Am 17. Mai 2012 19:52 schrieb Manuel Reimer <[email protected]>: > Bleibt die Frage, wie detailliert man werden *muss*. Wenn ich detailliert > sehen will, wie ein Gebiet aussieht, dann brauche ich keine von jemandem > abgemalte Variante, sondern kann ein Luftbild verwenden.
solange Du das so siehst brauchen wir im Prinzip nicht weiterzudiskutieren, ich mache mir aber trotzdem mal die Mühe und versuche, Dich vom Gegenteil zu überzeugen. Ein Luftbild ist keine Alternative zu einer Karte sondern eine Ergänzung. Sehr viele Dinge kann man darauf aber nicht erkennen oder nur, wenn man weiss, dass sie da sind. Das geht los mit Wegen durch Gebäude (wo ich diese Woche kartiere ist das die halbe (Alt-)-Stadt), mit Dingen die entscheidend sind für die Navigation aber zu klein, um aufzutauchen (z.B. Poller), vor allem aber auch Informationen wie Namen, Objektklassen (Beschreibungen, was etwas ist) und Zusatzattribute, Zusammenhänge, etc. Es gab schon immer detaillierte Karten und ihre Berechtigung haben sie durch Luftbilder nicht verloren. Geodatenbanken gehen da noch einen Schritt weiter und erlauben eine Strukturierung und Attributierung der Daten auch jenseits dessen, was man räumlich auf einer Karte darstellen kann. > Welcher Einsteiger soll sich in dem Linienverhau, der da für einen einzigen > Straßenverlauf eingezeichnet wird, noch zurechtfinden? mit der Area-Relation werden die Linien auf ein Mindestmaß reduziert, weil Querlinien zum Schließen der Flächen wegfallen. Da hat man dann lediglich die beiden äusseren Kanten als Begrenzung. Evtl. könnte man diese als Gehwege benutzten zum Routing, dann wären es gleich viele Linien wie es jetzt schon da gibt, wo die Gehwege explizit gezeichnet werden. Es geht bei den Highway-Flächen aber auch um Ästhetik. Manchen Leuten ist das wichtiger, andere finden das vernachlässigbar. M.E. sind Ästhetik und Karten aber seit jeher eng verbunden. Abseits von Straßen sind Verkehrsflächen eben oft nur unzureichend oder gar nicht linear repräsentierbar. > Was muss ich als Mapper tun, wenn ich via GPS diesen Straßenverlauf anders > erfasst habe, bzw. wenn etwas neues gebaut wurde, und ich das einzeichnen > will? Was meinst Du mit "via GPS"? In diesen Maßstäben kannst Du es mit Consumer-GPS vergessen, Du machst Dir am besten Fotos zur Unterstützung und zeichnest Freihand, sofern es keine hochaufgelösten Luftbilder gibt. > Ist ab dann der von $LUFTBILD abgepinselte Verlauf als einzig richte Lösung > felsenfest zementiert oder darf ich meine Beobachtungen noch einzeichnen? Man braucht keine Luftbilder, man muss die Örtlichkeit gut kennen. Es reichen gute OSM-Karten aus, um weitere Details einzuzeichnen, man muss nur wissen, was man wo unterbringen will. > Wenn ich meine Beobachtungen und Änderungen einbringe: Muss ich das rein > optische "Gepinsel" dann auch nachziehen oder darf man das genau so (falsch) > stehen lassen, wie es steht? polemische Frage, weil ich davon ausgehe, dass jeder so gut er kann kartiert. Ist aber natürlich immer ein iterativer Prozess, wo man hofft, dass es im Laufe der Zeit immer besser wird. > Und vor allem: Was tun, wenn jemand ein Gebiet mit dieser Überdetaillierung > "verschlimmbessert" hat, die zugrundeliegenden Wege aber mittlerweile > mehrfach geändert und verbessert wurden? Darf man die falschen > "highway-Flächen" nach einer angemessenen Zeit auch raushauen? Überdetaillierung? Über was? Über dem, was für Routing nötig ist? Oder für eine Weltkarte? Raushauen? Klingt schon wieder abwertend. Die meisten Mapper finden es sicher nicht besondes toll, wenn Du ihre Details "raushaust". Konstruktiver wäre es, das zu verbessern oder falls Du keine Lust dazu hast wenigstens zu warten, dass jemand anderes es verbessert. Gruß Martin _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

