren, ohne es zu zerbrechen, und selbst wenn das der Wille der Mehrheit waere. Es gab in diesem Thread, aus dem ich hiermit aussteige, ein paar Meinungsaeusserungen, bei denen ich den Eindruck hatte, dass die Autoren zumindest gespuert haben, worum es geht - dass da mehr ist als eine Postgres-Datenbank mit Arbeitsbienen, denen man ein Programm vorgeben muss. Die meisten koennen oder wollen das nicht wahrhaben. Ich kann diese Beitraege ueberhaupt nicht ernst nehmen, und ich hoffe, dass OSM sich seine Eigenarten noch lange behaelt, bevor die grauen Maenner die Kontrolle uebernehmen. Ob die dann jemals merken, dass sie gescheitert sind, weiss ich nicht mal. Wenn der Patient erstmal tot ist, werden sie wahrscheinlich sagen, dass ihre "Hilfe" leider zu spaet kam oder so. Bye Frederik _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

