Am 16.07.2010 um 11:26 schrieb Georg Feddern:

> liegt es an der Hitze?

Durch Deinen erhitzten (Unter-)Ton kühlst Du die Situation nicht gerade ab. 
Frei von Missverständnissen ist niemand. Also bitte "cool" bleiben :-)

Da die die Diskussion IMHO auch etwas unübersichtlich geworden ist, ist eine 
Zusammenfassung des Sachverhalts und mein Fazit bisher evtl. hilfreich 
(immerhin werden mittlerweile zwei Relationen-Arten durcheinander geschmissen):

Fakten dieser Diskussion:

1. Wir diskutieren hier _nicht_, ob man eine durchgezogene Mittellinie durch 
turn_restriction-Relationen abbilden kann/darf/soll. 
2. Wir diskutieren hier einzig darüber, ob eine durchgezogene Mittellinie 
einfach auf dem way getaggt werden kann oder ob man die ways, die eine 
durchgezogene Mittellinie haben, in einer Relation zusammengefasst werden 
müssten
3. Wir diskutieren darüber, welche der beiden Verfahren die bessere Lösung ist 
um auch Sonderfälle abzudecken.
4. turn_restriction-Relationen werden dazu benutzt, um _Abbiegeregeln_ 
abzubilden! _Nicht_ jedoch Abbiegeverbots-/-gebots-Schilder und auch keine 
Linien, sondern _nur die Regeln, die sich aus diesen ergeben_!
5. Wir diskutieren (IMHO leider) darüber, ob man die _Eigenschaft_ eines ways 
(eben die durchgezogene Mittellinie) durch eine Relation abbilden soll, in der 
alle ways, die diese Eigenschaft besitzen, zusammengefasst werden und stellt 
das dem Nutzen einfachen taggings am way entgegen.

Da für die durchgezogene Mittellinie bisher kein Tagging am way als Eigenschaft 
des way existiert, wurde selbiges aber angeregt und von manchen in Frage 
gestellt.

Soviel zum Sachverhalt. Nun nochmal die Vorteile des Taggings dieser 
Eigenschaft am way, die sich in dieser Diskussion IMHO herauskristallisiert 
haben:

1. Die durchgezogene Mittellinie ist eine Eigenschaft des way. Deshalb sollte 
es auch als Eigenschaft des way einfach mit einem Tag eingetragen werden. Ich 
sehe keine Veranlassung, dass die durchgezogene Mittellinie einzig durch eine 
Zusammenfassung der ways innerhalb einer Relation nötig ist, oder zu einem 
besseren Ergebnis führt.

2. Wenn das Tagging der durchgezogenen Mittellinie (direkt als tag am way) 
Zustimmung finden würde, dann könnte man theoretisch auf viele 
turn_restriction-Relationen verzichten, da sich die _Abbiegeregeln_ aus der 
durchgezogenen Linie genauso automatisch ergeben, wie aus einer baulichen 
Fahrbahntrennung. Das würde vieles vereinfachen. Natürlich ist es dennoch nicht 
komplett falsch, neben der Eigenschaft des way auch die Verkehrsregeln per 
turn_restriction-Relation zu erfassen, auch wenn sich diese automatisch aus der 
Eigenschaft ergeben. Es gibt halt mehr unnötige Redundanz durch die Relation. 
Aber das ist ja auch nicht die einzige Argumentation.

3. Dazu kommt noch der Zusatznutzen. Es ist generell erlaubt auf z.B. 
Bundesstraßen zu wenden. An gefährlichen Stellen steht aber nicht: "hier für 
1km nicht wenden", sondern da wird die Mittellinie durchgezogen. Da diese 
Information an dieser Stelle in OSM aber fehlt, empfehlen Router das Wenden an 
dieser Stelle (z.B. wenn man einen anderen Weg eingeschlagen hat), oder weil 
das routing über eien solche Stelle einfach schneller/kürzer ist.

3a) -> Die Folge dessen ist, dass viele OSM-Routing-User dazu übergehen an 
diesen Stellen eine no_u_turn-Relation zu erstellen. Das ist im Grunde nicht 
falsch, es müsste nur auf den gesamten 1 km-way passieren, wo die durchgezogene 
Linie vorhanden ist, und das wird nicht gemacht und ist auch schwierig für 
jeden way neu zu erstellen, der sich anschließt, bis 1km vorbei ist. Der 
Einfachheit halber wird die no_u_turn-Relation deshalb nur an den Beginn der 
Stelle, an der es gilt, gesetzt. Fragwürdig, wie ich meine, da hier nur ein 
Bugfix für den Router eingebaut wird und kein konsequentes Tagging stattfindet, 
das _u.a._ der Router auswerten könnte.

3b) -> Argument:_no_u_turn_Relationen_ machen das taggen der durchgezogenen 
Mittellinie überflüssig. Nachteil: die durchgezogene Mittellinie führt zu 
weiteren verkehrsrechtlich relevanten Regeln, die in OSM derzeit nicht explizit 
erfasst werden, wie z.B. das Überholverbot (s.o.). Dies gilt auch an den ways 
mit einer Fahrspur in jeder Richtung (tag "lanes=2" am way vorhanden 
vorausgesetzt) wo die Mittellinie durchgezogen ist, da man sie überfahren 
müsste, um überholen zu können. Diese Eigenschaft des way wird automatisch mit 
erfasst und müsste sonst wieder über Relationen, die die betroffenen ways 
enthält, extra erfasst werden. Dann wird man fragen: wieso haben wir nicht 
einfach die durchgezogene Mittellinie getaggt, die deckt doch dies, dies und 
das ab und ist sowieso eine Eigenschaft des ways?

4. natürlich dürfen die Abbiege-_Regeln_, die sich aus der durchgezogenen 
Mittellinie ergeben, auch mit turn_restriction-Relationen erfasst werden. Dies 
ist hier genauso möglich und nicht unsinnig (das eine ist eine Regeln, das 
andere eine Eigenschaft am way), wie bei Verkehrsschildern, die eine bestimmte 
Fahrtrichtung vorgeben (z.B. "nur rechts abbiegen"). Doch sollten sie das 
taggen der durchgezogenen Mittellinie als Eigenschaft am way _nicht ersetzen_, 
da sie nicht für jeden Fall ein vollwertiger Ersatz sind und der Zusatznutzen 
weiterer Verkehrsregeln, die sich aus der durchgezogenen Mittellinie ergeben 
(wie z.B. das Überholverbot) nicht genutzt würde und extra erfasst werden 
müsste.

Alles klar?

Vlt. ist der Sachverhalt deshalb so schwierig zu diskutieren, weil es eben 
nicht einfach ist, alle vor- und Nachteile abzuwägen und sauber zu 
argumentieren, wenn schon verschiedene Relationenarten (Abbiegerelationen  und 
die Zusammenfassung der ways mit durchgezog. Mittellinie in einer Relation) 
verwechselt werden.

Wenn noch Fragen offen sind, werde ich keinem vorwerfen, diese zu stellen.

optimistische Grüße,

steffterra



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